19. September 2010 bis 20. Februar 2011
Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
Seit über 30 Jahren hat es keine vergleichbare Präsentation zu den Staufern mehr gegeben. Mit bedeutenden, teilweise noch nie in Deutschland gezeigten originalen Kunstwerken bilden die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim mit ihrer Ausstellung den Höhepunkt des Stauferjahres 2010. Erstmals in der deutschen Kulturgeschichte präsentieren drei Bundesländer gemeinsam eine große historische Ausstellung von internationalem Rang.
Die Ausstellung stellt die Kunst und Kultur zur Zeit der Stauferkaiser und die Vernetzungen mit Italien vor. Drei Kernregionen der staufischen Herrschaft in Europa, der Rhein-Main-Neckar-Raum, Oberitalien und das ehemalige Königreich Sizilien in Süditalien stehen dabei im Mittelpunkt. Innovationen für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, Kunst und Kultur, die von diesen drei Regionen in der Stauferzeit in gegenseitiger Beeinflussung, in Austausch- und Transferprozessen ausgingen, sind in hochrangigen originalen Kunstwerken dargestellt.
Vor etwa 850 Jahren rühmte der Geschichtsschreiber Otto von Freising in seiner Schilderung der Taten Kaiser Friedrich Barbarossas den Südwesten Deutschlands, die Region am Mittel- und Oberrhein, als »die größte Kraft des Reiches«. Kein Gebiet nördlich der Alpen eigne sich vortrefflicher für die Aufenthalte des Herrschers. Die Kaiser und Könige des 12. und 13. Jahrhunderts verweilten hier denn auch häufig und gerne.
Städte wie Worms und Speyer, Kaiserpfalzen wie Wimpfen, Gelnhausen und Ingelheim und Burganlagen wie der Trifels bei Annweiler oder die Starkenburg bei Heppenheim wurden zum Schauplatz staufischer Reichspolitik. Nur Gegenden in Ober- und Süditalien übten auf die staufischen Kaiser eine vergleichbare Anziehungskraft aus. Die florierenden, reichen Städte Norditaliens wie Mailand oder Bologna faszinierten kulturell und wirtschaftlich. Deren Beharren auf kommunaler Unabhängigkeit forderte aber zugleich die imperiale Herrschaftsauffassung der Staufer heraus und bot den Grund für dauerhafte Konflikte. Im Königreich Sizilien, seit Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Stauferreich vereint, konnte hingegen ein ganz auf den Herrscher ausgerichtetes Staatswesen errichtet werden.
Öffnungszeiten:
Informationen:
unter Telefon (06 21) 2 93 31 50 und www.staufer2010.de.
Wer 2010 die Metropolregion Rhein-Neckar bereist, wird die Zeit der Staufer und die Themen der Ausstellung an zahlreichen Korrespondenzorten wiederentdecken. Besucher, die in den Reiss-Engelhorn-Museen die hochrangigen Originale mittelalterlicher Schatzkunst bestaunt haben, können im Anschluss eine Reise zu den in unmittelbarer Nähe gelegenen historischen Stätten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen unternehmen.
Von der Burganlage auf dem Trifels im Westen bis Haßmersheim im Osten, vom Kloster Lorsch im Norden bis zur Festung Steinsberg bei Sinsheim im Süden reicht ein mittelalterlicher Kulturpfad, auf dem sich die Spuren der Staufer verfolgen lassen.
Neben den unmittelbar in der Metropolregion Rhein-Neckar gelegenen Erinnerungsstätten beteiligen sich weitere, für die staufische Geschichte bedeutende Orte an dem Korrespondenzprojekt.
Das vollständige Programm des Stauferjahres 2010 kann als Faltblatt über die Website www.staufer2010.de bestellt werden und ist bei den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim erhältlich.