Die Stadt Worms hat zusammen mit dem Klima-Bündnis e.V. ein Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept erarbeitet. Die Konzeption besteht aus den folgenden drei Modulen:
Ziel war die Formulierung von geeigneten Maßnahmen für eine angestrebte Reduktion des CO2-Ausstoß in Worms alle 5 Jahre um 10%.
In einer Auftaktveranstaltung am 27.10.2008 wurde die konkrete Abwicklung des Moduls 1 begonnen. Es wurden Umfang und Modalitäten der Datenbeschaffung zur Erstellung der CO2-Bilanz abgestimmt. Bis März 2009 wurden die erforderlichen Daten erhoben. Die CO2-Bilanz wurde vom Klima-Bündnis und der Stadtverwaltung Worms mit der Software ECO2-Regio des Anbieters ECO SPEED berechnet und wurde im April 2009 vorgestellt.
Im Anschluss wurden aus der Bilanz Sofortmaßnahmen abgeleitet, die unmittelbar und mit geringem Aufwand umsetzbar sind (Modul 2).
Das dritte Modul wurde im Oktober 2009 abgeschlossen. Ausgehend von einem Initiativ-Workshop zur Gründung von sechs thematisch konzipierten Arbeitsgruppen am 16.06.2009 tagten die Gruppen jeweils 1-mal im Juni/Juli und im September/Oktober und entwickelten Ideensammlungen für Maßnahmen des Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzeptes. Darüber hinaus wurden mehrere Einzelgespräche mit relevanten Akteuren durchgeführt.
Im Anschluss daran waren die Ergebnisse der Arbeitsgruppenarbeit zu bewerten, auszuwählen, zu formulieren und in das Konzept einzuarbeiten.
Das Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept der Stadt Worms wurde durch den Wormser Stadtrat am 27.01.2010 beschlossen.
Als Basis für das angestrebte Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept wurde eine Gesamtbilanz aller städtischen CO2-Emissionen erstellt. Hierzu wurden detaillierte Daten aus der gesamten Stadt zusammengetragen und daraus eine CO2-Bilanz für die Jahre 2004-2006 für die gesamte Stadt berechnet. In einer ersten Näherung wurde die Gesamt-CO2-Bilanz für die Jahre 1990-2006 mit nationalen Kennzahlen auf der Grundlage der Angaben von Einwohnerzahl und Beschäftigtenstruktur berechnet. In eine zweite Berechnung (Feinbilanz) fließen die in der Stadt real vorgefundenen Energiedaten der Jahre 2004-2006 ein. Das umfasst den Verbrauch von Haushalten, der Wirtschaft und der Kommunalen Gebäude ebenso wie Verkehr und Straßenbeleuchtung, differenziert nach den Strom, Gas, Nahwärme, Holz, Heizöl und Kraftstoffen. Die CO2-mindernde Wirkung von Kraft-Wärme-Koplungsanlagen und Photovoltaikanlagen wurde dabei berücksichtigt. Der Verkehrsbereich ist mit Pkw, LKW und Motorrädern, dem Regional-, Bahn- und Linienbusverkehr vollständig erfasst.
Die CO2-Bilanz gibt erste Hinweise auf den Handlungsbedarf, der trotz aller bisherigen Klimaschutz-Bemühungen besteht: Die in Worms ansässige, energieintensive Industrie schlägt sich deutlich in der Emissionsbilanz nieder. Der Ausbau der Logsitik-Branche schlägt sich im hohen Nutzfahrzeug-Aufkommen – und damit in den verkehrsbedingten Emissionen nieder. Den größten Anteil verkehrsbedingter Emissionen verursacht dennoch auch in Worms der Individualverkehr (PkW). Eine deutliche Senkung des kommunalen Energieverbrauchs konnte trotz der beschriebenen Maßnahmen nicht erreicht werden. Bei näherer Analyse der Verbrauchsdaten der Haushalte konnte das Klimabündnis feststellen, dass der Öl- und Gasverbrauch überdurchschnittlich hoch, die zugehörigen Heizanlagen überdurchschnittlich alt sind.
Hieraus ergeben sich die Handlungsfelder, die in den insgesamt 6 Arbeitsgruppen ausführlich diskutiert und behandelt werden. Ziel ist die Formulierung von Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoß in Worms um 10 % alle 5 Jahre.
Die vollständige CO2-Bilanz (Stand: 2009) können Sie hier einsehen. Für das Jahr 2010 ist eine Fortschreibung der CO2-Bilanz vorgesehen.
Für den Start in einen neuen Klimaschutz-Prozess der Stadt Worms schlägt das Klimabündnis auf der Grundlage der CO2-Bilanz folgende Sofort-Maßnahmen vor:
Durch die Benennung von Klimaschutzbeauftragten für den Gesamtprozess und die einzelnen Fachbereiche sollen die Zuständigkeiten in der Stadt klar verteilt werden.
Das Kommunale Energiemanagement soll ausgebaut werden. Dazu muss zunächst das Einsparpotenzial städtischer Liegenschaften ermittelt werden, die Straßenbeleuchtung kann noch energetisch optimiert werden, geeignete Dachflächen sollten für Solaranlagen nutzbar gemacht werden und städtische Mitarbeiter sollen an den Energieeinsparungen in ihren Dienstgebäuden mitwirken.
Für die Entwicklung einer energieeffizienten Stadtplanung wird vorgeschlagen, den Leitgedanken der Nachhaltigkeit, der ja dem neuen Stadtleitbild von Worms zu Grunde liegt, in der Bauleitplanung zu verankern und eine Liste potenzieller energetischer Mustersiedlungen auf städtischen Grundstücken auf zu stellen.
Impulse für eine energieeffiziente Industrie können durch die Initiierung eines Energie-Effizienz-Netzwerks ausgelöst werden.
Und schließlich soll die Öffentlichkeit künftig intensiv in den Klimaschutz-Prozess eingebunden werden.
Die Sofortmaßnahmen sind Bestandteil des CO2-Endberichtes und können hier eingesehen werden.
In diesem Modul waren und sind die Bürgerinnen und Bürger von Worms gefragt: Sie konnten sich in Arbeitsgruppen einbringen, die zweimal im Jahr 2009 zusammenkamen. In der ersten Sitzungsstaffel im Juni/Juli erarbeiteten insgesamt mehr als 100 interessierte Personen in den insgesamt 6 thematisch gegliederten Sitzungen in sachlicher und entspannter Atmosphäre zahlreiche Vorschläge für Maßnahmen, die eine CO2-Reduzierung bewirken sollen.
Die erarbeiteten Ideen wurden in einer zweiten Sitzungsstaffel im September/Oktober erneut vertiefend diskutiert und mündeten in konkrete Maßnahmenvorschläge, die im Januar 2010 in den politischen Gremien beraten und beschlossen wurden.
Die Arbeitsgruppen hatten folgende Bezeichnungen:
AG1 "Erneuerbare Energien",
AG2 "Energieeffizienz in Handwerk und KMU",
AG3 "Verkehr",
AG4 "Altbausanierung",
AG5 "Kommunales Energiemanagement/Bauleitplanung"
AG6 "Öffentlichkeitsarbeit".
Als Beteiligte dieses Prozesses waren neben den betroffenen Abteilungen, Eigenbetrieben und Gesellschaften der Stadt Worms die Innungen für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik und der Schornsteinfeger, Planer und Architekten, Vertreter der Landwirtschaft, der BRN GmbH, der EWR AG, sowie Umweltverbände und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit aufgerufen.
Die Maßnahmenliste finden Sie hier.
Aufgrund des Stadtratsbeschlusses vom 27.01.2010 hat die Verwaltung einen Maßnahmen- und Prioritätenkatalog erstellt, der in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen unterscheidet. Die Prioritätenliste ist hier einsehbar.
Weitere Informationen
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Bereich 3 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
Abt. 3.05 - Umweltschutz und Landwirtschaft
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