Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand"

Im Südwesten vor den Mauern der Stadt wurde - entsprechend den religiösen Vorschriften, nach denen Friedhöfe außerhalb der Siedlungen liegen müssen - der jüdische Friedhof angelegt.

 
'Heiliger Sand'

Der "Heilige Sand"

Der Älteste in Europa

Ein "Gründungsdatum" ist nicht überliefert. Der älteste vor Ort erhaltene Grabstein ist der von Jakob ha-bachur und stammt aus dem Jahr 1076. Damit ist der Wormser Judenfriedhof der älteste erhaltene jüdische Friedhof in Europa. Einige weitere Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert sind außerdem noch vorhanden. Man kann sie unschwer an ihrer einfachen, rechteckigen Form, den "Schreiblinien" und der Umrahmung des Schriftfeldes erkennen. Sehr ähnlich, doch ohne Linien und Umrahmung, sehen die zahlreichen Grabsteine des 12. Jahrhunderts aus.

Der Friedhof entstand wohl in der Zeit, als die erste Synagoge 1034 erbaut wurde. Nicht nur wegen seines hohen Alters ist er so bedeutend. Auch zahlreiche namhafte jüdische Gelehrte sind hier begraben. Die Ruhestätte ist auch deshalb für die Friedhofskultur besonders interessant, weil keine christlichen Friedhöfe mit aufrecht stehenden Grabsteinen aus romanischer Zeit erhalten sind. Nur wenige Grabplatten und Sarkophagdeckel wurden in Kirchen bewahrt.

Die nahe dem Eingang gelegenen Grabsteine von Meir von Rothenburg († 1293) und Alexander ben Salomon Wimpfen († 1307) gehören zu den wichtigsten Grabdenkmälern des Friedhofs und sind ein Ziel jüdischer Besucher aus der ganzen Welt. Weitere wichtige Grabsteine liegen vor allem im so genannten „Rabbinental“ und seiner Umgebung; hier finden sich unter anderem die Gräber von Rabbi Nathan ben Issak († 1333), Rabbi Jakob ben Moses halevi, genannt MaHaRil, († 1427), Rabbi Meir ben Isaak († 1511) und Elia Loanz, genannt Baal-Schem († 1636).
(Quelle: Wikipedia.de)


'Martin-Buber-Blick'

"Martin -Buber -Blick"

"Martin-Buber-Blick"

Im Vorhof des Friedhofs steht ein Brunnen für die rituelle Reinigung der Hände nach dem Friedhofsbesuch. Neben dem hölzernen Eingangstor ist das Totengebet als Sandsteintafel in die Mauer eingelassen. Eine Wormser Eigenart ist, dass die Grabsteine alle nach Süden ausgerichtet sind. Unweit vom Eingang befindet sich der Grabstein des Rabbi Meir von Rothenburg (1220 - 1293), der als großer Gelehrter und Märtyrer hochverehrt ist. Die Grabsteine ab der Zeit der Gotik zeigen die typischen Stilmerkmale der jeweiligen Epoche. 1911 wurde beim Hauptfriedhof ein neuer jüdischer Friedhof angelegt. Seither fanden hier kaum noch Beerdigungen statt. Die Zeit der NS-Diktatur hat der Heilige Sand weitgehend unbeschadet überstanden. Imposant ist der so genannte "Martin-Buber-Blick" - über den Friedhof und die Stadtmauer hinweg zum nahen Dom. Sie alle stammen aus der Zeit der Romanik und bilden eine große Einheit, obwohl man sie mit Gewalt kulturell voneinander trennen wollte.

Detail

360°-Panoramabild "Judenfriedhof"

... DSL - 276 KB
... ISDN - 169 KB


öffnungzeiten

Tagsüber geöffnet (außer an jüdischen Feiertagen):

... Sommerzeit
    8-20 Uhr

... Winterzeit
    8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Führungen:

Vermittlung von Führungen bitte über die Touristinfo erfragen.

eintritt

Eintrittspreise:

Der Eintritt ist frei !

Adresse:

Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand"
Willy-Brandt-Ring
67547 Worms

der Judenfriedhof im Stadtplan


zum Seitenanfang