Die Erinnerung an den Aufenthalt des Reformators Dr. Martin Luthers vom 16. - 25. April 1521 in Worms und sein Erscheinen vor Kaiser Karl V. bleibt in der Stadt lebendig. Im Zuge der Reformation ab 1521 setzte sich in der Bürgerschaft der Reichsstadt die lutherische Lehre immer stärker durch. Luthers Auftreten vor Kaiser und Reich 1521 vor dem Reichstag in Worms verband die Reformation in besonderer Weise mit der Stadt. Allerdings blieb Worms eine multikonfessionelle Stadt, in der im 18. Jahrhundert vier Glaubensrichtungen vertreten waren (Lutheraner, Katholiken, Reformierte, Juden).
Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag Luthers zum 500. Mal. Aus diesem Anlass wurde die "Lutherdekade" ausgerufen, die seit dem Jahr 2008 bis 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird.
Ein bedeutendes Ereignis jährt sich im Jahr 2021 zum 500. Mal: Luthers Auftreten vor dem Reichstag zu Worms.
Der Augustinermönch Dr. Martin Luther (1483 bis 1545) stellte 1517 in 95 Thesen Missstände der Kirche zur Diskussion. In den folgenden Jahren veröffentlichte er mehrere als ketzerisch empfundene Schriften. Darin verwarf er die vom Evangelium abweichenden Lehrsätze und Praktiken der Kirche und forderte eine Reform. Rom verhängte den Bann über ihn.
Kaiser Karl V. ließ Luther 1521 nach Worms auf den Reichstag laden. Er sollte seine Schriften widerrufen. Diese Forderung wies er zurück, weil man ihn nicht aus der Bibel zu widerlegen vermochte. Die daraufhin vom Kaiser verhängte Reichsacht erwies sich als unwirksam. Kurfürst Friedrich von Sachsen, Luthers Landesherr, stellte sich schützend vor ihn.
Aus der Verbindung von theologischen - reformatorischen Anliegen und politischer Macht entstand die "Reformation". Luthers Gedanken breiteten sich rasch aus. Seine Gewissensentscheidung war von welthistorischer Bedeutung für den kirchlichen wie den weltlichen Bereich.
Im Jahre 1868 konnte das weltgrößte Reformationsdenkmal nach Entwürfen von Ernst Rietschel enthüllt werden. Spenden aus der gesamten lutherischen Welt hatten die Errichtung des Monuments ermöglicht, das in dem zu einer Parkanlage umgewandelten ehemaligen Stadtgraben errichtet wurde. In der burgartigen Gesamtanlage wird die Reformationsgeschichte von den ersten Anfängen in vorreformatorischer Zeit bis hinein ins 19. Jahrhundert dargestellt. In den Mittelpunkt gestellt ist Martin Luther, zu seinen Füßen sitzen die Vorreformatoren, auf der Außenmauer stehen bedeutende Zeitgenossen Luthers. Dazwischen sind bedeutende Städte in der Nachfolge der Reformation dargestellt.
Der Lutherbaum, Wahrzeichen Pfiffligheims, war bis 1870 Europas größte Ulme (Höhe über 30 m, Breite 12 m). Wohl im 16. Jahrhundert gepflanzt, grünte sie noch 1948. Der erhaltene Baumstumpf, mit einer Steinbank umgeben, erinnert mit einem vom Wormser Bildhauer Gustav Nonnenmacher geschaffenen Holzrelief an Geschichte und Sage des Baumes. 1998 – 1999 restauriert, im Bauminneren eine neue Ulme gepflanzt.
Kennen Sie den Preis der Lutherstädte
Im Heylshofgarten markiert eine Bodenplatte die Stelle, an der Martin Luther 1521 vor dem Reichstag den Widerruf seiner Lehre verweigert hat. Seinerzeit erstreckte sich hier die 1689 zerstörte bischöfliche Pfalz.
1912 fertiggestellter Kirchenbau nach Plänen von Prof. Friedrich Pützer, mit starken Anklängen an den Darmstädter Jugendstil mit sparsamer Ornamentik an den Außenseiten. Mehrfach erscheint als durchgängiges Kennzeichen der Kirche die achteckige Lutherrose. Einschiffiger Hallenbau mit Kanzelaltar. Ausstattung u.a. von Varnesi, Habich, Riegel.
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Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1689 wurde von der lutherischen Stadt – als Gegenüber zum katholisch gebliebenen Dom – am Marktplatz die barocke Dreifaltigkeitskirche als Reformationsgedächtniskirche an der Stelle des 1689 zerstörten "zur Münze" erbaut, dem (irrtümlich vermuteten) "Ort, wo Luther einst bekannt sein Wort" (Grundsteinlegung 1709, Weihe 1725). Sie ist die größte barocke Kirche der Stadt und von ihrer Geschichte her die Hauptkirche der evangelischen Christen in Worms. Nach den schweren Zerstörungen des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bis 1959 im Innern in modernen Formen wiedererrichtet.
Die ursprünglich karolingische Einraumkirche des 8./9. Jh. wurde später erweitert und nach Kriegszerstörungen bis 1952 wieder aufgebaut. Ursprünglich war es die Pfarrkirche des Andreasstiftes. Bedeutung für die Reformation erhielt das Gotteshaus als sehr frühe evangelische Predigtkirche und damit als eines der Ausgangspunkte der Reformation in Worms ab 1521.
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Für die englische Reformation und die moderne englische Sprache von enormer Bedeutung, bei uns kaum bekannt: Die erste Druckausgabe der englischen Übersetzung des Neuen Testaments durch William Tyndale entstand 1526 in Worms.
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