Mit „Teufel, Gott und Kaiser“ präsentieren Dieter Wedel und die Nibelungen-Festspiele vom 16. Juli bis 1. August 2010 eine Improvisation über eine Zeit, in der das Nibelungenlied entstand. Mit vielen Stars wie Heinz Hoenig, Meret Becker, Dirk Bach, Peter Striebeck, Anouschka Renzi, Roland Renner und vielen anderen. Der Vorverkauf startet am kommenden Montag, 26. April 2010.
Reges Medieninteresse fand die Pressekonferenz am 23.4.2010 im historischen Andreasstift (Museum der Stadt) in Worms vor, auf der Wedel zusammen mit Oberbürgermeister Kissel, seinem persönlichen Referenten Jörn Hinkel und Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele, das Programm der Festspiele 2010 und das neu Ensemble vorstellte.
Ein Experiment. „Teufel, Gott und Kaiser“ nennt Dieter Wedel das Projekt, das er mit seinem Team an jedem Aufführungsabend neu entwickeln wird. Eine Atempause täte dem Nibelungenthema sicher gut, von daher freue man sich über die Idee, im Stauferjahr mit einer Geschichte über den Stauferkaiser Friedrich II eben auch das Stauferthema aufzugreifen, so Wedel.
Es gibt kein Theaterstück, lediglich Improvisationen über eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des Mittelalters, die als "Reisekaiser" oft in Worms zugegen war: den Staufer Friedrich II., deutscher Kaiser und zugleich König von Sizilien, gläubiger Christ und zugleich ein Bewunderer und Freund der arabischen Kultur, machtbesessener Herrscher und zugleich ein beharrlich Fragender, ein Philosoph und Wissenschaftler.
"'Teufel, Gott und Kaiser' wird die Welt des Mittelalters schildern, es wird Tänze geben und Musik, es wird ein farbiges Stück", verrät Wedel. Dabei werden die Schauspieler zu den einzelnen Szenen nur Vorschläge erhalten, der Rest sei Improvisation. Auch Reaktionen aus dem Publikum können einfließen.
Für diesen ungewöhnlichen Versuch holt der Festspiel-Intendant wieder renommierte Theater- und Filmschauspieler nach Worms: Heinz Hoenig, Meret Becker, Dirk Bach, Peter Striebeck, Anouschka Renzi, Roland Renner und andere. „Dass so viele Stars, den Festspielen ihre Solidarität bekundet und mir Hilfe und Unterstützung angeboten haben, freut mich natürlich sehr“, erklärt Dieter Wedel. Gemeinsam werde man einen Weg gehen, den keiner von uns bis dahin beschritten hat. Und das findet nicht nur Dieter Wedel spannend, auch Heinz Hoenig und Anouschka Renzi - ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesend - freuen sich auf diese neue Erfahrung. Dirk Bach passe auf besondere Weise zum Ensemble, so Wedel. Er sei ein hervorragender Theaterschauspieler und ein Improvisationstalent, was er bei der Schillerstraße schon bewiesen habe. "Wobei die Schillerstraße nicht der Weg ist, den wir gehen wollen", so Wedel.
In Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren sind die Mittel begrenzt. Darum sind in diesem Jahr keine langen Probenzeiten, kein kostspieliger Tribünenaufbau finanzierbar. Die Anzahl der Zuschauer muss auf circa 500 Plätze beschränkt bleiben. Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele, rät daher allen Festspiel-Freunden, sich schnell eine Karte zu sichern. Sieben Vorstellungen wird es geben: am 16., 17., 18. Juli und am 22., 23., 24., 25. Juli 2010 jeweils um 20.30 Uhr. Plätze für Rollstuhlfahrer sind vorhanden. Der Vorverkauf startet am Montag, 26.4.2010.
Der Heylshofpark mit seinem wunderschönen Flair wird für die Besucher vom 16. Juli bis zum 1. August durchgehen geöffnet sein: mit kulinarischer Meile vom Parkhotel Prinz Carl, dem Sektgut Spohr und Rheinhessenwein. Auch das Arrangement mit Gourmet-Menue von Dubs wird es wieder geben
Auch die Angebote im Kulturprogramm sind in diesem Jahr eingeschränkt. Wie in den Vorjahren finden am zweiten Festspielsonntag, 25. Juli 2010, die Theaterbegegnungen statt. Bei den Darbietungen, Vorträgen und Diskussionen wird es in diesem Jahr um das Thema des latenten Antisemitismus vom Mittelalter bis zur Gegenwart gehen. Ein Historiker wird über die historische Figur des jüdischen Bankiers Joseph Süß referieren, dessen Lebenslauf die Nationalsozialisten für ihren Hetzfilm „Jud Süß“ missbrauchten. In einer anschließenden Diskussion wird es um die geplante Uraufführung des „Jud-Süß“-Stoffes im nächsten Jahr gehen.
Ein großer Tag für die Kleinen ist der Kindertag am 18. Juli, ab 11 Uhr im Heylshofpark. Basteln, Spielen und viel Theater!
Teil des Kulturprogramms sind auch Vorträge zur Historie, Musik und Literatur der Stauferzeit sowie Konzerte mit alter Musik in romanischen Kirchen der Stadt.
Oberbürgermeister dankte für das Verständnis und die Unterstützung in der schwierigen Zeit der Festspiele, die aufgrund der finanziellen Lage der Stadt in diesem Jahr eigentlich ausfallen sollten, dank des großartigen Engagements Dieter Wedels nun aber, wenn auch etwas reduzierter, stattfinden können.
"Die Festspiele in eiten großer finanzieller Not auszusetzen war die schwierigste und schmerzlichste Entscheidung in meiner Laufbahn", verriet Oberbürgermeister Kissel. "Ohne Sie kann ich mir die Nibelungen-Festspiele nicht vorstellen", dankte Kissel Dr. Dieter Wedel für sein Verständnis und seine außerordentliche Solidarität in diesen schwierigen Zeiten. Er freue sich sehr, dass Wedel seinen Vertrag bis 2013 verlängert habe.
Kissels Dank gilt auch dem Land Rheinland-Pfalz, insbesondere Kurt Beck, sowie Kulturministerin Doris Ahnen für deren Unterstützung. Erst gestern (22.4.2010) sei der Bescheid über die Förderung der Festspiele 2010 eingegangen sowie die Mitteilung, dass Mittel für 2011 reserviert wurden, verriet der OB. Er zeigt sich zuversichtlich, was die Zukunft der Festspiele angeht: "Die Festspiele leben und werden weitergehen. Wir in Worms werden alles dafür tun."
Der Vorverkauf für „Teufel, Gott und Kaiser“ beginnt ab Montag, 26. April 2010.
Tickets und Infos unter: (0 18 05) 33 71 71 oder www.nibelungenfestspiele.de
Die Preise: Kategorie I: 54,90 Euro | Kategorie II 39,90 Euro.