Kriminalstück von Friedrich Dürrenmatt

Montag, 19. April 2010

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr

Vorverkauf: 14 €
Abendkasse: 16 €

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Bild: Manfred Greve

Manfred Greve

Bild: Ulrich von Bock

Ulrich von Bock

FRIEDRICH DÜRRENMATTDER VERDACHT

KRIMINALSTÜCK NACH DER NOVELLE „DER VERDACHT“

Kommissar Bärlach, am Ende seiner Polizeikarriere angekommen und an Krebs leidend, erholt sich im Krankenhaus von einer Operation. Dort wird er Zeuge, wie sein Freund und Arzt Samuel Hungertobel beim Anblick eines Fotos im Magazin Life erbleicht und irritiert scheint. Der Abgebildete soll der deutsche Arzt Nehle sein, der in Konzentrationslagern grausame Operationen an Häftlingen vorgenommen hat, ohne sie zu narkotisieren, und sich 1945 umgebracht hat. Hungertobel erkennt eine große Ähnlichkeit mitseinem Studienkollegen Emmenberger, der während des Krieges in Chile war.Bärlach schöpft Verdacht, dass Nehle und Emmenberger die Rollen getauscht haben könnten. Er prüft Interpol-Dokumente und Veröffentlichungen von Nehle/Emmenberger und befragt den Juden Gulliver, der das Konzentrationslager überlebt hat und nach dem Krieg auf eigene Faust im Untergrund Naziverbrecher jagt. Am wahrscheinlichsten erscheint Bärlach, dass Emmenberger unter Nehles Namen die Verbrechen im Konzentrationslager begangen hat und nun unbehelligt die Privatklinik Sonnenstein bei Zürich führt.Diesen Verdacht lässt er von dem Journalisten Fortschig in dessen Zeitschrift „Apfelschuss“ veröffentlichen und begibt sich selbst unter falschem Namen als Patient in Emmenbergers Klinik in der Hoffnung, der psychisch unter Druck gesetzte Emmenberger möge sich selbst verraten. Emmenberger ist auch wirklich der Täter, doch Bärlachs Plan geht nicht auf, denn schnell verliert Bärlach jegliche Kontrolle über die Situation. Emmenberger ist völlig skrupellos und wird von absolut ergebenen Mitarbeitern unterstützt. Er hat bereits Fortschig töten lassen und plant, nun auch Bärlach mit einer seiner berühmten Operationen zu beseitigen, doch Gulliver greift ein und tötet Emmenberger.Dürrenmatt gelingt es, mit dem krebskranken Berner Kommissar Bärlach eine Detektivfigur von alttestamentarischer Wucht zu schaffen und diese zugleich ironisch in Frage zu stellen. Der vomDetektivroman implizierte Zusammenhang von Moral und Logik wird ad absurdum geführt; zugleich eröffnen Dürrenmatts Stücke stets philosophische Perspektiven auf das Verhältnis von Recht und Moral,auf die Ursache des Bösen und auf die Möglichkeiten von Erkenntnis.


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