Erfolgsprojekt „Wormser Süden“ wirkt bis Berlin

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick, besuchte auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann verschiedene Kommunen im südlichen Rheinhessen wie Wörrstadt und Alzey. Der Schwerpunkt lag jedoch auf Worms.

 

"Wormser Trommler" als Markenzeichen des Wormser Südens

04.08.2009 - von Gernot Kirch, Nibelungen Kurier

Ein erster Höhepunkt war dabei die Besichtigung des Domes. Hier sorgte Kasparick für große Freude, als er verkündete, dass aus dem Konjunkturprogramm II die Summe von 500.000 Euro für die Sanierung des Gotteshauses bereitgestellt werde. Ein willkommener Geldsegen, der für die nun anstehenden Arbeiten dringend benötigt wird.

Nächste Station war der Wormser Süden, das Gebiet um die Boosstraße. Hier wurde der Staatsekretär von den "Wormser Trommlern" auf’s Herzlichste begrüßt. Die "Wormser Trommler" sind junge Musiker mit ihren afrikanischen Dyembe-Trommeln, die inzwischen zu einem Markenzeichen des Südens geworden sind. Anschließend folgte ein Rundgang durch die Boosstraße. Ulrich Kasparick zeigte sich dabei positiv von dem überrascht, was hier geleistet und in den letzten Jahren geschaffen worden sei. Eine Einschätzung, die sich wohl noch weiter verfestigte, als der Staatssekretär mit Lokalpolitikern aus sowie Bewohnern des Stadtteils zusammen saß und die Situation erörterte.

Kommunikation als Kern des Erfolges

Bürgermeister Georg Büttler wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass der Erfolg nur möglich gewesen sei, da mit Jürgen Maier ein engagierter und beherzt zupackender Quartiermeister zur Verfügung stehe. Er habe die Menschen motiviert und zusammengeführt. Ohnehin sei der Kern des Erfolges, dass man mit den Menschen kommuniziere, mit ihnen rede und sie an einen Tisch zu bekomme. Es helfe nichts, Programme im fernen Mainz oder Berlin zu entwerfen und sie dann den Menschen überzustülpen. Vielmehr sei es notwendig, dass solche Projekte von unten her, mit den Menschen, aufwüchsen. Und dies sei im Wormser Süden in ganz herausragender Art und Weise gelungen.

Anwohnerin Katherina Straus erzählte, dass sie seit über drei Jahrzehenten hier lebe und sich Gewaltiges verändert habe. So hätte sich vor 34 Jahren niemand in die Boosstraße gewagt. Heute hingegen sei dies ein Stadtteil, in dem sich die Menschen Zuhause fühlten. Sie bedauere lediglich, dass die Boosstraße immer noch einen so schlechten Ruf habe.

Mohammad Islam Ud-Din berichtete, wie harmonisch hier die Menschen aus verschiedenen Kulturenkreisen und mit unterschiedlichen Region zusammenlebten. So würde man gemeinsam Weihnachten, aber auch das islamische Zuckerfest feiern.

Wormser Süden - Vorbild für andere deutsche Städte

Dass die Situation der Menschen immer noch nicht optimal zu sein scheint, wurde deutlich, als das Thema Arbeitslosigkeit erörtert wurde. So läge die Arbeitslosenquote in der Boosstraße immer noch bei 30 Prozent. Es gebe aber immer mehr Lichtblicke. So nannte Renate Haag von den Wormser Frauenverbänden etwa die große Zahl von Kindern, die inzwischen Abitur machten oder die Mittlere Reife ablegten.

Insgesamt zeigte sich Staatssekretär Ulrich Kasparick so beeindruckt, dass er nachfragte, ob es eine filmische Dokumentation über die Entwicklung im "Wormser Süden" gäbe, die er mit nach Berlin nehmen könne. Seine Absicht sei, das Wormser Projekt dort als mustergültig zu präsentieren und prüfen zu lassen, ob es nicht als Vorbild für viele andere deutsche Städte dienen könne.

Quelle: Nibelungen-Kurier


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