Vom Brunnen zum Denkmal

Wussten Sie, dass das "Lederarbeiter-Denkmal", das heute im Nachguss im ehemaligen Stadtgraben steht, im Original Teil eines Brunnens war, dem Gerberbrunnen? Der Wormser Maler Friedrich Laubmeister hatte ihn einst gemalt, der Brunnen stand in der Anlage Andreasstraße (heute: Willy-Brandt-Ring).

 
Bild: Gerberbrunnen, gemalt von Friedrich Laubmeister

Der Lederarbeiter war bis vor dem 2. Weltkrieg Teil eines Brunnens, der in der Anlage am Andreasstift (Museum der Stadt, heute Willy-Brandt-Ring) stand. Der Künstler Friedrich Laubmeister malte es

Bild: Friedrich Laubmeister, Wormser Künstler

Friedrich Laubmeister

Bild: Friedrich Laubmeister, Wormser Künstler

Der Künstler beim Zeichnen im Freien

Bild: der Gerberbrunnen im Juni 1938

Der Gerberbrunnen im Juni 1938

Der Gerberbrunnen in Worms

(Ein Beitrag von Elke Schilling-Laubmeister, Tochter des Malers Friedrich Laubmeister)

Das 1994 eingeweihte "Lederarbeiter-Denkmal" sah im Original bis vor dem 2. Weltkrieg so aus, wie es mein Vater, der Maler u. Kunstmaler Friedrich Laubmeister malte. Dieses Bild (siehe links) wurde anlässlich einer Kunstausstellung unter dem Patronat von Herrn Dr. Illert durch den Photobetrieb Curt Füller fotografiert.

Mir, seiner Tochter, ist dieses Bild nur unter dem Begriff "Gerberbrunnen" bekannt. Die Figur Karl Stein's zierte damals diesen Brunnen.

Hier noch eine kurze Ausführung zu dem Künstler Friedrich Laubmeister (1910 - 1944):

Die meisten Oelgemälde, Aquarelle, Tusche- und Kohlezeichnungen waren auch in der Kunsthandlung Georg Steuer zu bewundern. Hierbei handelte es sich nicht nur um Gebäude- u. Landschaftsbilder, sondern auch um Portraitzeichnungen.

Die Karriere meines Vaters Friedrich Laubmeister wurde jäh unterbrochen, als er im zweiten Weltkrieg 1944 mit 34 Jahren in Frankreich fiel. Nicht mehr heimgekehrt, geriet er in der Oeffentlichkeit recht bald in Vergessenheit.

Noch im Jahre 1939 stand ein Artikel über ihn mit der Überschrift "Ein Talent bricht sich Bahn" in der Wormser Zeitung und darunter eine Pinselzeichnung "Blick auf die Nibelungenschule". Auch das Schreiben von Ludwig Cornelius Freiherr Heyl vom 04. Januar 1938 spricht davon, dass sich Friedrich Laubmeister mit Recht Künstler nennen darf.

Am 04. März 1910 wurde mein Vater in Worms geboren und wäre 2010 100 Jahre alt geworden.

 

Linktipp:

http://www.friedrich-laubmeister.ch/

 


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