Leitbild der Nibelungen-Festspiele Worms

Das Leitbild beinhaltet neben einer Einleitung (Präambel) sieben Grundsätze sowie die künstlerischen Ziele bis 2011.

 
Bild: Logo Nibelungen-Festspiele 2008

Präambel

Die Nibelungen-Festspiele wurden im Jahre 2002 mit der Vorstellung eröffnet, eines der bedeutendsten Werke mittelhochdeutscher Epik einem breiteren Publikum wieder ins Bewusstsein zu rücken und gleichzeitig den Schauplatz der Sage, den Königssitz der Burgunder, bekannter zu machen: die heutige Stadt Worms, die im hohen Mittelalter ein wichtiges Zentrum für geistiges, kulturelles und politisches Wirken in Europa war.

Das folgende Leitbild beschreibt, welche grundsätzlichen Festlegungen in Bezug auf den Spielort, den Spielstoff und die Spielqualität gelten sollen und welche Möglichkeiten der Entwicklung für die Nibelungen-Festspiele genutzt werden sollen. Dabei werden auch andere Schätze der Erinnerung, die mit der Stadtgeschichte verknüpft sind, ins Auge gefasst. Das Heben dieser Schätze stärkt und entwickelt die Identität der Stadt und das Selbstverständnis ihrer Bürger/innen.

Die Stadt Worms bekennt sich zu der mit den Festspielen verbundenen finanziellen Investition in die künstlerische Qualität der Inszenierungen und in die einzigartige Atmosphäre des Festspielortes als wesentliche Grundlagen des Erfolges bei Publikum und Medien. Fortlaufende Besucherbefragungen und Marktanalysen belegen die damit bewirkten Wertschöpfungsketten zugunsten von Handel, Dienstleistungsangeboten, Hotel- und Gaststättengewerbe und Tourismus sowie den Erfolg des Stadtmarketings. Das Land Rheinland-Pfalz, die Metropolregion Rhein-Neckar und die lokale Wirtschaft haben den damit verbundenen Nutzen für den Wirtschaftsstandort erkannt und unterstützen die Festspiele durch eine wirksame Förderung.


Grundsätze

1.

Das hochmittelalterliche Nibelungenlied und seine Rezeption haben Worms im Bewusstsein der Öffentlichkeit zum zentralen Ort der Nibelungenüberlieferung werden lassen. Unter den Kulturprofilen der Stadt Worms (Nibelungen, Jüdisches Worms, Luther, Dom und Wein) nehmen die Nibelungen daher ein Alleinstellungsmerkmal ein. Die Nibelungen-Festspiele übernehmen im Rahmen des städtischen Leitbilds Leuchtturmfunktion. Das gilt unter den Gesichtspunkten der Kulturpolitik, der Stadtentwicklung, des Tourismus und des Stadtmarketings. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer überregionalen Reichweite, vor allem im deutschsprachigen Raum, und es begründen sich Investitionen in Kulturförderung und Eventmarketing.

2.

Die Nibelungenfestspiele übernehmen eine Leuchtturmfunktion nicht nur für die Stadt Worms, sondern auch für das Land Rheinland-Pfalz und die Metropolregion Rhein- Neckar.

3.

Die Nachhaltigkeit des Festspielprojekts wird durch die Einbindung in regionale Fördernetzwerke und durch die Entwicklung institutionalisierter städtischer Kompetenz im Kultur- und Veranstaltungsbereich gewährleistet.

4.

Der Nibelungenstoff ist Namensgeber und Schwerpunkt des jährlichen Festspielprogramms. Die durch ihn gegebenen Themen werden durch Bearbeitungen weiterentwickelt. Verwandte Stoffe der Weltliteratur und Stoffe aus anderen Wormser Kulturprofilen sowie aus der Stadtgeschichte können dies ergänzen. Kennzeichen des Festspielprogramms sind die Schauspiel-Inszenierung und die open-air-Bühne am Dom. Andere Genres und in-door-Inszenierungen des Nibelungenstoffes sind im Einzelfall möglich.

5.

Das Kulturprogramm bettet die Nibelungen-Festspiele in das lokale und regionale Kulturleben ein, öffnet Tore in die überregionale Kultur und gibt die Möglichkeit zu Innovation und Zielgruppenangeboten. Ein fester Bestandteil des Kulturprogramms sind Kinder- und Jugendprojekte.

6.

Geschäftsführung und Intendanz bemühen sich um eine kontinuierliche Senkung des städtischen Zuschussbedarfs durch Steigerung der Einnahmen und eine kostenbewusste Planung.

7.

Im Rahmen der Intendantenverträge werden mittelfristige Planungen vereinbart.


Mittelfristige Planung

Die Nibelungen-Festspiele Worms verfolgen bis 2011 folgende künstlerischen Ziele:

a)

Weiterführung des Nibelungen-Themas durch neue Bearbeitungen (mittels Autorenwettbewerb und mit weiteren Auftragswerken) und Formate (Komödie, Musical, Kammerspiel), z. T. auch an anderen Aufführungsorten

b)

Ausweitung des Spielplans unter Einbeziehung neuer Themen, die aber immer mit Worms und seiner Geschichte verknüpft sind, also z. B.: Judentum in Deutschland; Reformation bzw. Martin Luther

c)

Allmähliches Erschließen eines internationalen Publikums durch Einbeziehung von Musiktheater (Musical, Tanz), Gastspielen internationaler Produktionen des Nibelungen-Stoffes in Worms sowie Co-Produktionen mit anderen Ländern


Das komplette Leitbild (mit Erläuterungen zu den Punkte a, b und c) können Sie ...hier als PDF-Dokument herunterladen.


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