Lesen Sie hier mehr über den Sanierungsbedarf, die Ortsbegehung durch Ausschussmitglieder und die Kostenverteilung:
Die Stadt Worms hat in ihrer Verantwortung als Schulträger nach der Phase der Neubauten in den 60er und 70er Jahren seit Anfang 1980 die enorme Summe von rund 80 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der Schulen investiert. „Und wir kommen ebenso unserer bildungspolitischen Pflicht nach, unserer Jugend eine fundierte schulische Ausbildung nach heutigen Rahmenbedingungen mit einer bestmöglichen individuellen Förderung zu ermöglichen“, betont Oberbürgermeister Michael Kissel mit Blick auf die IGS an der Kerschensteiner Schule.
Von dem dort akut bestehenden Sanierungsbedarf des fast 40 Jahre alten Gebäudes konnten sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bauausschusses bei einer gemeinsamen Ortsbegehung persönlich überzeugen. Feuchtigkeit an den Decken und am Mauerwerk, Risse an der Fassade und an den Wänden sowie weitere bauliche Mängel und der Zustand von Klassenräumen und Ausstattung sowie ergänzungsbedürftiger vorbeugender Brandschutz machten sehr deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.
„Mit dem IGS-Projekt setzt die Stadt Worms einen Stadtratsbeschluss vom November 2006 um“, erklärt OB Kissel. Demnach hat die Stadt diesem Beschluss folgend den Antrag auf Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Gebäude der Kerschensteiner Schule zum Schuljahr 2008/09 bei gleichzeitig gleitender Aufhebung der Hauptschule beantragt. Im Schulgebäude verbleiben eine dreizügige Grundschule und eine Kindertagesstätte. Und zum Standort gehören ebenso eine große Sporthalle, ein ehemaliges Schulschwimmbad und Außensportanlagen.
„Es muss auch nochmals betont werden, dass es bei der Gesamtmaßnahme nicht alleine um die vom Stadtrat einstimmig beschlossene IGS geht, sondern ebenso um die ohnehin notwendigen substanzerhaltenden Maßnahmen an den Gebäuden“, so OB Kissel.
Nach aktuellen, aber noch vorläufigen Kostenprognosen beläuft sich die Sanierung der Kerschensteiner Schule auf insgesamt rund 15,7 Millionen Euro. Dieser auf den ersten Blick sehr hoch erscheinende Betrag relativiert sich schnell, wenn man sich das Finanzierungsmodell vor Augen hält. Von den darin enthaltenen Baunebenkosten für Planung usw. in Höhe von rund 2,7 Mio. Euro erbringt die Verwaltung Eigenleistungen durch den Bereich Planen und Bauen und den Gebäudebewirtschaftungsbetrieb in Höhe von ca. 1,65 Mio. Euro. Das Land wird sich mit einem beachtlichen Zuschuss von rund 5,5 Mio. Euro am Gesamtprojekt beteiligen. Übrig bleiben für die Stadt noch etwa 8,6 bis 8,9 Mio. Euro, die über 5 Haushaltsjahre verteilt zu finanzieren sind, also zirka 1,75 Mio. pro Jahr.
„Vor diesem Hintergrund kann das IGS-Projekt keineswegs als überteuert oder als Prestigeobjekt bezeichnet werden. Die übrigen Schulen werden durch die IGS keine Abstriche in der Substanzerhaltung ihrer Gebäude oder in der Lehrmittelausstattung erleiden, sichert Kissel zu und ergänzt: „Mit der Umwandlung der Kerschensteiner Schule zur Integrierten Gesamtschule stärken wir den Schulstandort Worms und machen ihn zukunftsfähig.“ Die Erfahrung bei anderen IGS habe gezeigt, dass die Akzeptanz und das Interesse bei den Eltern sehr hoch ist und die Schüler sich dort sehr gut aufgehoben fühlen und entwickeln.
Bei einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss und Bauausschuss konnten sich alle Mandatsträger sowie Vertreter der Presse direkt vor Ort selbst ein Bild machen:
...Bildergalerie Kerschensteiner Schule