Das Lutherdenkmal zu Worms -
größtes Reformationsdenkmal der Welt!

Das zu Ehren des Reformators Martin Luther von Ernst Rietschel geschaffene und am 25. Juni 1868 enthüllte Lutherdenkmal in Worms, wo Luther 1521 vor dem Reichstag stand, ist das größte Reformationsdenkmal der Welt.

 
Bild: Philipp der Großmütige nach der Restaurierung

Die restaurierte Figur Philipps des Großmütigen

Rietschels Denkmal im neuen Glanz

Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Lutherdenkmal, die mit Unterstützung des Landesdenkmalamtes, des Altertumsvereins und vieler privater Sponsoren erfolgte, kann das Lutherdenkmal wieder begangen und erlebt werden. Datengleich mit der damaligen Beauftragung Ernst Rietschels am 26. Januar 1858 wurde das Denkmal am Samstag, 26. Januar 2008 für die Öffentlichkeit wieder freigeben. Zur feierlichen Freigabe waren alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie alle Besucherinnen und Besucher der Stadt Worms herzlich eingeladen.


Bild: Enthüllung des Lutherdenkmals am 25. Juni 1868

Enthüllung des Lutherdenkmals am 25. Juni 1868

Errichtung des Lutherdenkmals

Die bereits im 18.Jahrhundert beabsichtigte Errichtung eines Denkmals verwirklichte der 1856 gegründete Luther-Denkmal-Verein. Beiträge aus Europa, Nord- und Südamerika ermöglichten die Erstellung des, von Ernst Rietschel 1859 entworfenen und von ihm (gestorben 1861) sowie seinen Schülern Donndorf, Kietz, Schilling und dem Architekten Nicolai fertig gestellten Lutherdenkmals.

Am 25. Juni 1868 fand die Enthüllung statt, die als Fest der evangelischen Christen begangen wurde. Unter den mehr als 20 000 Festteilnehmer waren zahlreiche Fürsten und führende evangelische Persönlichkeiten. Das Denkmal wurde der Stadt in Eigentum und Obhut übergeben. Den beiden Vorsitzenden des Denkmalbauvereins, Dekan E. F. Keim und Gymnasiallehrer Dr. F.J. Eich verlieh die Stadtverordnetenversammlung das Ehrenbürgerrecht.


Bild: Lutherdenkmal bei Nacht mit Beleuchtung

Das illuminierte Lutherdenkmal bei Nacht

Bild: Entwurfskizze von Rietschel

Entwurfsskizze von Ernst Rietschel

Entwurf und Gestaltung

Die neuen theologischen Denkansätze und Reformbestrebungen des 15. / 16. Jahrhunderts standen in enger Wechselbeziehung mit der Wissenschaft und der weltlichen Macht.

Rietschel hat das in historischer Manier dargestellt. Er betont die von Deutschland ausgehende Reformation als Vollendung jahrhundertlanger abendländischer Bemühungen um die Wahrheit des Evangeliums. Seine Darstellung des Reformationsgeschehens beschränkt sich jedoch auf das deutsche Luthertum. Auf die große Bedeutung der Reformation für andere europäische Länder (Frankreich, Ungarn, skandinavische Länder) und ihre weltweite Auswirkung geht er nicht ein.

Dem Entwurf Rietschel liegt das Lutherlied "Ein feste Burg" zugrunde. Die quadratische Grundfläche ist an drei Seiten von Mauern umschlossen, unter deren Zinnen sich Wappen von Städten befinden, die sich der Reformation anschlossen. Auf erhöhten Postamenten stehen Persönlichkeiten der Reichspolitik und des Humanismus des 16. Jahrhunderts, die mit Luther verbunden waren. Zwischen ihnen sitzen drei allegorische Figuren, die Ereignisse und Auswirkungen der Reformation symbolisieren.
In der Mitte des Denkmals erhebt sich turmartig über Treppenstufen das Hauptpostament, auf dem Luther im Predigtrock mit der Bibel dargestellt ist. Er blickt nach dem Bereich des verschwundenen Bischofshofes, wo er im Schatten des Domes 1521 vor Kaiser und Reich stand. Unter ihm sitzen auf vier Sockelpfeilern die Vorreformatoren Wyclif und Hus, der Gründer der Waldenserbewegung Petrus Waldus und der Mönch Savonarola. An den Seiten des Postamentes sind Wappen, Medaillons und Reliefs angebracht, die das Reformationsgeschehen illustrieren.


Symbol: Details

Beschreibung des Lutherdenkmals

Die genaue Beschreibung der einzelnen Figuren, Wappen und Personen sowie deren Bedeutung finden Sie

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