Donnerstag, 27. Mai 2010
Dreifaltigkeitskirche - Marktplatz
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Vorverkauf: 25,00 €
Abendkasse: 27,00 €
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Loten Namling, Tibet
Loten Namling ist vieles zugleich, Sänger, Musiker, Schauspieler, Cartoonist - aber er ist vor allem eines: eine mächtige Stimme. Geboren 1963 auf der Flucht im Himalaya, wuchs Loten Namling im indischen Exil mit Abba, den Beeges und all den Songs auf, die damals um die Welt gingen. Doch was ihn zur Musik brachte, war das Lied „Ama le ho“ des sechsten Dalai Lama (1683-1706): „Weißer Kranich, leih’ mir deine Flügel. Weit will ich nicht fliegen.
Von Lithang kehre ich wieder zurück.“ Der Legende nach regierte der sechste Dalai Lama tags Tibet und nachts regierte ihn die Poesie.
Heute lebt Loten Namling in der Schweiz und hat sich auf die jahrhundertealte tibetische Gesangstradition der Nangma und Toeshey spezialisiert, weil er es für wichtig hält, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Wenn er diese alten Lieder singt, fühlt er sich in das Tibet von früher zurückversetzt.
Nangma kommt nach seinen Nachforschungen von dem Urdu-Wort Nagma, was Lieder in dieser Sprache bedeutet. Kashmirische Zuwanderer nach Lhasa brachten sie vor 500 Jahren mit.
Die andere Deutung kommt angeblich von Nang, dem Innenhof der reichen Leute in Lhasa, wo diese Lieder gesungen worden sein sollen. Toshey sind Lieder aus der Region Toe im westlichen Tibet. Auch sie brachten Zuwanderer mit nach Lhasa. Heute stellt Loten Namling überraschende Übereinstimmungen fest zwischen Elementen der Nangma und der Musik der Sufis im Senegal, wohin ihn seine Suche nach den Wurzeln des Blues geführt hat.
Mit 16 inspirierte ihn seine Mutter dazu, das Spiel mit der dreisaitigen Dranyen zu erlernen, später erhielt er Unterricht von Frau Ugen Choegen. Seit Beginn seiner Karriere als Künstler versucht er Brücken zu bauen, er lebt bewusst im Exil, er meint, er habe „vom Osten und Westen das Beste mitbekommen.“
Das Hören auf die „innere Stimme“ ist ihm wichtig, er bereitet sich einige Tage vor einem Konzert darauf vor, und reinigt als Buddhist Körper und Geist, damit eine positive Wirkung auf sein Auditorium übergreifen kann. Die Künstler sollten nicht nur an ihren Erfolg denken, sondern vor allem an das Wohl der ihrer Mitmenschen. So hofft er auch mit seiner Musik etwas zu bewirken, der größte Erfolg wäre es für ihn, wenn seine Musik in Tibet gehört werden könnte.
Es gibt mittlerweile 2 CD´s von Loten, die besonders beeindruckend die Hoffnung forttragen, dass seine Heimat Tibet wieder frei sein wird.
Subtle Voices
Ashish Sankrityayan, Indien und Skye Lofander, Dänemark
Dhrupad Sänger Ashish Sankrityayan lebt in Delhi und studierte fast zwanzig Jahre die traditionelle nordindische Hof- und Templemusikform Dhrupad mit verschiedenen Sängern der Dagar Tradition. Basierend auf den Studien mit zahlreichen traditionellen Sängern des Dagar Vani und Forschungen zum Dhrupad hat er seine eigene umfassende und vielseitige Interpretation des Dagar Stils entwickelt, der die Einflüsse von vielen Meistern, mit denen er studiert und die er gehört hat, verbindet.
Ashish Sankrityayan begann seine musikalische Ausbildung in jungen Jahren. Als Kind lernte er zunächst Sitar und später Gesang. Während er Mathematik und Physik an der Universität von Bombay studierte, inspirierte ihn eine von den älteren Dagar Brüder gesungene Aufnahme des Ragas Darbari mit dem Studium des Dhrupad zu beginnen. Fasziniert von der Tiefe und Erhabenheit ihrer Stimmen und dem getragenen, majestätischen und meditativen Stil ihres Gesangs begann er seine Suche nach einem Lehrer, der ihn in diese alte Kunst einführen konnte. In den folgenden zwanzig Jahren lernte er Dhrupad in der traditionellen Form von zahlreichen Lehrern, während er auf Reisen in vielen Orten Indiens lebte und seine ganze Aufmerksamkeit der Suche und dem Studium verschiedener Quellen dieser historischen Kunst widmete.
2003 erhielt Ashish Sankrityayan für seine Forschung auf dem Gebiet des Dhrupad das National Junior Culture Forschungsstipendium der Sangeet Natak Akademi und des indischen Kulturministeriums.
Nach einer sehr langen Studienzeit begann Ashish Sankrityayan im Jahr 2000 seine Konzertkarriere. Seitdem hat er über 300 Dhrupad-Konzerte in Indien und Europa gegeben.
Ashish Sankrityayan hatte die besondere Möglichkeit für die Maharana of Mewar Stiftung in Udaipur an der Restauration und Archivierung der stiftungseignen Aufnahmensammlung der älteren Dagar Brüder mitzuarbeiten. Das Studium dieser Archivaufnahmen war für ihn als Dhrupad Sänger eine prägende Erfahrung.
Mit seinem intensiven Interesse an den theoretischen und musikwissenschaftlichen Grundlagen des Dhrupad hat Ashish an akademischen Institutionen wie der Freien Universität Berlin, der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, der Universität von Kopenhagen, der Anton Bruckner Universität Linz und der Universität Hildesheim Dhrupad unterrichtet und in Performance-Vorträgen vorgestellt. Zusammen mit dem Obertonsänger Skye Lofvander bildet er das Ensemble Subtle Voices.
Aswatuna Globel Voices, Jordanien
Während des ersten arabischen Chorfestivals 2008 Aswatuna wurde der Chor Aswatuna Global Voices gegründet. Der Chor ist eng verbunden mit Dozan wa Awtar, gegründet von Schireen Abu Khader, die sich dem weiten Feld der arabischen Chormusik widmet. Mittels einzigartiger Aufführungen, Kursen, Kompositionen, Aufnahmen, Veröffentlichungen und Theater Produktionen in Zusammenarbeit mit professionellen regionalen und internationalen Künstlern wie talentierten Nachwuchsmusikern stellen sie die arabische Chormusik einer breitern Öffentlichkeit vor. Der Schwerpunkt der Arbeit von Aswatuna Global Voices liegt einerseits in der Förderung neuer Musik und andererseits in der Pflege der reichen traditionellen arabischen Musik.
Shireen Abu Kahder
Shireen Abu Khader studierte Dirigieren am Konservatorium des Oberlin College und spezialisierte sich an der Universität Kalifornien auf Chormusik. Nach ihrem Umzug auf die West Bank lehrt sie Musik in Ramallah und Jerusalem. Sie war beim Bethlehem Projekt 2000 Koordinatorin für Chormusik.
Darüber hinaus arbeitet sie auch mit Orchestern zusammen. So dirigierte sie Schumanns 4. Sinfonie in Vidin/Bulgarien und arbeitete beim Aspen Music Festival mit David Zinman zusammen. Im April 2004 leitete sie die erste Aufführung von Mozarts Requiem in Jordanien. Ihr Hauptaugenmerk gilt der Komposition und Veröffentlichung neuer arabischer Chormusik, sowie dem Schreiben von Arrangements traditioneller Musik des arabischen Raumes. Hierzu gründete sie Dozan wa Awtar, wo sie u. a. ein Friedenskonzert für Palestina leitete, indem hundert Sängerinnen und Sänger unterschiedlicher Religionen zusammen musizierten. Seit 2008 steht sie der Kunst- und Musikabteilung der königlichen Akademie von Jordanien vor.
André de Quadros
André de Quadros studierte Violine, dirigieren und Musikerziehung in Indien, Australien und Österreich. Er ist Professor für Musikerziehung an der Bostoner Universität, wo er eng mit denen angeschlossenen Zentren für afrikanische und asiatische Studien sowie dem Institut zur Erforschung der muslimischen Gesellschaft zusammenarbeitet. Er ist Herausgeber mehrer Reihen von Werksammlungen für Chöre: Cantemus, Musik von Asien und dem Pazifik und Salamu Aleikum, eine Serie arabischer Vokalmusik. Darüber hinaus ist gibt er die Carmina Mundi Reihe, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Chorföderation, im Carus-Verlag heraus, in der traditionelle Musik für Chöre aus den verschiedenen Regionen der Erde vorgestellt werden. Ziel ist es, den musikalischen Reichtum dieser Erde zu zeigen und zum gemeinsamen Singen über Grenzen hinweg zu animieren.
Er ist Leiter des Manado State Universitätschor, künstlerischer Leiter des internationalen Chorwettbewerbs Tomohon sowie in gleicher Funktion von Aswatuna, dem arabischen Chorfestival. Als Dirigent, Sprecher und Dozent für Chormusik war er bisher in mehr als dreißig Ländern aktiv.
Cordana - Jugendchor, Indonesien
Aida Swenson gründete 1992 den Indonesischen Kinder- und Jugendchor Cordana, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde und den sie bis heute leitet. Ziel der Arbeit Swensons ist es, indonesische Kinder- und Jugendliche an das Singen heranzuführen und ihnen eine musikalische Erziehung zu ermöglichen, die ihnen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage normalerweise nicht möglich wäre. Der aus muslimischen, hinduistischen und christlichen Sängern bestehende Chor ist ein lebendiges Beispiel für das friedliche Zusammenwirken der Religionen.
Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von klassischer bis zeitgenössischer Musik. Darüber hinaus führen sie traditionelle indonesische Musik auf und kombinieren diese mit Tänzen aus ihrer Heimat. Der Chor war bereits in Deutschland, Dänemark, Polen, Japan, den Philippinen, Singapur und den USA auf Tournee. Dort gastierten sie auf Einladung der US-Regierung und USINDO, einer Nichtregierungsorganisation, die für die vielfältige Kultur Indonesiens wirbt. Als Repräsentant Indonesiens traten sie beim ASEAN Children’s Choir Festival in Malina auf und gaben dort u. a. auch ein Konzert zusammen mit den Wiener Sängerknaben. Sie waren eingeladen zum World Children Choir in Vancouver und zur ACDA Convention 2005 und 2007. Mehrmals gastierten sie beim Weltchorsymposium, zuletzt 2008 in Kopenhagen.
Aida Swenson
Aida Swenson studierte am Westminster Choir College der Princeton University/USA Kirchenmusik und Chorleitung bei Joseph Flummerfelt, Robert Shaw and Frauke Hausmann. Als Chorsängerin im Westminster Choir sang sie unter Lorin Maazel, Zubin Mehta, Pierre Boulez, Leonard Bernstein und Robert Shaw. Sie gibt Meisterkurse und Seminare für Chorleiter in Indonesien und in aller Welt, z.B. für das World Children Choir Symposium in Vancouver, oder das IFCM-Asia Pacific Choral Symposium in Singapur.
Aida Swenson ist Vorsitzende der Stiftung für die Entwicklung der Chormusik in Indonesien, Mitglied des Beratungskomitees am Indonesischen Institut für Kirchenmusik und geschäftsführende Direktorin des Nusantara Sinfonieorchesters. Darüber hinaus ist sie eine gefragte Jurorin bei Wettbewerben u. a. der Chor-Olympiade und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
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