Rot-weiße Herzen in aller Welt

 

 
Bild: Backfischherz zum Anstecken

Bild: kleiner Backfisch zum Anstecken

Die Backfischfest Herzchen

Ob in Bonn oder Berlin, in den USA oder Tropenhitze des westafrikanischen Togo, ob bei Bällen, Empfängen oder sonstigen Anlässen - das rot-weiße Herz mit dem goldenen Backfisch ist so populär wie die, die es tragen.
1972 tauchte das Emblem erstmals auf einem Backfischfest-Plakat auf.

1973 wurde es als Abzeichen verwirklicht. Heute darf es mit Fug und Recht den Anspruch erheben, Symbol der Freundschaft und der Herzlichkeit der Stadt zu sein.
Der Erfolg des rot-weiß gestreiften Herzens, einer Gemeinschaftsarbeit der Wormser Hilde Gems und Klaus Krier, ist geradezu umwerfend. Seit es als Anstecknadel eingeführt wurde, bis zum letzten Jahr gingen 1000 Stück dieser ideellen Kostbarkeit in andere Hände.
Erstmals zum diesjährigen Fest hat der Verkehrsverein die Auflage auf 2000 erhöht. Willi Schnee, Geschäftsführer des Vereins: "Die Herzen gehen
weg wie warme Semmeln !"

Heute kann man sagen, ist das "Herz" nicht nur Emblem des Backfischfestes. Es ist zeitlos. "Das ganze Jahr operieren wir mit dem Herzen", sagt Willi Schnee doppelsinnig. Mittlerweile kommt das Anstecken der Nadel bei einigen einer Auszeichnung nahe.
Delegationen des In- und Auslandes, Botschafter samt Gefolge trugen das "Herz" schon würdevoll durch Flure und Konferenzsäle. Ob schwarz, ob gelb, ob braun - die Hautfarbe spielt keine Rolle. Das Abzeichen schafft Gesprächsstoff, bahnt schneller Kontakte an.
Meistens wartet man seine offizielle "Verleihung" gar nicht erst ab. Man verlangt danach. Vergleichbares wie das rot-weiße Herz gibt es wenig. Ähnlich vielleicht sind der "Bonner Kußmund" und der Salzburger "Barockengel", die, ohne etwas zu sagen, viel ausdrücken. Dagegen: Sprüche gibt es genug.

Prominente aus allen Bereichen ließen sich das Wormser Herz bereitwillig verpflanzen. 1976 bei einer rheinhessischen Weinpräsentation im Berliner "Kaufhaus des Westens" war es der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Schütz, den Willi Schnee "auszeichnete". Marie Schley, die ehemalige Familienministerien, ist seit einem Besuch 1977 in Worms Trägerin des Herzens. Gustav Knuth, der Botschafter des Rheinhessenweines, bekam es am Ursprungsort der Liebfrauenmilch in Anwesenheit der Rheinhessischen Weinkönigin.
Jüngstes Beispiel: Beim Bonner Dämmerschoppen durfte es auch Staatssekretär Hanns Eberhard Schleyer, der Sohn des ermordeten Arbeitgeberpräsident, in Empfang nehmen.
Verlässt man das politische Parkett, so waren es viele aus dem Bereich der Kunst und des Sports, die sich für ein "Herz" erwärmten.

Dazu gehören Künstler wie Rolf-Hans Müller, Dunja Reiter, Olivia Molina oder der "Sechs-Sieben-Gescheite", Jürgen Graf vom Südwestfunk. Sportler sind drunter, angefangen bei Franz Beckenbauer und Sepp Maier über den Bronzemedaillen-Gewinner im Schwimmen von Montreal, Peter Nocke, die Abfahrtsläuferin Heidi Biebel bis hin zum Box-"Schönling" René Weller, einer Boxauswahl von London oder den Oppauer Turnern.
Hohe Offiziere der US-Armee haben es getragen. Eine russische Gewerkschaftsdelegation hatte es beim "Nasdarowje" am Revers. Japanische Lehrer schlenderten mit ihm durch die Stadt. Auf der internationalen Touristenbörse, die alljährlich stattfindet, macht das Backfischherz seine Runde.
Selbst in Miami in Florida entdeckte der Nürnberger Herzen-Hersteller zu seiner persönlichen Freude: Bei einer Delphin-Show trug es die Dompteuse an ihrem "Käppi". Ein Freund bei der Armee hatte es ihr als Souvenir mitgebracht.
Nur einmal konnte es nicht an die Brust gesteckt werden. Da musste es der Wormser Verkehresverein den Empfängern in die Hand drücken, als nämlich das Nationalballett von Togo in Berlin weilte: Die Damen und Herren der Tanzgruppe waren am Oberkörper frei.

Sonderbeilage der Wormser Zeitung 1979 / Hanns-Jürgen Eich
Wormser Extrapost, Kundenzeitschrift der Werbegemeinschaft Worms e.V.

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