Integrierte Gesamtschule (IGS) für Worms

in der Kerschensteiner Schule

Oberbürgermeister Michael Kissel zur aktuellen Diskussion über die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Kerschensteiner Schule.

 

Bild: Oberbürgermeister Michael Kissel

Oberbürgermeister Michael Kissel

Bild: Kerschensteiner Hauptschule

Die derzeitige Kerschensteiner Hauptschule

Bild: Kerschensteiner Hauptschule

Bild: Modell der geplanten IGS Schuljahr 2012/13

So soll die fertige IGS im Schuljahr 2012/13 aussehen

80 Millionen Euro seit 1980 in die Wormser Schullandschaft investiert!

Die Stadt Worms hat in ihrer Verantwortung als Schulträger nach der Phase der Neubauten in den 60er und 70er Jahren (Kerschensteiner/Staudinger/Diesterwegschule/ Bildungszentrum-Gauß/Rudi-Stephan/Berufsbildende Schulen/ Erweiterung Grundschule Herrnsheim) seit Anfang der 80er Jahre enorme Investitionen in den Ausbau, die Sanierung und Modernisierung des insgesamt 21 Gebäudekomplexe und 27 Schulen umfassenden Bestandes investiert: insgesamt rund 80 Millionen Euro!
An die Neu-, Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen der jüngeren Zeit sei in diesem Zusammenhang erinnert

- Eleonoren-Gymnasium,
- Westend-Realschule,
- Westend-Grundschule im Liebenauer Feld,
- Sanierung/Modernisierung Förderschule in
  der Karl-Marx-Siedlung und in Worms-Abenheim,
- Modernisierung/Sanierung Neusatzschule,
- Dachsanierung Karmeliter-Realschule,
- Sanierung Grundschule Worms-Heppenheim
- Sanierung und derzeit Umbau Lehrschwimmbecken
  als Aula- und Mensabau Diesterwegschule,
- Erweiterung Staudinger Ganztages-Hauptschule,
- derzeit Mensa Rudi-Stephan-Gymnasium, dritte
  Sporthalle am BIZ.

Im Rahmen der Bestandsunterhaltung geschehen zudem jährlich beträchtliche Erneuerungs- und Unterhaltungsinvestitionen. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen der Eneuerung der Haustechnik (Heizungs- und Lüftungsanlagenanlagen, Blockheizkraftwerke, Elektro-/Lichttechnik, Sanitäranlagen).

Von 2002 bis 2006 wurden in 24 Gebäuden - davon in 15 Schulgebäuden - solche Projekte realisiert. Derzeit laufen entsprechende Maßnahmen in zwei weiteren Schulgebäuden. Hinzu kommen die üblichen Renovierungs-, Verschönerungs- und Reparaturmaßnahmen durch die Hausmeisterdienste des Gebäudebewirtschaftungsbetriebs (GBB), Kräfte des Baubetriebshofes oder Fachfirmen. Die Finanzierung für diese Maßnahmen der Bestandsunterhaltung erfolgt im Rahmen des dem Gebäudebewirtschaftungsbetriebes zugewiesenen Budgets in Höhe von rund 14,5 Mio. €, wovon rd. 5,7 Mio. € für Maßnahmen der Unterhaltung bereit stehen.

Die Durchführung von Maßnahmen der Bestandsunterhaltung und -sanierung erledigt der GBB konsequent und systematisch nach Prioritäten, die sich am objektiven technischen Bedarf und der Dringlichkeit orientieren.

Außerdem: zusätzlich zu dem an Schülerzahl und weiteren besonderen Kriterien orientierten Budgets für Lehr- und Lernmittel, erhalten die Schulen nach einem definierten System jährlich (über Jahre auch ansparbare) Pauschalbudgets für Sonderprojekte und Ergänzung der spezifischen Ausstattungsbedarfe. Über die Verwendung dieser Mittel (z.B. für naturwissenschaftliche Ausstattung, Musikinstrumente, Bildungsreisen etc.) entscheiden die Schulen in eigener Verantwortung. Ganztagsschulen erhalten dazu eine Sonderpauschale für ihren erhöhten Bedarf.

Daran wird deutlich, dass die Stadt ihrer Verantwortung als Schulträger - in Abwägung mit vielen anderen öffentlichen Aufgaben (z.B. auch für die insgesamt rd. 150 Gebäude, darunter die über 40 Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft, für 86 Spielplätze, 26 Sportanlagen, die Unterhaltung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen/Parks usw. usw.) - seit jeher gerecht wird. Obgleich angesichts der Altersstruktur des städtischen Gebäudebestandes und der gerade bei Schulgebäuden besonders intensiven Nutzung (teilweise auch infolge von Vandalismus) ein stetiger und immer wiederkehrender Unterhaltungsbedarf besteht, sind die Wormser Schulen insgesamt in einem ordentlichen bis sehr guten Zustand. Es besteht also kein Anlass, von einem außergewöhnlichen Sanierungs- oder Unterhaltungsstau zu sprechen. Die Stadt ist trotz angespannter Haushalts- und Finanzlage weiterhin in der Lage, ihre Verpflichtungen gegenüber allen Schulen in Worms zu erfüllen.

 

Einstimmiger Stadtratsbeschluss für IGS

Auch der sich abzeichnende Handlungsbedarf am Standort Kerschensteiner Schule ist erklärbar. Zur Erhellung der in der Tat komplexen "Gemengelage" auch hier einige Vorbemerkungen und Fakten:
Am 14. November 2006 hat die Stadt einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates folgend den Antrag auf Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Gebäude der Kerschensteiner Schule zum Schuljahr 2008/09 bei gleichzeitig gleitender Aufhebung der Hauptschule beantragt. Im Schulgebäude verbleiben eine dreizügige Grundschule und eine Kindertagesstätte. Und zum Standort gehören ebenso eine große Sporthalle, ein ehemaliges Schulschwimmbad und Außensportanlagen.

Mittlerweile liegt die mit der vom Bildungsministerium eingesetzten Planungsgruppe abgestimmte Raumplanung für eine vierzügige IGS der Klassenstufen 5 bis 13 (die auf Grund der pädagogischen Konzeption über den Bedarf einer Hauptschule hinausgeht), ein vom Bereich 6 - Planen und Bauen entwickelter Logistikplan für deren Umsetzung und eine vorläufige Kostenschätzung vor. Die Raumplanung geht zunächst von einer Nutzung des vorhandenen Bestandes aus. Darüber hinaus benötigte Flächen einschließlich des anteiligen Raumbedarfes für eine Oberstufe sind dabei in einem viergeschossigen Anbau (Neubau) vorgesehen. Diese Grobplanung wurde bereits dem Bauausschuss sowie der oberen Schulbehörde/Schulaufsicht bei der ADD vorgestellt.

 

Fundierte Kostenschätzung

Zur Sorgfalt des Planungsprozesses gehört selbstverständlich die routinemäßige Überprüfung der vorhandenen Bausubstanz und die Feststellung der in dem inzwischen rund 40 Jahre alten Gebäudekomplex naturgemäß bestehenden Sanierungs- und Modernisierungserfordernisse (einschließlich einer notwendigen Schadstoffsanierung im gesamten Bestand), die sinnvollerweise zusammen mit dem Projekt IGS zu erledigen sind. Folglich besteht das Gesamtprojekt Kerschensteiner Schule aus folgenden Einzelelementen:

- Neubau IGS (teilweise auch für Oberstufe) 
  Kostenschätzung: rd. 4,5 Mio. €
- Bestandsausbau im bestehenden Gebäude
  für IGS - " rd. 3,7 Mio. €
- Bestandssanierung Sporthalle
  (für IGS und Grundschule) - " rd. 2,0 Mio. €
- Umbau ehemalige Schwimmhalle
  (Sport und Mehrzwecknutzung) " rd. 1,2 Mio. €
- Bestandssanierung 3-zügige Grundschule 
  rd. 1,2 Mio. €
- Teilverlegung/Ergänzung Sport-Außenanlagen 
  rd. 0,4 Mio. €
- Baunebenkosten (Fachingenieure, Planung usw)
  rd. 2,7 Mio. €

 

geschätzte Gesamtkosten: rd. 15,7 Mio. €

Die Kostenschätzung beruht in der derzeitigen Planungsphase noch auf Richt- und Erfahrungswerten für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Bestand und für Neubaumaßnahmen (anhand des erkennbaren Sanierungs- und Umbaubedarfes sowie ermittelter Flächen und Kubikmeter umbauter Raum).

Diese Zahlen sind nach bestem fachlichen Wissen geschätzt und soweit möglich kalkuliert. Eine Verdichtung der Kostenschätzung zu einer verbindlichen Kostenberechnung ergibt sich mit dem Fortschreiten der Planungstiefe, von der Bestandsaufnahme, über Vorentwurf, Entwurf, Genehmigungsplanung, Werk- und Ausführungsplanung bis zur Erstellung detaillierter Leistungsverzeichnisse als Grundlage einer öffentlichen Ausschreibung, die naturgemäß von der Konjunktur- und Marktsituation im Baugewerbe beeinflusst werden kann.

Einem langjährigen Rats- und Bauausschuss-Mitglied sind diese Zusammenhänge bekannt. Die geschilderte Komplexität einschließlich der Besonderheiten (Umbau und Sanierung im laufenden Schulbetrieb, Schadstoffsanierung usw.) macht den, auf den ersten Blick hohen Kostenrahmen nachvollziehbar und legt zudem die Berücksichtigung eines Sicherheitszuschlages für Unvorhergesehenes nahe.

 

Investitionen in Kerschensteiner Schule auch ohne IGS notwendig

Es muss auch nochmals betont werden, dass es bei der Gesamtmaßnahme nicht alleine um die vom Stadtrat einstimmig beschlossene IGS geht, sondern auch die ohnehin notwendigen substanzerhaltenden Maßnahmen an der Grundschule und an der Sporthalle, der Umbau der ehem. Schwimmhalle und die Schadstoffsanierung im Bestand mit den Maßnahmen für die IGS verbunden werden.

Die Stadt hat - mit oder ohne IGS - im Rahmen ihrer Verpflichtung als Schulträger und Eigentümerin eines öffentlichen Gebäudes die Verantwortung für die Substanzerhaltung. Dies gilt für die Kerschensteiner Schule ebenso wie für alle anderen Schulen in Worms.

Nach dem aktuellen Realisierungs- und Finanzierungskonzept, das am 23. Oktober 2007 dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Bauausschuss vorgestellt und danach dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll, kann das Gesamtprojekt ab 2008 über einen Zeitraum von 5 bis 6 Jahren sukzessiv realisiert werden, ohne den Start der IGS in 2008/09 zu beeinträchtigen.

 

Auch Landesregierung unterstreicht bildungspolitische Bedeutung der IGS

Dieses verwaltungsintern einvernehmlich abgestimmte Bau- und Logistikkonzept habe ich - gemeinsam mit Schuldezernent Hans-Joachim Kosubek und den Beteiligten der Fachbereiche am 31. August 2007 den Verantwortlichen der ADD und des Bildungsministeriums vorgestellt. Wir haben - vorbehaltlich einer detaillierten Prüfung im Rahmen des formellen Genehmigungs- und Förderverfahrens - dazu grundsätzliche Zustimmung erhalten.

Der ADD-Präsident hat zudem aus kommunalaufsichtsbehördlicher Sicht mit Blick auf die Bedeutung der Gesamtmaßnahme als kommunale Pflichtaufgabe im Rahmen der Schulträgerschaft und die unbestrittene bildungspolitische Bedeutung auch für die Finanzierung grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Derzeit finden bezüglich der anteiligen Landesförderung im Rahmen des Finanzierungsmodells Gespräche mit der ADD und dem Bildungsministerium statt.

Staatsministerin Doris Ahnen will sich der Angelegenheit persönlich annehmen, was auch aus der Sicht des Landes des Stellenwert des Projektes unterstreicht.

 

Keine Einschränkungen in der Bestandsunterhaltung anderer Schulen

Zusammenfassend ist aus meiner Sicht also festzuhalten, dass das Gesamtprojekt Kerschensteiner Schule nicht nur das Projekt IGS, sondern den gesamten Gebäudekomplex betrifft und die Stadt vor dieser Gesamtverantwortung nicht die Augen verschließen kann, die Finanzierung nach dem Realisierungskonzept und mit Unterstützung des Landes erträglich und ohne unvertretbaren Einschränkungen für die Schule gestreckt werden kann, die in den übrigen Wormser Schulen notwendigen Maßnahmen der Bestandsunterhaltung, Modernisierung oder Sanierung keine Einschränkungen hinnehmen müssen und deshalb bislang kein zwingender Anlass besteht, die im Stadtrat einstimmig beschlossene Strategie in Frage zu stellen.

Ich würde es begrüßen, wenn die in der politischen Verantwortung stehenden Akteure zunächst die ausführliche Darstellung und Erläuterung aller relevanten Fakten in der bevorstehenden Sitzung der Fachausschüsse zur Kenntnis nehmen und sachlich diskutieren, anstatt voreilige Schlussfolgerungen und Verängstigungsszenarien in die Welt zu setzen.

Michael Kissel
Oberbürgermeister


Ihre Meinung ist uns wichtig!

Wie ist Ihre Meinung zur Integrierten Gesamtschule für Worms?

Schicken Sie uns Ihren Kommentar bitte mit Angabe Ihres Namens und Wohnortes per Mail an: pressestelle@worms.de

! Der Absender erklärt sich mit der Veröffentlichung seines Namens und seines Beitrages bereit !

Anonyme Einsendungen können leider nicht berücksichtigt werden!

Vielen Dank!


zum Seitenanfang