Hier erfahren Sie mehr über die Aktivitäten der Migrations- und Integrationsbeauftragten der Stadt Worms
Elisabeth Gransche
Diplom-Soziologin
Zimmer: 126
E-Mail Kontaktformular
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 71 01
Telefax: (0 62 41) 8 53 - 70 99
Ass. jur. Sabine Müller
Juristin
Zimmer: 126
E-Mail Kontaktformular
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 71 02
Telefax: (0 62 41) 8 53 - 70 99
In der russischen Tradition wird Weihnachten am 7. Januar, der im Julianischen Kalender dem 25. Dezember entspricht, gefeiert. Väterchen Frost bringt zusammen mit seiner Enkelin, dem Schneemädchen, die Weihnachtsgeschenke.
Der Kultur-, Bildungs- und Sportverein Worms e.V. hat mit den originellen Tanz- und Schauspieldarbietungen anlässlich der Weihnachts- und Silvesterfeier am Samstag, 7. Januar 2012 im Leiselheimer Saalbau erneut unter Beweis gestellt, wie sehr sich der ehemals russisch-deutsche Kulturverein sowohl in Tanzsport und Choreografie als auch in der russischen Brauchtumspflege engagiert.
Die Migrations- und Integrationsbeauftragte der Stadt, Elisabeth Gransche, würdigte in ihrer Begrüßung dieses Engagement und freute sich besonders über die Präsentation der Aufführung in deutscher Sprache, was die Kinder und Jugendlichen des Vereins mühelos leisteten. Elisabeth Gransche sieht darin einen entscheidenden Schritt in Richtung Integration, eine Öffnung des Vereins gegenüber Einheimischen und einen Beitrag zum interkulturellen Austausch.
Auch von städtischer Seite wurde der interkulturelle Austausch dahingehend aufgegriffen, dass Beigeordneter Hans-Joachim Kosubek eine Begrüßungsrede in Russisch hielt, die großen Beifall erntete. Für das nächste Jahr bleibt dem Verein zu wünschen, dass noch mehr Einheimische an dieser mit viel Kreativität und Enthusiasmus dargebotenen Veranstaltung teilnehmen.
Den Vereinsverantwortlichen, Waldemar Scherer und Michael Krjukov, ist die Öffnung des Vereins auch für interessierte Wormser Mitbürgerinnen und Mitbürger ein großes Anliegen. In Anerkennung der Integrationsleistung wurde der Ausbau der neuen Vereinsräume in der Bahnhofstraße 24 von Oberbürgermeister Michael Kissel finanziell unterstützt.
Seit 2006 wird in Worms das Landesprogramm „Zukunftschancen Kinder - Bildung von Anfang an“ mit der Sprachförderung in Wormser Kindertagesstätten umgesetzt. Mittlerweile werden 55 Kurse in 32 Kindertagesstätten angeboten. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt bei 90%. 25 Sprachförderkräfte, die allesamt an mehreren Qualifizierungslehrgängen teilgenommen haben, bieten den Kindern in den Sprachförderkursen eine Möglichkeit, den Spracherwerb zu beschleunigen, damit der bevorstehende Start in die Schule auch wirklich gelingt. Um für den Unterricht gerüstet zu sein, sind fortlaufende Weiterbildungen für die Sprachförderkräfte unumgänglich. Das Gesamtangebot der Sprachförderkurse wird in Worms durch Claudia Ernst-Offermann, Koordinierungsstelle Sprachförderung der Arbeitsförderbetrieb gGmbH, betreut, die im Auftrag der Abteilung Kindertagesstätten des Bereichs Soziales, Jugend und Wohnen der Stadt Worms aktiv wird.
Dank der Unterstützung von Sabine Müller und Elisabeth Gransche, den Beauftragten für Migration und Integration der Stadt Worms, konnte eine qualifizierte Dozentin für eine Fortbildung mit dem Thema „interkulturelle Kompetenzen“ gefunden werden. Die Wormser Sprachförderkräfte wurden an zwei Abenden durch die Kulturanthropologin und Islamwissenschaftlerin Alexandra von Bose zu diesem Thema informiert. Kurzweilig stellte von Bose die verschiedenen kulturellen Standards und Kommunikationsformen vor. Immer wieder wurden Brücken zum Arbeitsalltag der Sprachförderkräfte geschlagen und Lösungen für Konfliktformen erörtert. Am Ende stimmten die Teilnehmerinnen überein, dass diese Informationsgespräche im nächsten Jahr weitergeführt werden sollten.
Im rheinland-pfälzischen Integrationskonzept ist als ein Kernziel der Arbeitsmarktpolitik des Landes die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund aufgeführt. Angesichts der demografischen Entwicklung und dem drohenden Fachkräftemangel ist es wichtig, durch transparente Information und Beratung den Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die eine duale Ausbildung aufnehmen und erfolgreich abschließen, zu erhöhen.
Zur Realisierung des Landesintegrationskonzeptes wurde von der Arbeitsgruppe „Berufliche Ausbildung und Arbeitsmarkt“ die Zielvereinbarung „Transparenz schaffen, Transfer guter Beispiele und Lücken identifizieren“ erarbeitet. Zentraler Bestandteil dieser Zielvereinbarung, die von Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Verbänden, Bildungsarbeit, Wissenschaft und Politik unterzeichnet wurde, ist die Durchführung und Dokumentation arbeitsmarktpolitischer Fachkonferenzen.
„Mit dieser regionalen Veranstaltung in Worms möchten wir einen Beitrag zur Umsetzung dieser Zielvereinbarung leisten“, machte Oberbürgermeister Michael Kissel bei der Veranstaltung am Mittwoch, 07. Dezember 2011, im „Wormser“ deutlich. Die Stadt betreibe seit Jahren eine aktive Integrationspolitik. Als Beispiele nannte er den Beirat für Migration und Integration – früher Ausländerbeirat – der sich für die Belange der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund einsetzt, sowie die beiden Migrations- und Integrationsbeauftragten Sabine Müller und Elisabeth Gransche. Der demografische Wandel forciere den globalen Wettbewerb um Fachkräfte, weshalb man auf interkulturelle Kompetenzen angewiesen sei.
„Worms geht bei der Integration einen vorbildlichen Weg, auch mit dieser Veranstaltung“, lobte Doris Bartelmes, Abteilungsleiterin der Abteilung Arbeit im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie. Künftig seien Jugendliche mit Migrationshintergrund die stärkere Gruppe unter den jungen Menschen.
Die Integrationsbeauftragte Sabine Müller ergänzte: „Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft sind in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Teil der deutschen Wirtschaft geworden- auch hier in Worms, wie erfolgreiche Unternehmer wie Ismet Koyun von Kobil Systems und Murat Basaran von ISO Basaran zeigen.“
Unternehmer ausländischer Herkunft haben eine besondere Vorbildfunktion für die jeweilige Migrantengruppe. Diese Vorbildfunktion gilt es zu nutzen, um gezielt Jugendliche und ihre Familien für die Teilnahme an der Berufsausbildung zu gewinnen, um so der mangelnden Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher wirkungsvoll zu begegnen.
Das „Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI) unterstützt bereits seit 2007 im Raum Ludwigshafen und seit 2010 in der Region Rheinhessen und Worms Migrantenbetriebe bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze. INBI und die Stadt Worms sind seit einiger Zeit offizielle Kooperationspartner im Kontext Migration-Integration.
Die Beauftragten für Migration und Integration der Stadt Worms Elisabeth Gransche und Sabine Müller hatten anlässlich des 50. Jahrestages des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens mit einem interkulturell besetzten Interessiertenteam eine Jubiläumswoche zusammengestellt. Vom 20. bis 26. November 2011 gab es in Worms eine Veranstaltungsreihe, die sich mit den türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten befasste. Das Programm umfasste drei Filmvorführungen, ein Theaterstück, eine Lesung mit Rahmenprogramm, eine Performance mit Jugendlichen, ein Erzählcafé und eine Ausstellung mit Dokumentationen und Karikaturen. Parallel erschien eine Broschüre im Wormsverlag, die mit Zeitzeugenberichten und einem geschichtlichen Abriss die Thematik aufgriff. Oberbürgermeister Michael Kissel begrüßte diese Veranstaltungswoche und betonte, dass die Stadt Worms auf einem guten Weg sei, „eine Anerkennungs- und Willkommenskultur gegenüber ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln zu schaffen, die der Vielfalt eine Chance gibt.“ Dafür war diese mit interkulturellen Ereignissen prall gefüllte Jubiläumswoche ein gutes Beispiel.
Die Ausstellung im Rathaus mit Karikaturen von Hüseyin Kaya und Dokumentationen von Zeitzeugen wurde in Anwesenheit des türkischen Generalkonsuls Aslan Alper Yüksel aus Mainz von Oberbürgermeister Kissel mit einer Rede eröffnet, die bei den zahlreichen Anwesenden mit türkischem Migrationshintergrund Zustimmung fand. Der Oberbürgermeister bedankte sich bei den Gastarbeitern der ersten Stunde für deren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands.
„Erziehung ist meist Frauensache, Erziehende sind immer auch Erzogene, Erziehungsmuster werden innerfamiliär und innerkulturell weitergegeben“ führte Elisabeth Gransche in ihrer Einleitung zum Thema aus.
„Der geschlechtsspezifische Aspekt wird im Migrantenkontext noch zusätzlich verstärkt, und betrifft Migrantinnen ganz besonders“ erläutert Jasmine Olbort die Prioritäten der Gleichstellungsstelle in ihrer Begrüßung. Die Diplompädagogin und Kinder- und Jugendlichentherapeutin Dr. Stefanie Kirchhart vom Mainzer MädchenHaus beschreibt in ihrem Vortrag die kulturell unterschiedliche Wertevermittlung in der Erziehung, die im außerfamiliären Umfeld Schwierigkeiten bereiten kann.
Jugendliche in traditionell orientierten Migrantenfamilien würden sehr restriktiv erzogen und hätten oft Probleme, mit der Freiheit außerhalb der familiären Kontrolle umzugehen. „Vor allem die Doppelsozialisation der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verursacht Orientierungsprobleme“ so Dr. Stefanie Kirchhart. Nach einem weiteren Referat der Diplompädagogin Saideh Morabbi zum theoretischen Kontext der Migration, ergänzte die Diplompsychologin Arife Faßnacht mit ihrem Erfahrungsbericht aus der Praxis der interkulturellen Erziehungsberatung in Mannheim die Thematik und leitete damit über zur anschließenden Diskussion.
„Dieses bereichsinterne Gemeinschaftsprojekt ist mit dieser Veranstaltung zwar beendet, die themenbezogene kollegiale Kooperation ist aber weiterhin ein wichtiger Teil unseres Aufgabenfeldes“, so der Bereichsleiter Volker Roth zur Zusammenarbeit von Gleichstellungs- und Integrationsstelle.
Im Wormser Rathaus wurde im August 2011 die Ausstellung „Kulturmosaiken“ gezeigt, die von Bürgermeister Georg Büttler in Vertretung von OB Michael Kissel eröffnet wurde und viel Anerkennung und Lob erhielt.
Im Kunstunterricht des Russisch-Deutschen Kulturvereins haben sich die Kinder und Jugendlichen mit ihrer russischen Zuwanderungsgeschichte und ihrem Platz in beiden Kulturen beschäftigt und dies in Collagen bildnerisch zum Ausdruck gebracht. Darstellerisch veranschaulichen die Kinder und Jugendlichen ihre subjektive Wahrnehmung durch Abbildungen von Symbolen, Personen, Gegenständen, landestypischen Attraktionen in Sport, Kultur und Technik, Land- und Stadtansichten, kulinarischen Spezialitäten und Festen von Herkunftsland und neuer Heimat.
Bürgermeister Georg Büttler ging in seiner Begrüßungsrede auf die Vielfalt der Verständigungsmöglichkeiten ein und betonte, dass die Darstellung von Bildern eine Urform der Kommunikation sei, die grenzenlos und völkerübergreifend verstanden wird. Das Projekt „Kulturmosaiken“ wurde von der Migrations- und Integrationsbeauftragten der Stadt, Elisabeth Gransche angeregt und organisatorisch betreut. In ihrer Ansprache nahm sie Bezug auf das Wormser Integrationskonzept, das der Anerkennung interkultureller Besonderheiten und dem Austausch zwischen den Kulturen besondere Aufmerksamkeit widmet. Mit dieser Ausstellung wurde der Vielfalt eine Chance gegeben, sich mitzuteilen und viele Interessierte zu erreichen. Elisabeth Gransche bedankte sich bei den beiden Kunstlehrenden Angelina Munin und Julian Strasser für die Federführung und die Ausdauer bei der Umsetzung der Projektidee. Julian Strasser ergänzte, wie intensiv sich die Schüler und Schülerinnen mit der Thematik auseinander gesetzt haben, wie der Motivationsprozess nach anfänglichem Zögern plötzlich Feuer fing und der Kreativität der Kinder und Jugendlichen freien Lauf ließ. Das Ergebnis sind kleine Kunstwerke, die grafisch tadellos umgesetzt viel Aussagekraft, witzige Details und Anspielungen auf die gängigen Klischees transportieren.
Darf ich ausbilden? Diese Frage stellt sich so mancher Firmeninhaber, vor allem jene mit Migrationshintergrund. Dabei liegen oftmals die Voraussetzungen vor. Lediglich ein Ausbilderschein muss gemacht werden. Zur Vorbereitung auf eine solche Eignungsprüfung werden kostenlose Workshops angeboten. Bei genügend Anmeldungen eventuell auch in Worms. Nähere Auskünfte geben der Beschäftigungsentwickler und die Integrationsbeauftragte der Stadt.
Wann darf ein Betrieb ausbilden?
Die Ausbildungsbeteiligung in Migrantenbetrieben zu erhöhen und damit bisher unversorgten Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu eröffnen, ist das Ziel einer zwischen dem Mainzer „Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI)“ und der Stadt Worms geschlossenen Kooperationsvereinbarung. Im Rahmen des Projektes „Begleitung in Ausbildung (BiA) sind dabei nicht nur gemeinsame Veranstaltungen zu ausbildungsrelevanten Themen geplant, sondern es werden auf Wunsch auch Betriebe in Worms direkt vor Ort beraten und unterstützt.
Bei seinen Firmenbesuchen wird der städtische Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich insbesondere von Migrantenbetrieben häufig darauf angesprochen, ob sie in ihrem Betrieb ausbilden dürfen. Daniel Scheirich erläutert dazu:
„Ein Betrieb darf ausbilden, wenn er die formalen Voraussetzungen dazu erfüllt. Neben der Eignung der Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung muss im Betrieb eine Person vorhanden sein, die die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen zur Ausbildung erfüllt. Die berufliche und arbeitspädagogische Eignung kann mit dem AdA-Schein nachgewiesen werden.“
„Insbesondere in Unternehmern mit Migrationshintergrund ist es kaum bekannt, dass sie die Voraussetzungen zur Ablegung der Ausbildereignung besitzen und sie nach dessen Erwerb zukünftig in ihrem eigenem Betrieb zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses selbst Jugendliche ausbilden dürfen“, so Scheirich.
Aufklärung der Betriebe
Zur Aufklärung der Betriebe besuchten deshalb aktuell die INBI-Mitarbeiter Markus Stasch und Christoph Feick sowie die Integrationsbeauftragte Sabine Müller und der städtische Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich mehrere Firmen in Worms. Ein Thema der Gespräche mit Herrn Bülent Ünlüer von der „Bün Dienstleistungsgruppe GmbH“ sowie Herrn Serdar Uzatmaz, ortsansässiger AWD-Handelsvertreter, war der Erwerb des Ausbilderscheins.
„INBI bietet den Unternehmen die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Workshops kostenlos auf die Eignungsprüfung bei der Kammer vorzubereiten“, informierte Christoph Feick von INBI. Bülent Ünlüer und Serdar Uzatmaz waren von diesem Angebot begeistert und meldeten sich daraufhin spontan mit je zwei Mitarbeitern für den AdA-Lehrgang an. Darüber hinaus boten sich beide Unternehmer an, dieses Angebot bei weiteren Migrantenunternehmen bekannt zu machen, da sie beide über sehr gute Kontakte zu anderen Betrieben und Migranten-Vereinen haben.
Weitere Gesprächsthemen waren die Unterstützung von Auszubildenden während der Ausbildung – sowohl fachlich, pädagogisch und organisatorisch- und die Unterstützung der Betriebe bei der Schaffung neuer oder zusätzlicher Ausbildungsplätze. Durch die fortlaufende Ausbildungsbetreuung und fachliche Betreuung durch INBI wird das Ziel verfolgt, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und Betriebe allgemein bei der Durchführung einer Ausbildung zu entlasten.
Die umfassende Unterstützung von Migrantenfirmen kann INBI durch das Projekt BIA deshalb leisten, da dieses Projekt – ebenso wie der Beschäftigungsentwickler- durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes gefördert wird.
Ausbilderschein - Interessenten können sich melden
Die Integrationsbeauftragte Sabine Müller ergänzte: „ Bei genügend Anmeldungen könnten die Kurse zur Ablegung des AdA-Scheins hier in Worms angeboten werden, was für Firmeninhaber einen Zeitvorteil bietet, da diese Ausbildung neben der normalen Berufsausübung absolviert wird. Deshalb können sich noch weitere Interessenten bei uns melden“.
Unternehmen, die gerne den Ausbilderschein machen möchten oder einfach Fragen rund um das Thema Berufsausbildung haben, können sich jederzeit melden bei:
Stadtverwaltung Worms
Marktplatz 2
67547 Worms
Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 50 03
oder
Integrationsbeauftragte Sabine Müller
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 71 02
sowie bei
INBI – Institut zur Förderung von Bildung und Integration
Ansprechpartnerin: Peimaneh Nemazi-Lofink
Wallaustraße 113
55118 Mainz
Telefon: (0 61 31) 61 72 97
Telefax: (0 61 31) 6 17 29 90
E-Mail: institut@inbi-mainz.de
Frauen und Mädchen, die von Zwangsverheiratung bedroht sind oder bereits in einer Zwangsehe leben, sind meist massivem psychischem Druck seitens ihrer Familie ausgesetzt. Viele erleiden jahrelang schwere körperliche Gewalt, ohne Außenstehenden von ihrer Situation zu erzählen.
„Gerade weil es den Betroffenen so schwer fällt, sich Hilfe zu holen, ist es wichtig, für das Thema sensibilisiert zu sein und mögliche Anzeichen einer drohenden Zwangsverheiratung erkennen zu können“, erläutert Jasmine Olbort, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Worms.
Zu dieser Sensibilisierung wollte die Fachtagung im Wormser Rathaus beitragen. Sie richtete sich an alle Personen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit der Thematik konfrontiert werden könnten, vor allem an MitarbeiterInnen von Beratungsstellen und Behörden sowie an Lehrerinnen und Lehrer.
Als Referentin konnte die Buchautorin Serap Cileli gewonnen werden. Sie wurde selbst im Alter von 15 Jahren zwangsverheiratet und hilft nun mit ihrem Verein peri e.V. betroffenen Frauen und Mädchen. Sie informierte bei der Fachtagung über Ursachen und Hintergründe von Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der sogenannten Ehre. Regine Noll von der Frauenberatungsstelle Solwodi Mainz ging im Anschluss auf Unterstützungsmöglichkeiten der Betroffenen ein und stellte die Hilfsangebote und –strukturen in Rheinland-Pfalz vor.
Für eine interessierte Öffentlichkeit gab es am Abend im Heylsschlösschen eine Lesung mit Serap Cileli zum gleichen Thema.
Die nächste Fachtagung dieser Reihe findet am 14. September 2011 mit dem Themenschwerpunkt Erziehung statt.
Der klassische Girls´Day, an dem Mädchen seit Jahren die Gelegenheit haben, geschlechtsuntypische Berufe kennen zu lernen, wurde in diesem Jahr in Worms durch zwei Komponenten erweitert.
Dieses Jahr gab es zusätzlich den Boys’Day, der zum ersten Mal bundesweit veranstaltet wurde und in Worms zudem durch die Zusammenarbeit von Jasmine Olbort (Gleichstellungsstelle) und Elisabeth Gransche (Migrations- und Integrationsbeauftragte) einen besonderen Schwerpunkt im Migrationskontext hatte. Es gelang, mit Katharina Junemann vom Koordinierungsbüro für Jugendarbeit und Entwicklung und Gisela Witt, Medienpädagogin der mobilen Kunst- und Kulturakademie (moKKa), zwei Fachkräfte mit einzubinden und ein Filmprojekt zu realisieren, das die geschlechtsuntypische Berufswahl medienadäquat dokumentiert.
Es gab ein weibliches und ein männliches Filmteam mit jeweils vier Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die nach einer kurzen Einweisung in die Filmtechnik ihre Geschlechtsgenossinnen und -genossen am Schnuppertag in den jeweiligen Einrichtungen filmten und interviewten. Im Anschluss wurden die beiden Kurzfilme unter Anleitung der Medienpädagogin von den Jugendlichen fertig gestellt und während einer Abschlussveranstaltung mit allen Mitwirkenden im Rathaus gezeigt.
Die Filme stehen als Dokumentation dieses außergewöhnlichen Girls’ und Boys’ Days den Jugendlichen zur Verfügung. Eine Verbreitung in Schule und Internet ist erwünscht und soll zur Nachahmung motivieren.
Die beteiligten Einrichtungen waren die Stadtverwaltung, Abteilung Stadtvermessung und Geoinformation, die unter der Regie der Abteilungsleiterin Alice Lange zwei Mädchen den Beruf der Vermessungstechnikerin vorstellte und das Altenheim Johannes Centrum in Osthofen, das unter Mithilfe eines Auszubildenden mit Migrationshintergrund zwei Jungs den Beruf des Altenpflegers näher brachte.
So wie Mädchen in den technischen und gewerblichen Branchen unterrepräsentiert sind, werden in den Erziehungs-, Dienstleistungs- und Pflegeberufen dringend männliche Auszubildende gesucht. „Sinn dieses Projektes war es außerdem, das eingeschränkte Berufswahlverhalten der Jugendlichen, vor allem auch derer mit Migrationshintergrund, dahin gehend zu erweitern, dass Berufe vorgestellt wurden, die sowohl Ausbildungs- als auch sichere Arbeitsplätze im Anschluss garantieren. Dazu sollte dieses Filmprojekt einen Beitrag leisten“, so Oberbürgermeister Michael Kissel.
Mit der Vorlage ihres Integrationskonzeptes bereits im ersten Jahr ihrer Amtszeit haben die städtischen Migrations- und Integrationsbeauftragten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es richtig war, der kommunalen Integrationsarbeit ein strukturelles Gerüst zu geben, die Ziele und Unterstützungsvorhaben zu benennen und die verschiedenen Gremien am Einführungsprozess zu beteiligen. Inhaltlich geht es im Konzept hauptsächlich um die drei Bereiche Bildung, Partizipation und Arbeit, die die Grundlage für eine Erfolgs versprechende Integration in unsere Gesellschaft darstellen.
Oberbürgermeister Kissel nimmt bei allen migrations- und integrationspolitischen Veranstaltungen gerne Bezug auf dieses städtische Konzept und unterstreicht neben den inhaltlichen Prioritäten vor allem den Auftrag zur Kooperation mit anderen städtischen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppierungen. „Ergänzen und Vernetzen statt Ersetzen ist unser städtisches Anliegen. Das haben die beiden Integrationsbeauftragten Elisabeth Gransche und Sabine Müller erfolgreich umgesetzt, in dem sie bereichsübergreifend Projektreihen initiiert, andere Akteure mit eingebunden oder sich in bestehende Arbeitskreise eingebracht haben“ so Michael Kissel.
Die Integrationsbeauftragten betonen die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit. Vor allem zwei integrative Projektreihen vom letzten Jahr werden fortgesetzt. Sie sind sehr vielversprechend, und haben inzwischen überregional Aufmerksamkeit auf sich gezogen. „Dies ist zum einen die Reihe Integration durch Ausbildung, die konzeptionell den Übergang Schule - Beruf von Jugendlichen mit Migrationshintergrund thematisiert und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich durchgeführt wird“ erläutert Sabine Müller ihren Schwerpunkt der Integrationsarbeit. „Der zweite Fokus ist der interkulturelle Austausch, der durch die Vermittlung von kultursensiblen Schulungen voran gebracht wird. Die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt durch die Stadt Worms und Wormser Unternehmen war im vergangenen Jahr ein Höhepunkt, der für die weitere Arbeit richtungweisend ist“ ergänzt Elisabeth Gransche und verweist unter anderem auf den verwaltungsinternen Arbeitskreis Interkulturelle Öffnung, der die Leitlinien der Charta, die kulturelle Vielfalt und das tolerante Miteinander aller Beteiligten, umsetzen möchte.
Synergien im Bereich Stadtentwicklung betont der Leiter, Volker Roth und nennt eine Auswahl gemeinsamer Veranstaltungen: „Sowohl der Austausch mit Unternehmern mit Migrationshintergrund und die Durchführung des Wormser Wirtschaftstages mit dem Motto Migration, als auch ganz aktuell, die gemeinsame Fachtagungsreihe von Gleichstellungs- und Integrationsstelle zum Thema Frauen zwischen den Kulturen, demonstrieren die unterschiedlichen Dimensionen der Migrationsthematik.“

Die Teilnehmenden aus diesen Berufsgruppen garantieren im Umgang mit Migrantinnen eine nachhaltige Umsetzung dieser Fachinformationen und sind ein wichtiges Bindeglied in der interkulturellen Kommunikation.
Oberbürgermeister Michael Kissel unterstrich in seiner Einführung den Auftrag zur Vernetzung der Akteure, der sich aus dem Integrationskonzept der Stadt ableiten lässt. Er begrüßte außerdem die Kooperation der Integrationsbeauftragten mit Herrn Behrouz Asadi von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, der mit dem neuen Landesleitprojekt ein interkulturelles Präventionsnetzwerk zur Vermittlung zwischen Vertretern und Vertreterinnen des Gesundheitswesens und den Menschen mit Migrationshintergrund aufbauen möchte und gerne die Gelegenheit nutzte, das Fachpublikum darüber zu informieren.
Die weiteren Referentinnen, Dr. phil. Magdalena Stülb, Krankenschwester und Ethnologin (M.A.), und Alexandra von Bose, Ethnologin (M.A.), Kulturanthropologin und Islamwissenschaftlerin, berichteten in ihren Vorträgen über die migrationsspezifischen Gesundheitsrisiken und über die Chancen der kultursensiblen Pflege.
Während Magdalena Stülb vor allem über die kulturellen Besonderheiten in der Konzeption seelischer Erkrankungen und deren Relevanz für eine erfolgreiche Behandlung sprach, veranschaulichte Alexandra von Bose unter anderem anhand ihrer eigenen Erfahrungen bei langjährigen Aufenthalten in anderen Kulturen die Schattenseiten der Migration und die psychosomatischen Hintergründe des Phänomens Kulturschock. Sie referierte aber auch über die Chancen der Migrationserfahrung, über mögliche Lösungsstrategien, gezielte Präventionen und die Perspektiven für einen kulturkompetenten Klinikalltag.
Beide Referentinnen appellierten an die medizinischen und pflegenden Fachkräfte, (neu)zugewanderten Patientinnen mit Empathie und kultursensiblem Verständnis zu begegnen, um ihre Angst und Verunsicherung abzubauen und damit bereits einen Beitrag zum Heilungsprozess zu leisten.
Der Migrations- und Integrationsbeauftragten Elisabeth Gransche und der Gleichstellungsbeauftragten Jasmine Olbort vom Bereich Stadtentwicklung ist es mit dem Auftakt dieser Veranstaltungsreihe gelungen, ein interessiertes Fachpublikum zu mobilisieren und zu vernetzen.
Weitere Veranstaltungen dieser Reihe folgen im Mai 2011 (Thema Gewalt/Zwangsheirat) und im September 2011 (Erziehung).
Gegenstand der Kooperationsvereinbarung ist das Landesprojekt “Begleitung in Ausbildung (BiA)“, das gefördert wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Aufmerksam auf INBI wurde man durch die von der städtischen Migrationsbeauftragten Sabine Müller zusammen mit Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich im vergangenen Jahr initiierte Veranstaltungsreihe „Integration durch Ausbildung“.
Durch diese Reihe sollte das Bewusstsein geschaffen werden, dass Auszubildende mit Migrationshintergrund, unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und dem Fachkräftemangel sowie einer sich zunehmend global vernetzenden Wirtschaft, eine Chance für Unternehmen bieten. Auf besonders positive Resonanz stieß der im letzten Jahr gehaltene Vortrag von Christoph Feick und Markus Stasch, die ihr „Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI)“ und das Projekt „Begleitung in Ausbildung (BiA)“vorstellten, mit dem eine Steigerung der Ausbildungsbeteiligung von Migrantenbetrieben erreicht wird.
Auffallend ist die Tatsache, dass die Ausbildungsbeteiligung von Migrantenbetrieben mit 14 Prozent immer noch deutlich geringer ist als von deutschen Unternehmen, von denen immerhin knapp ein Viertel selbst ausbildet. Viele Migrantenbetriebe sind zwar ausbildungswillig, jedoch bestehen häufig Unsicherheiten, ob man ausbilden kann, sowie Unklarheiten über die Rechte und Pflichten eines Ausbildungsbetriebs und bürokratische Hürden.
Daneben bietet das Projekt „BiA“ für die Arbeitgeber sowohl eine Unterstützung zur Erlangung der Ausbildungseignung als auch eine Vermittlung von Auszubildenden an. Da dieses Projekt damals auf so großes Interesse stieß, bemühte sich die Stadt mit Erfolg um eine Zusammenarbeit mit INBI. „Mit dem Institut zur Förderung von Bildung und Integration haben wir einen Partner gefunden, der sich seit 10 Jahren erfolgreich in den Bereichen Migration und Integration sowie in der (beruflichen) Qualifizierung und Unterstützung sozial Benachteiligter engagiert.
Mit dieser zwischen INBI und der Stadt Worms geschlossenen Allianz verfolgen wir das gemeinsame Ziel, die Ausbildungsbeteiligung von Migrantenbetrieben zu erhöhen. Neben der Schaffung neuer oder zusätzlicher Ausbildungsplätze sollen auch Betriebe, die bereits ausbilden, gefördert werden“, erläutert Oberbürgermeister Michael Kissel. Mit dem Abschluss des Kooperationsvertrages sei der Grundstein dafür gelegt worden, dieses erfolgreiche Projekt auch auf Worms zu übertragen, so Kissel.
„Wir freuen uns sehr über das Engagement der Stadt Worms und sind der Überzeugung, durch die Zusammenarbeit noch besser Betriebe erreichen zu können. Über die konkrete Unterstützung hinaus, wollen wir vor allem eine nachhaltige Wirkung erzielen und Potenziale aufzeigen, die ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft sind und bislang viel zu wenig genutzt werden“, so Peimaneh Nemazi-Lofink, Leiterin des INBI-Instituts.
Auf institutioneller Ebene wird die Kooperationsvereinbarung von Seiten der Stadt durch die Beauftragte für Migration und Integration, Sabine Müller, und Beschäftigungsentwickler Daniel Scheirich in Zusammenarbeit mit Christoph Feick und Markus Stasch von INBI umgesetzt, insbesondere durch gemeinsame Veranstaltungen und eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit.
Innerhalb der Stadtverwaltung wird sich ein Arbeitskreis mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und wechselnden Teilnehmenden der Aufgabe einer interkulturellen Öffnung annehmen und die vom Stadtrat beschlossenen Leitlinien der „Charta der Vielfalt“ umsetzen.
Es ist vorgesehen, die bereits erfolgten Anstrengungen von städtischen Bereichen und Abteilungen zu sammeln, zu vernetzen und im Rahmen eines Erfahrungsaustausches in ein Gesamtkonzept „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“ als gutes Beispiel einzubringen. Der Arbeitskreis soll dazu beitragen, die Erfahrungen der Kommune im Umgang mit sozialer und ethnischer Vielfalt zu bündeln und auszuwerten, neue Impulse aufzunehmen, die interkulturelle Öffnung durch eine Koordinierung von Beteiligten und Maßnahmen weiter zu entwickeln und geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.
Die städtische Migrations- und Integrationsbeauftragte Elisabeth Gransche skizzierte den Teilnehmenden der Veranstaltung das Konzept dieses Arbeitskreises und moderierte die Diskussion im Anschluss an die beiden Vorträge der externen Referentinnen. Claudia Vortmann von der Schneider Organisationsberatung, federführend im Landesprojekt „Vorsprung durch Vielfalt“ und Kulturanthropologin und Islamwissenschaftlerin Alexandra von Bose, interkulturelle Trainerin von Fachhochschule und Wormser Klinikum, gaben einen professionellen Überblick über die Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung.
„Interkulturelle Öffnung ist als Prozess und Querschnittsaufgabe zu verstehen und erfordert eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit ebenso, wie den themenbezogenen Austausch mit ausgewählten internen und externen Fachkräften“ so Elisabeth Gransche in ihrer Einführung. Konkret kann sich der Wille zur interkulturellen Öffnung bereits in kleinen Gesten ausdrücken, wie etwa in dem Zusatz einer aktuellen Stellenausschreibung der Landesregierung „Wir freuen uns auf Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund“ den Elisabeth Gransche als gutes Beispiel anführte.
„In Deutschland hat ein Fünftel der Bevölkerung Migrationshintergrund, deshalb wird in der Politik der Wunsch nach mehr Zugewanderten im öffentlichen Dienst immer lauter. Während Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Anfang des Jahres noch nicht konkret von einer Quote bei der Beschäftigung von Zugewanderten sprechen wollte, wird jetzt diese Zielvorgabe auf bundespolitischer Ebene nicht mehr ausgeschlossen“, berichtete Elisabeth Gransche von einer neuerlichen Fachtagung mit der Staatsministerin in Ludwigshafen. Außerdem werden auch in der Privatwirtschaft bereits Pilotprojekte mit anonymen Bewerbungen getestet, um die Zugangschancen für Bewerber und Bewerberinnen mit ausländischen Herkunftsmerkmalen zu erhöhen.
„Der Wunsch nach Vielfalt ist in der Personalpolitik angekommen. Die Stadtverwaltung wird sich dieser Herausforderung stellen und mit diesem Arbeitskreis einen Teil dazu beitragen. Die Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung haben ihre Unterstützung signalisiert“, fasst Oberbürgermeister Michael Kissel zusammen und: „Wir sehen uns der Charta der Vielfalt verpflichtet. Die Stadt möchte hier Vorbild sein!“
Alle Referenten der dritten Informationsveranstaltung in der Reihe „Integration durch Ausbildung“ kamen zu demselben Ergebnis: Auszubildende mit Migrationshintergrund bieten unter Berücksichtigung der Prognosen des demografischen Wandels und dem Fachkräftemangel sowie einer Wirtschaft, die sich zunehmend global vernetzt, eine Chance für Unternehmen. Durch institutionelle Unterstützung sollen nun die Voraussetzungen zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsstellen, vor allem in Migrantenbetrieben ermöglicht werden.
Oberbürgermeister Michael Kissel unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung einer erfolgreichen Integration in das Arbeitsleben von Menschen mit Migrationshintergrund: „Die Phase der Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil des Integrationskonzeptes der Stadt Worms. Profitieren werden davon beide Seiten. Der Auszubildende mit einer gelungenen Berufswahl und einem stabilen Ausbildungsplatz erhält mehr Sicherheit in seinem Alltag und die Unternehmen erweitern ihre interkulturelle Kompetenz.“ Die Thematik der Veranstaltung fand auch hohes Interesse von offizieller Seite. So konnte unter anderem der Attaché für Arbeit und Soziales des türkischen Generalskonsuls zu Mainz, Herr Yüksel Al, als Teilnehmer begrüßt werden. Aber auch die Unternehmer, davon viele mit Migrationshintergrund, nutzten die Veranstaltung, um sich zu erkundigen, wie sich ihre dringend benötigte zusätzliche Ausbildungsstelle fördern ließe und kamen beim anschließenden „Get together“ mit den Referenten sowie den institutionellen Vertretern ins Gespräch.
Bevor in der Informationsveranstaltung „Integration durch Ausbildung“ konkrete Projekte zur Ausbildungsförderung angesprochen wurden, berichtete der Vorstandsvorsitzende der ERW AG, Herr Antz, über die positiven Erfahrungen seiner Gesellschaft mit der Beschäftigung von Auszubildenden mit Migrationshintergrund. Das Unternehmen hatte in den letzten fünf Jahren bereits viele Jugendliche mit Migrationshintergrund erfolgreich ausgebildet. Wichtig für die EWR AG sei ein starker Teamzusammenhalt. Letztendlich würden die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Auszubildenden in ihrem gegenseitigen Kontakt keine Rolle mehr spielen. Das Unternehmen dagegen profitiert von der kulturellen Vielfalt, beispielsweise im Vertrieb. Im Anschluss daran stellten Christoph Feick und Markus Stasch das „Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI)“ vor. Die sozialen Projekte des INBI beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Übergang von der Schule zum Beruf, so auch das Projekt „Begleitung in Ausbildung (BiA)“. Dieses wurde von 2007 bis 2010 in Zusammenarbeit des Trägers „Integration durch Ausbildung GmbH (IDA)“ in Ludwigshafen sehr erfolgreich erprobt. Beide Projekte - BiA und IDA – zielen auf eine Steigerung der Ausbildungsbeteiligung von Migrantenbetrieben ab. Studien belegen, dass nur 14,2 Prozent der Betriebe von Unternehmern mit Migrationshintergrund ausbilden. Im Vergleich dazu beträgt der Wert bei Ausbildungsbetrieben von Unternehmern ohne Migrationshintergrund 24,4 %. Das Projekt besitzt eine Vermittlungsfunktion zwischen Betrieb und Lehrling. So betreuen die Träger beider Projekte neben den Betrieben auch die Auszubildenden. Durch die Projekte „IDA“ und „BiA“ sollen die Zahl der Ausbildungsabbrecher verringert werden. Herr Ender Önder, Geschäftsführer der IDA gGmbH, kann für die ersten vier Jahre eine sehr positive Bilanz vorweisen: Es konnten 121 neue Ausbildungsstellen geschaffen werden, obwohl für die ersten zwei Jahre die Zielgröße zusätzlicher Lehrstellen von den Finanzträgern nur auf 25 neue Plätze festgelegt wurde! Jetzt wird das Projekt mittels des INBI auf die Region Worms/Rheinhessen übertragen. Im ersten Schritt müssen ausbildungsfähige Migrantenbetriebe gefunden und der Kontakt zu diesen hergestellt werden. Spontan erklärte sich die Integrationsbeauftragte Sabine Müller zur Herstellung dieser Kontakte unter Mithilfe der Wirtschaftsförderung der Stadt Worms bereit. Daneben bietet das Projekt „BiA“ für die Arbeitgeber sowohl eine Unterstützung zur Erlangung der Ausbildungseignung als auch eine Vermittlung von Auszubildenden an. Im letzten Vortrag des Nachmittags referierte der Beschäftigungsentwickler der Stadt Worms, Herr Daniel Scheirich, über verschiedene Ausbildungsförderprogramme, die für klein- und mittelständige Unternehmen zur Verfügung stehen. Auch Herr Scheirich verhilft den Unternehmern durch seine Tätigkeit zu passgenauen Auszubildenden. In seinem Vortrag stellte er verschiedene, von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz finanzierte, Fördermöglichkeiten vor.
Die Informationsveranstaltung fand großen Anklang. Die Beauftragte für Integration der Stadt Worms, Sabine Müller, freute sich über diese gelungene Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Integration durch Ausbildung“: „Die Veranstaltung diente der Information, aber auch der Vernetzung von Unternehmern mit Institutionen, die Fördermöglichkeiten anbieten. Dies ist uns heute erfreulicherweise gelungen, so dass wir auch im nächsten Jahr die Reihe fortsetzen werden.“ Die Integrationsbeauftragte bietet sich zudem als Ansprechpartnerin für interessierte Betriebe an. Sie könne dann den Kontakt zu den Förderinstitutionen herstellen.
Kontakt: sabine.mueller@worms.de oder telefonisch unter (0 62 41) 8 53 - 23 04.
Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative und hat die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland zum Ziel. Durch die Unterzeichnung der Charta verpflichten sich die Unternehmen oder Institutionen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen gleichermaßen respektiert werden – unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.
Die Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt wird von der Bundesregierung befürwortet und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, unterstützt.
Das Bekenntnis zur Charta der Vielfalt verlangt der Stadtverwaltung in erster Linie eine Ausrichtung ihres Leitbildes und die ausdrückliche Stellungnahme zugunsten von Migrantinnen und Migranten ab. Sie ist ein Anfang und ein Grund, die Thematik ausdrücklich in den Verwaltungskontext einzubringen.
Die Beigeordnete Petra Graen begrüßte stellvertretend für den Oberbürgermeister Michael Kissel die Staatsministerin und nahm die Urkunde für die Stadt Worms entgegen.
Neben der Stadt Worms haben die EWR AG Worms, die Fachhochschule Worms, das Klinikum Worms, die Wohnungsbau Gmbh Worms und das Unternehmen VSK Technik-Kübler Worms die Charta unterzeichnet.
Die Stadt Worms wird sich in einem Arbeitskreis der interkulturellen Öffnung der Verwaltung annehmen und das Leitbild der Charta der Vielfalt umsetzen.
Die städtischen Migrations- und Integrationsbeauftragten Elisabeth Gransche und Sabine Müller begrüßen die breite Zustimmung des Stadtrates und die Bereitschaft der Verwaltung, sich explizit dieses Themas anzunehmen.
Weitere Informationen zum Besuch der Staatsministerin und zur Charta der Vielfalt finden Sie ...hier!
Das Land Rheinland-Pfalz veranstaltet einmal im Jahr eine Tagung zum allgemeinen Informationsaustausch und zum Kennenlernen der neu hinzugekommenen Integrationsbeauftragten.
Der diesjährige Gastgeber, Oberbürgermeister Kissel unterstrich in seiner Begrüßung die gute Zusammenarbeit mit der Landesintegrationsbeauftragten und bedankte sich für die Unterstützung auf Projektebene. Frau Weber lobte die vielfältigen Angebote der Integrationsarbeit in Worms, für die jetzt durch die beiden Integrationsbeauftragten Elisabeth Gransche und Sabine Müller eine Koordinierungsstelle geschaffen wurde. Als Gastgeber hatte die Stadt Worms die Möglichkeit, einen Überblick über die Projektarbeit für Migranten zu geben und vor allem das vom Land unterstütze Projekt Wormser Westen vorzustellen. Frau Ripier-Kramer, die Bereichsleiterin für Jugend und Soziales, präsentierte einführend einige Ergebnisse der aktuellen Wormser Sozialraumanalyse, die eine Problemhäufung in den Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil ausweist und die Dringlichkeit der nachhaltigen Projektarbeit in den sozialen Brennpunkten unterstreicht. Frau Weber versprach sich für die Wormser Interessen auf Landesebene einzusetzen.
Weitere Programmpunkte waren die Vorstellung und Diskussion des Wormser Integrationskonzepts, das von der Mainzer Delegation sehr positiv bewertet wurde, und die aktuellen Aktivitäten der Wormser Integrationsbeauftragten, wie die Durchführung eines Ferienkurses für Deutsch in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und Einrichtung einer Praktikumsbörse. Auch das Vorhaben der Wormser Integrationsbeauftragten, einen Arbeitskreis für interkulturelle Öffnung innerhalb der Verwaltung zu gründen und die Vermittlung von interkulturellen Schulungen (Klinikum Worms) fortzusetzen, fand viel Anerkennung durch die Landesintegrationsbeauftragte und unter den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Kommunen in Rheinland-Pfalz.
„Ziel der Migrations- und Integrationsstelle ist es, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern und das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger mit und ohne deutschem Pass in Worms zu verbessern. Sie ist Anlaufstelle für alle Institutionen und Personen in Worms, die sich mit dem Thema „Migration“ und dem interkulturellen Dialog befassen. Zum Aufgabengebiet gehört es, in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik und Verbänden, Konzepte und Maßnahmen zur Integrationsförderung zu erarbeiten und umzusetzen“, beschreibt OB Michael Kissel das vielseitige und auch schwierige Aufgabengebiet der beiden Mitarbeiterinnen.
Nach erfolgter Einarbeitungszeit haben sich die beiden Migrations- und Integrationsbeauftragten mit den Gegebenheiten in Worms vertraut gemacht, in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit relevanten Zielgruppen geführt und aus den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen heraus Thesen und Leitlinien für eine erfolgreiche Migrations- und Integrationsarbeit formuliert, die jetzt zur Diskussion gestellt und sukzessive umgesetzt werden sollen.
Der Ausländeranteil in Worms liegt bei 19,7%. Mit den Spätaussiedlern (ca. 3000 Migranten) und den Aussiedlern vor dem Jahre 2004 (ca.1100 Migranten) liegt der Anteil bei ca. 25%.
Nimmt man die Migranten im Alter zwischen 25 und 40 Jahren liegt deren Anteil an der Wormser Bevölkerung bei 48,3%, davon sind in diesem Alter 39% nicht genügend qualifiziert für das Berufsleben. Nach Aussage der beiden Integrationsbeauftragten liegt der Schwerpunkt hier, eine höhere Qualifizierung dieser Migranten zu erzielen. Diese Arbeitskräfte würden auch in Worms dringend benötigt.
Bevor das Konzept den zuständigen Fachausschüssen und dem Stadtrat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wird, erhielt jetzt die Fachöffentlichkeit, bestehend aus Beauftragten der kirchlichen und freien Wohlfahrtsverbände, Fachdienststellen und einschlägig tätigen Institutionen, noch einmal die Möglichkeit, die konzeptionellen Grundlagen der städtischen Integrationsarbeit im Rathaus zu diskutieren.
Bei der Begrüßung der Anwesenden unterstrich Oberbürgermeister Michael Kissel noch einmal den strukturellen Ansatz des Konzepts, das auf die drei Säulen „Integration durch Bildung, Arbeit und Teilhabe“ setzt. Kissel betonte, „dass es sowohl um eine Unterstützung und Vernetzung der bereits etablierten Aktivitäten, als auch um die Anregung neuer Initiativen geht.“ Die städtischen Integrationsbeauftragten seien keine Streetworker oder Sozialarbeiterinnen, die sich primär um Einzelfallberatung kümmerten, sondern vorrangig Impulsgeberinnen und Vermittlerinnen auf konzeptioneller Ebene, so der Oberbürgermeister weiter.
Bezug nehmend auf die aus der demografischen Entwicklung und der Sozialraumanalyse gewonnene aktuelle Datenlage, machte er auch deutlich, dass der Anteil der Mitbürger mit Migrationshintergrund bei den unter 25-jährigen ständig wachse und in Zusammenhang mit schulischen Defiziten, mangelnder Sprachkompetenz und Arbeitslosigkeit in manchen Stadtteilen zu verstärkten sozialen Problemlagen führe. „Deshalb gewinnen die zielgruppenorientierte Jugend- und Stadtteilarbeit, die passgenaue Förderung in Kindertagesstätten und Schulen, die Berufsberatung und gezielte Angebote zur Beteiligung am gesellschaftlichen und kulturellen Leben eine besondere Bedeutung, wenn wir die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt nachhaltig sichern wollen“, so Oberbürgermeister Kissel. Das vorgelegte Integrationskonzept setze deshalb bewusst auf die Elemente Bildung, Arbeit und Teilhabe.
Der sich anschließende fachspezifische Dialog im Workshop bestätigte die Prioritäten des Konzepts mit den ineinander greifenden Themenfeldern Bildung, Partizipation und Arbeit als Basis einer gelingenden gesellschaftlichen Integration. Die beiden Integrationsbeauftragten freuen sich, dass das Votum der teilnehmenden Fachkräfte so eindeutig und zustimmend ausfiel.
„Auch unser Anliegen, die interkulturelle Öffnung sowohl auf Seiten der einheimischen Bevölkerung als auch auf Seiten der Menschen mit Migrationshintergrund voranzubringen und zum gegenseitigen Austausch anzuregen, fand während des Arbeitstreffens ungeteilte Zustimmung“, so Sabine Müller und Elisabeth Gransche. Die interkulturelle Öffnung, die Schulung aller Beteiligten und das Werben für niederschwellige Zugänge ist von Anfang an ein Teil ihres Tätigkeitsfeldes.
Oberbürgermeister Michael Kissel unterstrich, dass das Integrationskonzept auch nach der Verabschiedung im Stadtrat den sich verändernden Bedingungen angepasst werden kann, da die Integrationsarbeit ein dynamischer Prozess ist.
Die beiden Beauftragten für Migration und Integration setzen sich seit ihrem Amtseintritt unter anderem für die Integration durch Bildung ein. Denn Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für eine gelungene Integration und den Start ins Berufsleben.
Erfolgreiche Bildung muss möglichst früh beginnen. Deshalb setzt in Rheinland-Pfalz das Landesprogramm „ Zukunftschance Kinder - Bildung von Anfang an“ darauf, alle Kinder bereits im Vorschulalter zu fördern. Das Land stellt hierfür ein spezielles Acht-Millionen- Euro-Programm als landesweite Maßnahme zur Verfügung.
Bei Kindern mit Migrationshintergrund oder mit sprachlichen Defiziten ist es besonders wichtig, dass sie die deutsche Sprache gut und richtig erlernen.
Auch in Worms wird das Landesprogramm “ Zusätzliche Sprachförderung für Kinder im Kindergartenalter ohne hinreichende Sprachkenntnisse“ erfolgreich überwiegend für Vorschulkinder in den Kindertagesstätten angeboten.
Die eingesetzten qualifizierten Sprachförderkräfte werden dabei von Frau Susanne Wunsch, Koordinierungsstelle für Sprachförderung beim AFB gGmbH, betreut.
Neben der Sprachförderung im Kindergartenalter findet eine zusätzliche Sprachförderung für Grundschulkinder des 1. + 2. Schuljahres statt. Dieses Sprachförderprogramm mit zusätzlicher Hausaufgabenhilfe im Grundschulbereich wird von der VHS Worms angeboten und ebenfalls durch das Programm der Landesregierung „Zukunftschance Kinder- Bildung von Anfang an“ finanziert.
Darüber hinaus bietet die VHS Worms die Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern im Kindertagesstättenbereich, sowie die Kurse „Mama lernt Deutsch“ als Spezialisierung ihres weit gefächerten Angebots an Deutschkursen für Zugewanderte.
Da zum Spracherwerb aber nicht nur die fachlich kompetenten und engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sondern auch das entsprechende Material notwendig sind, haben die beiden Beauftragten für Migration und Integration, Elisabeth Gransche und Sabine Müller, aus ihrem Etat für die Sprachförderkräfte im Kindertagesstättenbereich und die VHS Materialien angeschafft.
Deshalb kann jetzt die Sprachkoordinatorin, Frau Susanne Wunsch, eine Auswahl von interessanten und spannenden Sprachfördermaterialien, ergänzt durch Finger- und Handpuppen, entgegen nehmen.
„Vor allen die DaZ- Box (Deutsch als Zweitsprache-Box), die Lernspiele „Erzähl mir was!“ und das Hörprogramm „ Hör- Fink“ wurden extra zur Sprachförderung von Vorschulkindern entwickelt. Hinzu kommen einige Bildkartensets, die vielfältige Sprachanregungen bieten. Die Materialien bieten effektive, abwechslungsreiche und altersgerechte Lernmöglichkeiten, die von den Kindern gerne angenommen werden. Die Kurseinheiten enthalten sehr vielseitiges Material zur Förderung aller Kinder mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen und unzureichender Sprachkompetenz“, so Susanne Wunsch, und ergänzt:“ Deshalb können sie bei allen Kinder, unabhängig von der Herkunftssprache eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigte uns, dass die Kinder vor allem die Handpuppe „Finki“ und die dazugehörigen Fingerpuppen lieben, die neben Handbüchern und Bildkarten eingesetzt werden können.“
Die Integrationsbeauftragte Sabine Müller freut sich, dass sie für die Sprachförderung diese Materialien anschaffen konnten, denn: “ Mit diesen neuen Materialien können die Kinder mit Migrationshintergrund bereits Gelerntes ausprobieren und anwenden und beim Spielen entsprechend ihren individuellen Sprachstand einbringen, so dass alle miteinander und voneinander lernen können. Den Kindern wird dabei zwar viel Sprache abverlangt, aber sie haben auch viel Spaß dabei- und schulen nebenbei noch ihre soziale Kompetenz.“
Die Sprachkoordinatorin Frau Wunsch verwahrt die Sprachfördermaterialien in ihrem Büro im Rathaus auf. Es kann zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Material von den Sprachförderkräften in Wormser Kindertagesstätten ausgeliehen werden. So können diese im Wechsel verschiedene Materialien je nach Bedarf nutzen und auch ausprobieren. Langweile kommt in den Förderstunden nicht auf und durch individuell einsetzbare Fördermaterialien werden bessere Fortschritte erreicht.
Die VHS Worms erhielt auf ihren Wunsch hin ein Flipchart, Radiorekorder und einen Moderatorenkoffer, die in den Kursen „Mama lernt Deutsch“ und „Mama lernt Lesen und Schreiben“ zum Einsatz kommen und die Ausstattung der Außenstellen für den Deutschunterricht verbessern sollen. Besonders lernwillige Frauen und Mütter profitieren von dem zusätzlichen Material, das in stark auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Kursen zum Einsatz kommt.
Die VHS-Leitung bedankt sich für die freundliche Unterstützung, welche die Vielfalt der Lehrmethoden des Deutschunterrichts für Kinder und Erwachsene bereichert.
Anlässlich der Einweihung des neugestalteten Schulspielplatzes an der Pestalozzischule Worms nahm sich Oberbürgermeister Kissel die Zeit, die Kinder der „Multi- Kulti- Koch- AG“ persönlich kennen zulernen, welche durch die Integrationsbeauftragten finanziell unterstützt wurde. Der Oberbürgermeister Kissel freute sich mit den kleinen Köchen über diese gelungene Initiative und bedankte sich bei der der kommissarischen Schulleiterin, Frau Sandra Gehrig für das vielfältige Engagement der Schule, insbesondere im Bereich der Integration.
Im Vorfeld hatte sich die Initiatorin des Projektes, Frau Kübra Yildirim, eine Erzieherin im Anerkennungsjahr, an die beiden Integrationsbeauftragten, Frau Elisabeth Gransche und Sabine Müller gewandt, und um Unterstützung dieses multikulturellen Kochprojektes für Jungen gebeten, da es sich um ein klassenübergreifendes, interkulturelles, geschlechtsspezifisches und soziales Projekt handelt.
Um sich persönlich einen Eindruck von der Koch- AG zu verschaffen, besuchte die Integrationsbeauftragte Sabine Müller die Jungen in ihrem Kurs.
Sie war begeistert, mit welchem Elan die sieben Jungen aus verschiedenen Klassen und Kulturen sich der Essenszubereitung widmeten. Jeden Donnerstagnachmittag zeigen die Jungen, dass Kochen auch Männersache ist. Dann schälen und schnippeln sie mit Begeisterung Gemüse und rühren Soßen, zumal sie am Besuchstag ihr Leibgericht „Döner“ zubereiteten und diesen anschließend mit großem Appetit verspeisten. Jedes Mal wird ein anderes internationales Gericht zubereitet.
Frau Müller hat sich für die finanzielle Unterstützung des Projekts eingesetzt und fügt hinzu: „Gerade für Jungen ist es wichtig, ein Bewusstsein für gute und gesunde Ernährung zu entwickeln. Außerdem wird durch die sachgerechte Vorbereitung der Zutaten die Feinmotorik verbessert und durch die interkulturelle Gemeinschaft der kleinen Köche die sprachliche und soziale Kompetenz gefördert. Beides ist wichtig für eine gelungene Integration.“