09. September 2012 - "Holz"
"Holz" lautet das Schwerpunktthema 2012. Auch Wormser "Kulturschätzchen" werden wieder ihre Pforten öffnen.
Am 11. September 2011 fand zum 19. Mal der "Tag des offenen Denkmals statt. Diesmal beschäftigte sich der Denkmaltag mit dem 19. Jahrhundert - einer Epoche voll von stilistischer Vielseitigkeit, einem rasanten technischen Fortschritt und gesellschaftlichen Wandel, der sich auch in der Architektur dieser Zeit widerspiegelt.
Bundesweit standen erneut Bau- und Bodendenkmale für Besucher offen. Auch in Worms öffneten einige "Kulturschätzchen" ihre Pforten für interessierte Besucher.
1843 errichtetes Schlösschen (Schlossplatz 1), 1851 von der Familie Heyl übernommen, in Formen des franz. Klassizismus ausgebaut, 1905 Umbau durch Bruno Paul in neubarocken Formen, Heylshof (Stephansgasse 9) 1884 durch den Schweizer Architekten Bluntschli in neubarocken Formen errichtet, Innenausstattung ging im Krieg verloren, Treppenhaus und Portal mit den von Lorenz von Gedon geschnitzten Türflügeln von 1884 erhalten, zw. den Gebäuden erstreckt sich der von verschiedenen Gärtnern entwickelte Park, ausgestattet mit mainfränkischen Gartenplastiken, auf der Nordwestseite von der mittelalterlichen Stadtmauer abgeschlossen, parkseitig Grottenanlage.
Rundgang auf den Spuren der Familie von Heyl vom Anfang ihres Wirkens um 1800 bis zur Einrichtung des Reichsstädtischen Archivs 1883, erläutert werden der Heylshof von 1883 mit Portal und Treppenhaus, der Siegfriedbrunnen vom Anfang des 20. Jh., die Baukomponenten des Rathauses aus dem 19. Jh. und das Reichsstädtische Archiv von 1885 mit hist. Gewölben, ausgemalt durch Otto Hupp und ausgestattet mit Schränken nach Entwürfen von Lorenz Gedon, alle Kulturdenkmale gehen auf Cornelius Wilhelm von Heyl als Auftraggeber und Finanzier zurück-
Beschreibung als Hauptbeispiel der Romanik am Mittelrhein wirkte der im 12. Jh. auf den Fundamenten eines ottonischen Vorgängerbaus errichtete Dom schulbildend, doppelchörige 3-schiffige Basilika mit Querhaus, Vierungsturm und 4 Ecktürmen, Kapellen- und Sakristeianbauten, gotisches Südportal zwischen 1290 und 1320, bedeutende Ausstattung des 12. - 18. Jh.
3-schiffige, im Wesentlichen romanische Basilika, kleinste und älteste erhaltene romanische Wormser Kirche mit karolingischen Bauteilen, mehrmals zerstört, zuletzt 1952/53 wieder hergestellt, Taufstein um 1500, Wappengrabsteine des 15. - 17. Jh., Andachtsbild von Antoni Tapies
Unter dem Motto "Eine schön-schaurige Erinnerung, der Napoleon-Stein und das Denkmal für die Kriegsteilnehmer von 1870/71" führt Dr. Jörg Koch durch den Park mit Erläuterungen zu den Denkmalen des 19. Jh.
Wormser und Wormserinnen haben sich im Zusammenhang mit dem projektierten Antrag der SchUM-Städte auf Unseco-Weltkulturerbe mit ausgewählten Grabsteinen auf dem "Heiligen Sand" vom Mittelalter bis zum 19. Jh. beschäftigt und erzählen darüber.
Spätgotischer Saalbau von 1572 mit Schildgiebel und Dachreiter.
Beschreibung erbaut 1596/97 im spätgotischen Stil, gotischer, kreuzgewölbter Chor mit Maßwerkfenstern und barocker Ausmalung, reiche Triumphbogenmalerei, flachgedeckter Saalbau, Umbau 1852/53, im Original erhaltene Sauer-Orgel, Fenster mit Glasmalerei aus der Werkstatt Linnemann, Frankfurt
Schloss und Garten im frühen 19. Jh. errichtet durch Wolfgang Heribert (1750-1806), einbezogen in den klassizistischen Kubus wurden ein mittelalterlicher Rundturm (seit 1821 Bibliothek) und umfangreiche barocke Bausubstanz, im Innern streng klassizistisches Treppenhaus, hochwertige Ausstattung ist über die Grenzen von Rheinland-Pfalz bekannt, z. B. die beiden farbigen franz. Papiertapeten mit Darstellungen von Paris und einer idyllischen Landschaft am Bosporus und das pompejanische Zimmer, der kostbare Parkettfußboden im Blauen Saal wurde aus verschiedenen exotischen Hölzern geschaffen.
nördlich an das Schloss anschließender franz. Barockgarten, 1792 von Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell zu einem der bedeutendsten engl. Landschaftsgärten in Rheinland-Pfalz umgestaltet, nach der Beschädigung des Schlosses im Zuge der franz. Revolution wurden die Gebäude im frühen 19. Jh. wiederhergestellt, auch der Garten wurde unter der Leitung von Johann Michael Zeyher verändert, wesentliche Gestaltungselemente sind die ausgedehnte Teichanlage mit Brücken, Inseln, Kanälen und der Amorgrotte, großzügige Wiesenbereiche und waldartige Baumbestände, die beiden spätgotischen Stadtmauertürme Schillerturm und Storchenturm sind mit einbezogen, Orangerie, antikisierender Bau von 1812.
Saalbau des frühen 17. Jh., Krypta mit Altarplatte und Turmuntergeschosse aus dem Gründungsbau des 11. Jh., die beiden Turmobergeschosse um 1200
Beschreibung 1907/08 mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes nach Plänen von Friedrich Becker erbaut, Jugendstil-Ausmalung im Chorraum von Fritz Muth, Orgel der Gebr. Linck, mit dem östl. angeschlossenen Pfarrhaus bemerkenswertes Jugendstil-Ensemble, einmalig in der Wormser Umgebung
Der "Tag des offenen Denkmals" ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich in diesem Jahr im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den "Tag des offenen Denkmals" bundesweit. Er wird immer am 2. Sonntag im September begangen. Ziel des Tages ist es, Denkmale für ein breites Publikum zu öffnen, die sonst nicht zugänglich sind. Mit dieser Idee zählt die Aktion zu den erfolgreichsten Kulturveranstaltungen in Deutschland.
Das bundesweite, laufend aktualisierte Programm ist im Internet abrufbar unter
www.tag-des-offenen-denkmals.de
Rückblick "Tag des offenen Denkmals" in Worms
2010: "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr"
2009: "Historische Orte des Genusses"
2008: "Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung"
2007: "Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten"Bei Fragen zum Programm in Worms:
Dr. Spille, Irene
Stadtarchiv der Stadt Worms
Untere Denkmalschuzbehörde
Hintere Judengasse 6
67547 Worms
...Kontakt
Bei allgemeinen Fragen zum Aktionstag bzw. zum bundesweiten Programm:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Tag des offenen Denkmals
Koblenzer Straße 75
53177 Bonn
Telefax: (02 28) 3 90 63 43
Eine Übersicht über Kulturdenkmäler in Worms finden Sie
(Alle Angaben ohne Gewähr / Änderungen vorbehalten)