Ausbau des Rheintorplatzes

Der Rheintorplatz mit einer Verkehrsbelastung von ca. 20.000 Fahrzeugen pro Tag gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Worms. Dort trifft die aus Hessen über die Rheinbrücke kommende B 47 auf den Wormser Innenstadtring.

Die vor dem Ausbau vorhandene Verkehrsführung musste geändert werden, um einen für die Zukunft leistungsfähigen Knotenpunkt zu erhalten.

 
Bild: Rheintorplatz Bild 1

Beleuchteter Abgang zur Woogbrücke

Bild: Rheintorplatz Bild 2

Platzgestaltung mit Bäumen

Bild: Rheintorplatz Bild 3

Eine Kiesfläche deutet das ehemalige Flussbett an

Bild: Rheintorplatz Bild 4

Umbauung aus Cortenstahl mit Vitrinen

Bauarbeiten fördern historische Brücke zutage

Neben dieser Aufgabe sollte der Platz als Eingang zur Wormser Innenstadt auch städtebaulich ansprechend gestaltet werden. Es war Ziel, die Attraktivität der Hauptverbindungsachse zwischen Wormser Innenstadt und Rheinpromenade zu erhöhen.

Die Planung für den neuen Rheintorplatz sah eine ampelgeregelte T-Einmündung vor. Der Landesbetrieb Mobiliät (LBM) Worms fertigte dafür eine ausführungsreife Planung, bei der auch der Fußgänger- und Radfahrerverkehr entsprechend beachtet wurde.

Der Ausbau des Knotenpunktes lag sowohl aus technischer als auch aus zeitlicher Sicht im Plan, bis am 27. April 2009 bei Arbeiten ein gemauerter Kanal aus dem Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Wenige Tage später stießen die Bagger auf massive Sandsteinquader.

Erkundigungen bei der Denkmalpflege ergaben, dass die Lage des Rheintorplatzes stadthistorisch von großer Bedeutung ist. An dieser Stelle soll früher eine Bastion gestanden haben.

Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege legten nun in mühevoller Arbeit die Brücke über den ehemaligen Woog und Teile der Bastion frei und dokumentierten dies.

Der Fund der Woogbrücke brachte zunächst alle Arbeiten zum erliegen und hatte massive Umplanungen zur Folge.

Es wurde beschlossen, dass die Woogbrücke nicht nur zu erhalten sei, sondern auch sichtbar bleiben und für Touristen erlebbar werden soll.

Der Kreuzungsbereich wurde komplett umgeplant, um die Fundgrube wurde eine großzügige Verkehrsinsel gebaut. Es wurde eine Lösung gesucht und gefunden, bei der alle relevanten Verkehrsbeziehungen aufrecht erhalten werden konnten und die Woogbrücke ungestört an ihrem Fundort erhalten bleiben und präsentiert werden konnte.

Die Baugrube um die Woogbrücke wurde gesichert. Um den Fund vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde über die historische Brücke eine Stahlbetonbrücke gebaut. Eine Umbauung aus Cortenstahl mit zahlreichen Vitrinen sowie einer ansprechenden Beleuchtung sorgen dafür, dass die Woogbrücke in das richtige Licht gesetzt wird und die Fußgänger sie direkt aus Sicht des ehemaligen Flussbettes besichtigen können.


Lesen Sie hier mehr über den Fund der Woogbrücke


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