Wertvolles Geschenk für das Jüdische Museum – Gemälde von Bertha Strauß aus England erhalten
Dieser Tage ging im Raschi-Haus ein schweres hölzernes Paket mit wertvoller und nicht gerade alltäglicher Fracht ein. Per E-Mail hatte Mr. Clive Layton aus Großbritannien vor einiger Zeit angeboten, ein Gemälde von Bertha Strauss aus dem Jahre 1924, das den Judenfriedhof mit Blick auf den Dom zeigt, dem Jüdischen Museum zu schenken, wenn es daran Interesse hätte.
Die Geschichte des Kunstwerks ist mit einer seiner aus Worms stammenden jüdischen Familie verbunden. Die Mutter des Schenkgebers, der das wertvolle Stück auf seine Kosten nach Worms verbringen ließ, war die 1913 in Worms geborene und 2009 verstorbene Johanna (Hansi) Sinsheimer. Sie konnte mit ihrem aus Offenbach stammenden Ehemann 1937 nach England emigrieren. Das Gemälde der bekannten Wormser jüdischen Malerin Bertha Strauß (1872-1929), über deren Wirken das Museum 2007 eine Ausstellung mit Katalog organisiert hatte, gehörte Hansis Mutter Gisela, Frau des angesehenen und bekannten Wormser Kaufmanns Berthold Sinsheimer (1880-1953) und hing in deren Wohnung in der Wasserturmstraße.
Das Jüdische Museum dankt dem großherzigen Schenkgeber sehr herzlich und präsentiert den neuen "Buberblick" über den Heiligen Sand in Kürze der Öffentlichkeit im Raschi-Haus. Einmal mehr erweist sich somit das Museum als Ort des lebendigen Erinnerns und Austausches zwischen den aus Worms vertriebenen jüdischen Bürgern und ihren Nachfahren sowie der heutigen Stadt Worms, die sich des Schicksals der jüdischen Familien bewusst ist und ihr Andenken in Ehren hält.
Text: Dr. Gerold Bönnen
Stadtarchiv / Jüdisches Museum Worms
Worms, im Oktober 2011
Jüdisches Museum im Raschi-Haus Worms
Hintere Judengasse 6
67547 Worms
Jüdisches Museum im Raschi-Haus Worms
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67547 Worms
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