wunderhören 2011

Tage alter Musik und Literatur

 
Bild und Link: neue Internetseite wunderhoeren.de

Nähere Infos gibt es unter www.wunderhoeren.de

Rückblick 2011:


Erstmals in Worms:

das neue Festival "wunderhoeren"

- vom 02. April bis 15. Mai 2011-
 

Musik und Literatur an historischen Orten

Das hochmittelalterliche Nibelungenlied beginnt mit der Ankündigung: „Uns ist in alten maeren wunders vil geseit“ und davon „muget ir nu wunder hoeren sagen.“ Verwundern wird man sich über die alten Geschichten, man wird Wunder hören, wenn sie vorgetragen werden. Der Name des neuen Festivals in Worms nimmt diesen Faden auf und spinnt ihn weiter.

Vom 02. April bis zum 15. Mai 2011 waren an historischen Orten wie dem romanischen Dom oder der gotischen Liebfrauenkirche alte Musik und Literatur von der Antike bis zur Renaissance zu hören.

Hauptsponsor 2011: BASF, Medienpartner: SWR 2 und Wormser Zeitung.

 

Zum Programm:

Bei allen Konzerten und Lesungen gab es eine Stunde zuvor eine Einführung. Für Getränke sorgten die Winzer aus Worms-Pfeddersheim, die 2011 „500 Jahre Rieslingurkunde Pfeddersheim“ feiern.

Oni Wytars: Das sechsköpfige Ensemble "Oni Wytars" präsentierte am Samstag, 02. April um 20 Uhr in der Friedrichskirche mit "Mediterraneum" ein neues Programm mediterraner Musik aus fünf Jahrhunderten. Musik aus der byzantinischen und osmanischen Epoche, italienische Instrumentalmusik des Trecento und deren Fortsetzung in der Folklore, katalanische Pilgerlieder und sephardische Romanzen und populäre Klänge aus dem heutigen arabischen, türkischen und griechischen Kulturraum begegneten sich.

Meister Eckart: Das Ensemble Cosmedin (Stephanie Haas: Gesang, Rezitation, Percussion und Christoph Haas: Langhalslauten, Psalter, Glocken, Rahmentrommeln) verknüpfte am Donnerstag, 07. April im Kreuzgang des Dominkanerklosters Antiphone aus dem vor kurzem wieder entdeckten "Erfurter Rituale", Musik aus dem "Magnus Liber Organi" (Notre Dame Paris) und eine zeitgenössische Komposition von Daniel Glaus mit Texten Meister Eckarts.

Hohes Lied: Christian Brückner, bekannt als feste Synchronstimme von Robert de Niro, las am Freitag, 15. April um 20 Uhr das Schir ha-Schirim (Lied der Lieder) aus der Zeit zwischen dem 10. und 5. Jh. v. Chr. in einer Übersetzung von Klaus Reichert. Die Kölner Mezzosopranistin Agnes Erkens hatte sich diesem Text musikalisch genähert und interpretiert die Liebeslyrik sowie hebräische Bibeltexte und Psalmen acapella. Die musikalische Lesung fand in Kooperation mit Warmaisa e.V. statt.

Fatrasien: Der in Heidelberg lebende Lyriker und Essayist Ralph Dutli hat in einem bei der Buchmesse 2010 viel beachteten Buch surrealistisch anmutende poetische Kurztexte aus dem 13. Jahrhundert, die aus der nordfranzösischen Stadt Arras stammen, vorgelegt. Seine Lesung am Sonntag, 17. April um 18 Uhr im Chateau Schembs (Schloss Herrnsheim) wurde begleitet von den Jazzsaxofonisten Gary Fuhrmann und Lömsch Lehmann.

Oswald von Wolkenstein: Den Minnesang Oswalds von Wolkenstein interpretierte der weltbekannte Countertenor Andreas Scholl am Montag, 18. April um 20 Uhr im Dom zu Worms. In seinen Kompositionen hat Wolkenstein burgundische, französische und italienische Vorbilder aufgenommen. Sein Leben ist vor allem durch die 1996 erschienene Biografie Dieter Kühns bekannt geworden. Begleitet wurde Scholl vom Quartett „Shield of Harmony“ mit Crawford Young (Laute), Miriam Andersen (Harfe/ Gesang), Margit Übellacker (Dulcimer) und Marc Lewon (Laute/Fidel). Das Konzert fand in der Reihe „Wormser Domkonzerte“ statt, außerdem in Kooperation mit der Kasiongesellschaft Worms.

Alta capella: An Fürstenhöfen und bei städtischen Festen war im 14. und 15. Jahrhundert die „alta capella“ mit Trompeten, Schalmeien, Dudelsäcken und Percussion zu hören. Das 1993 gegründete Ensemble „Les haulz et les bas“ mit Gesine Bänfer (Schalmei, Pommer, Dudelsack), Ian Harrison (Schalmei, Dudelsäcke), David Yacus (Busine, Zugtrompete) und Michael Metzler (Timpani, Percussion) rekonstruierte die Musik dieser Zeit am Donnerstag, 28. April um 20 Uhr in der Magnuskirche in ihrer Originalbesetzung.

Musica romana: Das Ensemble „Musica Romana“ spielte am Sonntag, 01. Mai um 18 Uhr in der Andreaskirche (Städtisches Museum) auf Nachbauten antiker Instrumente überlieferte und nachempfundene Kompositionen aus römischer Zeit. Das Konzert fand in Kooperation mit dem Altertumsverein Worms statt.

Georgische Mehrstimmigkeit: Die besonderen Mehrstimmigkeitsformen in Georgien, deren Entwicklung 300 Jahre vor der europäischen begann, haben die UNESCO dazu bewogen, diese Musik in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Das Quartett des Antschis-Chati-Chors hatte sich insbesondere der alten christlichen Hymnen und Kirchenliteratur angenommen und präsentierte sein Programm am Freitag, 06. Mai um 20 Uhr in der Martinskirche.

Melanchthon: Im Mittelpunkt eines Literaturtheaters „Wortkino“ stand am Sonntag, 08. Mai um 18 Uhr in der Bergkirche (Worms-Hochheim) der Religionsvermittler, Bildungspolitiker und Universalgelehrte Philipp Melanchthon (1497-1560).

Chormusik der Renaissance: Die Johannes-Passion von Joachim van Burck (Johannes-Passion, um 1568) und Antonius Scandellus (Auferstehungs-Historie, um 1562) kamen schließlich am Sonntag, 15. Mai um 18 Uhr in St. Paul durch das Ensemble Paulinum zur Aufführung. Dem voraus ging ein Meisterkurs für Ensembleleitung mit Prof. Dr. Manfred Cordes (Weser-Renaissance).


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Infos

Ausführliche Informationen unter

www.wunderhoeren.de

Weitere Informationen sind erhältlich über die Stadtverwaltung Worms, E-Mail: volker.galle@worms.de oder telefonisch über das Sekretariat, Telefon (0 62 41) 8 53 - 10 53.


Die Stadt Worms sagt danke ...

Ein herzliches Dankeschön geht an die BASF für die freundliche Unterstützung des Projekts der Stadt Worms in den Bereichen alte Musik und kulturelle Bildung (für das Stauferjahr 2010/2011 sowie für das neue Projekt "Wunderhoeren - Tage alter Musik und Literatur" im April 2011 in Worms) !


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