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Schreinerfest: Anknüpfung an alte Tradition

gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und hochheimer Bürgerinnen und Bürgern eröffnet Ortsvorsteher Timo Horst (Mitte) das Schreinerfest 2016 
gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und hochheimer Bürgerinnen und Bürgern eröffnet Ortsvorsteher Timo Horst (Mitte) das Schreinerfest 2016

Höchstpersönlich läutete Ortsvorsteher Timo Horst das Schreinerfest im Hof der Alten Schule Hochheim ein. Im Jubiläumsjahr "200 Jahre Rheinhessen" nahm sich Hochheim dem Thema „Schreiner“ an. In ganz Worms ist Hochheim auch als das „Schreinerdorf“ bekannt, da ab dem 19. Jahrhundert das Ortsbild von Schreinereien geprägt war, so Horst in seiner Begrüßung, die durch Unterstützung des Posaunenchors Hochheim/Herrnsheim und Liedbeiträgen des MGV 1922 Worms-Hochheim gestaltet wurde.

Zu einem echten Schreinerdorf entwickelte sich Hochheim in den Jahren 1880 und 1900, als eine wahre Flut von Schreinereien entstand und viele Schreinermeister in Hochheim zuzogen. 1898 lebten allein  in Hochheim 52 Schreinermeister, die 32 Schreinereien leiteten, berichtet Horst von der Geschichte des Stadtteils. Die Hochheimer Schreiner schlossen sich sogar zu einer Vereinigung zusammen, um ihre geschäftlichen Interessen zu vertreten. 

 

Die rasche Entwicklung der Schreinerbetriebe kam wohl auch daher, dass fast jeder Betrieb Lehrlinge ausbildete, die in der Regel in Hochheim wohnen blieben. Besonders bemerkenswert sei, so der Ortsvorsteher, dass die Hochheimer Schreinerei „Schärf“ einen gewaltigen Aufstieg zum weltweit agierenden Industrieunternehmen geschafft hat. Heute ist das Unternehmen als Kinnarps bekannt.

Höhepunkt der Anknüpfung an diese Tradition war die Eröffnung des Schreinermuseums im Jahr 2015. Das Schreinermuseum ist „klein, aber fein“ – ganz in der Hochheimer Art, so Horst.

Auf die Spuren der heutigen Schreiner begab sich eine ganze Gruppe in die Werkstatt der Schreinerei Martin. Der Inhaber Edgar Martin, der in Hochheim auch als „Heiner der Schreiner“ bekannt ist, führte kompetent durch die einzelnen Arbeitsschritte eines Schreinerbetriebs und erklärte die ein oder andere Maschine, die Schreiner heute benutzen. Auch die älteste Wormser Schreinerei beteiligte sich an dem Schreiner fest. Die Schreinerei Jacobs wurde 1876 gegründet und besteht somit seit 140 Jahren. Der Inhaber Ignatz Meder hatte eine Ausstellung von Kunstobjekten aus seiner Sammlung präsentiert.

Begeisterte Drechsler hatten auch eine Demonstration des Handwerks und den Verkauf von Schreinerprodukten vorbereitet. Auch die Auszubildenden des DRK-Berufsbildungswerks haben für das Fest kleine Kunstobjekte geschreinert und verkauft. Zum Abschluss des Schreinerfestes wurden Rundfahrten mit dem Nibelungenbähnchen zu ehemaligen Hochheimer Schreinereien angeboten. Die evangelische Kirche bot als besonderes Schmankerl, den ersten Hochheimer Schreinerkuchen an.

 
Corpus Delicti - zwar ist die Hochheimer Urkunde im mittleralterlichen Sinne eine Fälschung, aber inhaltlich vermutlich korrekt. Insbesondere das Datum ist höchstwahrscheinlich authentisch.    
Corpus Delicti - zwar ist die Hochheimer Urkunde im mittleralterlichen Sinne eine Fälschung, aber inhaltlich vermutlich korrekt. Insbesondere das Datum ist höchstwahrscheinlich authentisch.

950 Jahre Hochheim

Im Jahr 2018 soll es soweit sein: Die Hochheimer feiern 950 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung, so wünschen es sich zumindest der Ortsbeirat und Ortsvorsteher Timo Horst

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Urkunde, in der das Jahr 1068 angegeben ist und die der Feierlichkeit zu Grunde liegt, gefälscht, abgeschrieben oder eine Kopie ist. Der Expertenkreis, den Horst und der Ortsbeirat eingesetzt hatte, bemühte sich nun etwas Licht in dieses Dunkel zu bringen. 

Der Dissertation von Dr. Andreas Urban Friedmann aus dem Jahr 1994 kann man entnehmen, dass diese Urkunde offensichtlich eine Fälschung ist, so Stadtarchivar Professor Dr. Gerald Bönnen - allerdings im mittelalterlichen Sinne. 

Damals wurden Urkunden häufig rückdatiert, um alte Besitzrechte nachträglich zu legitimieren oder was in diesem Fall wahrscheinlicher ist, um eine beschädigte oder verschwundene Urkunde zu ersetzen. So sei der Inhalt der Urkunde korrekt, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass dieser von einer älteren Urkunde stammt.  

„Vermutlich wurde die ursprüngliche Urkunde beschädigt oder vernichtet, so musste eine neue Urkunde angefertigt werden.“, so Historiker Josef Schork. Die in der Urkunde beschriebenen Besitztümer und auch die Erwähnung von Hochheim seien aus seiner Sicht vermutlich authentisch. 

 

Auch die Jahreszahl der Urkunde stamme wahrscheinlich von einem älteren Schriftstück, das allerdings heute nicht mehr existiere. Deshalb könne man auch ohne Probleme die erstmalige urkundliche Erwähnung des Stadtteils im Jahre 2018 feiern, ist sich die Expertenrunde einig.

Gleichsam wisse man, dass Hochheim bedeutend älter sei, so der Vorsitzende des Heimat-und Kulturvereins Wolfgang Hasch. Die Endung „Heim“ lässt auf eine fränkische Besiedlung schließen, die im 6. oder 7. Jahrhundert stattgefunden haben muss. Zuvor hatten bereits die Kelten und Römer in Hochheim gesiedelt, wie entsprechende Bodenfunde belegen.

So wurden in Hochheim sowohl Glockenbechergefäße aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, römische Öllampen um Christi Geburt, als auch fränkische Halsketten aus dem sechsten Jahrhundert gefunden. Dies belegt eindeutig, dass Hochheim bereits viel älter ist, so Ehrenhochheimer Bernd Rauh. Der erste schriftliche Beweis finde sich allerdings erst in der Urkunde, die das Jahr 1068 nennt und dieses Datum wollen wir im Jahre 2018 kräftig feiern, so Horst abschließend. 

Gemeinsam mit dem Koordinator des Veranstaltungsausschusses Bernd Bickel und der stellvertretenden Ortsvorsteherin Maria Hilberg wolle er zeitnah einen Festausschuss ins Leben rufen.

 

Schnelles Internet verfügbar!

Die Innenstadt aber auch die bislang noch nicht abschließend modernisierten Stadtteile Herrnsheim, Hochheim, Horchheim, Leiselheim, Neuhausen, Pfiffligheim, Weinsheim und Wiesoppenheim wurden nun vollständig für schnelles Internet aufgerüstet.

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  • 29.09.2016 | Kultur Das Wormser feiert!

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    Großes Programm anlässlich der Jubiläen „50 Jahre Wormser Theater und 5 Jahre Kultur- und Tagungszentrum“ vom 3. bis 13. November 2016.

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  • 28.09.2016 | Umwelt Energiekarawane macht Station in Worms-Horchheim

    Energiekarawane macht Station in Worms-Horchheim

    Die Energiekarawane geht in die sechste Runde mit kompetenten Vor-Ort-Energieberatern - diesmal für fünf Monate in Worms-Horchheim.

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von links nach rechts: Renate Kollmitz, Maria Hilberg, Hans Egli, Adam Sachs, Timo Horst, Wolfgang Hasch 
von links nach rechts: Renate Kollmitz, Maria Hilberg, Hans Egli, Adam Sachs, Timo Horst, Wolfgang Hasch

Gusdorf Nachfahre besucht Worms-Hochheim

Adam Sachs ist ein Urenkel Sigmund Gusdorfs, der gemeinsam mit seinem Bruder Hermann Gusdorf eine Möbelfabrik mit weit über 30 Angestellten um 1900 betrieb. Beides waren angesehene jüdische Bürger und Unternehmer, die im Ersten Weltkrieg für ihr Vaterland an der Front gekämpft hatten und sich vielfach in Wormser Vereinen engagierten, so Ortsvorsteher Timo Horst bei der Begrüßung des Gastes aus den USA. 

Noch tiefere Einblicke in die Geschichte konnte Wolfgang Hasch, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins geben: "Kurz vor 1800 kam die Familie als kleine Händler und Handwerker nach Worms."

 

Wie alle Juden hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch keinen Familiennamen, was sich erst in der napoleonischen Zeit änderte. So benannte sich der erste Gusdorf in Worms, Salomon, wohl nach seinem Geburtsort. 

Das Geschäft mit Möbeln in Worms wurde durch harte Arbeit und dem Unternehmergeist immer größer und so siedelte die Familie nach Hochheim über und erbaute eine Möbelfabrik. Beim Besuch des Hochheimer Schreinermuseums konnte sich Sachs über das Schreinerhandwerk, das seine Familie geprägt hatte, informieren. Heute existiert die große Möbelfabrik, die Ecke Dreihornmühlgasse und Binger Straße stand nicht mehr. 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die Situation für die Juden in Deutschland immer schwieriger. Zuletzt waren Sigmund und Hermann Gusdorf Inhaber des Unternehmens, bis sie 1934 von den Nazis in den Bankrott getrieben wurden, so Maria Hilberg, stellvertretende Ortsvorsteherin. Beim Kristallnacht-Pogrom wurden ihre Wohnungen verwüstet und geplündert, die beiden Männer am 10.11.1938 verhaftet und nach Buchenwald deportiert. 

Während Hermann in Buchenwald verstarb, konnte Sigmund Gusdorf zurückkehren. 1941 gelang ihm die Flucht in die USA. Die Familie wurde über dem ganzen Globus verstreut und damit war ein Teil Hochheimer Geschichte zu Ende, bedauert Horst das Schicksal der jüdischen Familie. 

Für den Gast aus den USA hielt Wolfgang Hasch eine Überraschung bereit. Die Firma Gusdorf hatte in den 20er Jahren Werbegeschenke ausgegeben: Es waren Aschenbecher mit einem kleinen Werbeschild der Möbelfabrik. Davon existiert wohl weltweit nur noch ein Exemplar, so Wolfgang Hasch, der Sachs dieses Relikt der Gusdorf'schen Möbelfarik überreichte.

 
 
 

Der Ortsvorsteher informiert: Sachstand zum Neubaugebiet Nievergoltstraße

Das Gutachten für das Neubaugebiet in der Nievergoltstraße soll im Herbst vorliegen, dies berichtete Ortsvorsteher Timo Horst nach einem Treffen mit Vertretern der Stadtplanung, Umweltbehörde und dem Erschließungsträger Erschliessungsgesellschaft Worms-Hochheim GbR (bestehend aus der ESW GmbH und der Pfalzwerke Infrastruktur GmbH). 

Horst hatte diesen Termin initiiert um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen und endlich verlässlich Daten über den ökologischen Zustand des Gebiets zu bekommen. Nachdem in der Vergangenheit bereits verschiedene ökologische Begutachtungen durchgeführt wurden, hat die Erschließungsgesellschaft nochmals ein umfangreiches faunistisches und floristisches Gutachten in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Worms beauftragt. 

Die Ergebnisse sollen bis August / September diesen Jahres vorliegen, so der Erschließungsträger. Sofern die bislang bekannten Ergebnisse bestätigt werden, steht einer Realisierung des Baugebietes nichts mehr im Wege. Die Nachfrage nach den Baugrundstücken ist riesig - bereits seit einigen Jahren warten junge Familien, die bereits im Stadtteil Hochheim leben, mit viel Geduld auf die Umsetzung des Bebauungsplanes. Die aktuelle Niedrigzinssituation verstärkt die Nachfrage nach Baugrundstücken noch.