Gegenüber des alten Kaiserdomes, direkt vor der Jugendherberge, also mitten in der Stadt, klafft seit den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg eine Lücke in der Bebauung - der sog. "Glaskopf".
Aktuell wird die Fläche als Parkplatz genutzt. Das Besondere an dem Platz ist, dass er in einer Blickachse zwischen Jugenherberge und Dom liegt.
Bereits 2003 war die Bebauung des Galskopfes Thema eines Bürgerentscheides. Zwar wurde damals die notwendige Mehrheit, die sich gegen eine generelle Bebauung des Glaskopfes aussprach, nicht erreicht, der Wormser Stadtrat hat seit dem dennoch beschlossen, hier ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung zu werfen.
Mehr zum Bürgerentscheid von 2003 ...hier
Der Stadtrat bekräftigt seine Auffassung, dass eine städtebauliche verträgliche und stadtgestalterisch anspruchsvolle Neugestaltung des Parkplatzgeländes an der Andreasstraße durchaus sinnvoll ist. Die Festlegung einer unveränderten Beibehaltung des derzeitigen Parkplatzgeländes an der Andreasstraße ist nach Auffassung des Stadtrates nicht sinnvoll, weil damit die derzeit stadtgestalterisch inakzeptable und aus der Perspektive des Domes unattraktive Parkplatzsituation auf Dauer gefestigt würde und eine Neugestaltung, die sich harmonisch in die Nachbarschaft und in das sensible Umfeld des Domes einfügt und dieses aufwertet, eingeschränkt oder blockiert werden könnte.
Die Ramada-Hotelgruppe hatte Interesse, auf dem Glaskopf ein Hotel zu errichten. Dies gestaltete sich schwierig, da -trotz der teilweisen Einbeziehung des Vorplatzes der Jugendherberge - die Fläche sehr gering ist und das Gebäude entsprechend hoch werden müßte. Die Stadt legt allerdings großen Wert auf eine harmonische Einbindung eines etwaigen Gebäudes in die historischen Sichtbeziehungen. Eine Realisierung war nicht möglich.
2007 zeichnete sich eine andere Lösung ab: das unmittelbar benachbarte Gesundheitsamt, an der Andresstrasse gelegen, ist gänzlich aus dem großen Gebäudekomplex ausgezogen. So gab es Überlegungen, die eine Kombination aus Bebauung des Glaskopfes und Umgestaltung des ehem. Gesundheitsamtes zu einer Nutzung als Hotel und Gastronomie vorschlugen.
Der Wormser Unternehmer Kani, der auch das Parkhotel Prinz Carl betreibt, stellte ein entsprechendes Nutzungskonzept auf, in dem auch der Investor die Parkplätze auf dem „Hotelgelände Gesundheitsamt‘“, die mit der Bebauung des jetzigen Parkplatzes entfallen würden, vollumfänglich ersetzt.
Somit würde auch ein Leerstand des ehem. Gesundheitsamtes vermieden, dass immerhin ein großer Gebäudekomplex im Herzen der Stadt ist.
Auf dem Glaskopf selbst soll eine Gastronomie, das "Wormser Brauhaus", unter Beteiligung der Eichbaum Brauerei, entstehen.
Um das Projekt aus stadtplanerischer Sicht besser begleiten zu können, beschloss der Stadtrat dem Investor eine "Mehrfachbeauftragung" nahe zu legen. Das bedeutet, dass mehrere Architekten Entwürfe zur Bebauung gestalten. Eine Jury, bestehend aus dem Investor und seinen Beratern und Architekten, dem Oberbürgermeister und Vetretern der Stadtverwaltung, Altertumsverein, Landesdenkmalpflege, Dombauverein, weiteren Architekten und einem Vertreter der Eichbaum Brauerei, sichtet und berät die eingereichten Entwürfe.
Bei der letzten Jurysitzung wurden 4 Entwürfe besprochen, von denen einer, nach Einschätzung der Jurymitglieder, nach erneuter Überarbeitung die Chance auf Realisierung hat. Der Investor und sein Architekt werden dabei die Anregungen der Jury berücksichtigen.
Danach trifft sich die Jury erneut zur Beratung.
Sehen Sie die Geschichte des Platzes und die bisher vorgeschlagenen Gestaltungsvarianten ...hier (PDF)