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Berühmter Luftschiffkonstrukteur und Ehrenbürger

15.02.2017

Der Wormser Historiker Dr. Jörg Koch hat in Gedenken an den 100. Todestag des Wormser Ehrenbürgers Graf Zeppelin eine Biografie vorgelegt.

Die Biografie über Ferdinand von Zeppelin und seine Luftschiffe, geschrieben von Jörg Koch, ist für 24,90 € erhältlich. (Foto: Jörg Koch) 
Die Biografie über Ferdinand von Zeppelin und seine Luftschiffe, geschrieben von Jörg Koch, ist für 24,90 € erhältlich.
(Foto: Jörg Koch)

"Der größte Deutsche des Jahrhunderts"

Im Frühjahr 1917 herrschte Krieg und die Tageszeitungen, damals das Medium der Nachrichtenübermittlung, berichteten vornehmlich über militärische Ereignisse. Eine Meldung aber ließ für einen Augenblick den Krieg in den Hintergrund treten: Es war die Nachricht vom Tode Ferdinand von Zeppelins, der am 8. März 1917 in Berlin verstorben war. 

Die zeitgenössischen Urteile über den 1838 in Konstanz geborenen Zeppelin reichen vom "verrückten Grafen vom Bodensee" bis hin zu "einem der größten Söhne des Vaterlandes", "dessen Ringen um die Beherrschung der Luft ... seinen Namen auf dem ganzen Erdball unvergesslich gemacht" hat. Kaiser Wilhelm II. verlieh ihm die höchste zu vergebende Auszeichnung und nannte ihn "den größten Deutschen des Jahrhunderts".

Auch die Geschichte hat ihr Urteil längst gesprochen. Zeppelin gilt heute weltweit als unangefochtener Vater der Luftschifffahrt. Anlässlich des 100. Todestages Zeppelins hat nun der Wormser Historiker Dr. Jörg Koch einen mit rund 250 Abbildungen reich illustrierten Band vorgelegt, der Leben und Werk Zeppelins dokumentiert, angefangen bei dessen Rolle im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 über die erste Langstreckenfahrt mit einem Luftschiff - auch über unsere Region im Jahr 1908 - und der Rolle der Luftschiffe im Ersten Weltkrieg sowie deren Hoch- und Blütezeit in den 30er Jahren bis hin zum Unglück des Luftschiffes "Hindenburg" in Lakehurst im Mai 1937, mit dem die Luftschifffahrt in Deutschland ihr abruptes Ende fand. 

 

Obwohl seine Technologie mittlerweile bestenfalls ein Nischendasein führt, ist Graf Zeppelin bis heute im kollektiven Gedächtnis geblieben und in einer Weise präsent, wie es nur wenigen anderen Protagonisten aus Technik und Wissenschaft vergönnt ist.

Beziehung der Stadt Worms zu Zeppelin

In seiner lesenswerten Biografie geht Jörg Koch auch auf die Beziehung der Stadt Worms zu Zeppelin ein: Unmittelbar nach der ersten Überfahrt des Grafen Zeppelins ernannte die Nibelungenstadt den Luftschiffkonstrukteur zu ihrem Ehrenbürger. In dem Telegramm des Wormser Oberbürgermeisters Heinrich Köhler vom 7. August 1908 an den Geehrten heißt es:

"Die Stadt Worms hat Eure Exzellenz bei der Triumphfahrt durch die rheinischen Lande mit Jubel und Begeisterung begrüßt. Die Frage der Schaffung eines lenkbaren Luftschiffes ist glänzend gelöst. Die Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Worms hat Eure Exzellenz in Anerkennung dieser großen Tat soeben einstimmig zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Sie hat ferner beschlossen, als Beitrag für die Neuschaffung des Luftschiffes die Summe von MK. 5000,- zur Verfügung zu stellen..."

Graf Ferdinand von Zeppelin in Generalsuniform 1908  (Foto: Jörg Koch) 
Graf Ferdinand von Zeppelin in Generalsuniform 1908
(Foto: Jörg Koch)
 

Zeppelin war der erste Geehrte des 20. Jahrhunderts

Die Ausfertigung des Ehrenbürgerbriefes erfolgte durch den Wormser Kunstmaler Fritz Muth. Der Wortlaut der Urkunde lautet: "In freudiger Erinnerung und zum dauernden Gedächtnis an den großen Augenblick, in dem das Luftschiff über die Stadt und ihren altehrwürdigen Dom dahinflog, hat die Stadt Worms Seine Exzellenz den Grafen Zeppelin in Verehrung und Bewunderung für seine Großtat zu ihrem Ehrenbürger ernannt."

Bis zu seiner Ehrung im August 1908 war Zeppelin der bislang zehnte und der erste Geehrte des 20. Jahrhunderts, dem die Stadt Worms die Ehrenbürgerschaft verlieh. Bereits seit 1908 erinnert in Pfeddersheim eine Straße an ihn.

Anlässlich des besonderen Todestages und in Gedenken an die Ehrenbürgerschaft lässt die Stadt Worms auf dem Familiengrab Zeppelins auf dem Stuttgarter Pragfriedhof eine Blumenschale mit Stadtschleife niederlegen.

Zeppelin über dem Dom, August 1908 (Foto: Stadtarchiv Worms) 
Zeppelin über dem Dom, August 1908
(Foto: Stadtarchiv Worms)
Zeppelinstraße in Worms-Pfeddersheim (Foto: Jörg Koch) 
Zeppelinstraße in Worms-Pfeddersheim
(Foto: Jörg Koch)