Maßnahmen entlang der Pfrimm zum Schutz der Stadtteile Pfeddersheim, Leiselheim, Hochheim und Pfiffligheim gegen ein 100-jähliches Hochwasser.
Der Start der Bauarbeiten war ursprünglich für 2006 geplant. Aus eigenen Mitteln kann das ca. 2,4 Millionen Euro schwere Projekt allerdings nicht gestemmt werden. Dies sei auch der Grund für die Verzögerung. Zum einen habe die Stadt noch keine Zusage vom Land für einen Zuschuss zur Hochwasserschutzmaßnahme an der Pfrimm erhalten, so Dieter Rauh, Leiter der Abteilung Grünflächen und Gewässer bei der Stadt. Diese wiederum sei abhängig von einer Stellungnahme zur Finanzierung der Maßnahme durch die Stadt, welche die Struktur- und Genehmigungsdirektion bei der Kommunalaufsicht angefordert habe. Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechne man daher nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2009.

Mit der Übergabe des Planfeststellungsbescheides an Oberbürgermeister Michael Kissel gab Vizepräsident Ralf Neumann von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd / Neustadt am gestrigen Dienstag der Stadt Worms grünes Licht zur Durchführung von umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Pfrimm. Dort werden in den nächsten Jahren in einem Bereich von rund 5 Kilometern bauliche Veränderungen vorgenommen, mit denen die Wohnbereiche entlang des Gewässers gegen ein 100-jährliches Hochwasser geschützt werden sollen.
Voraussichtlich rund 2,4 Millionen Euro wird das Projekt nach den Schätzungen der Fachingenieure insgesamt kosten. In mehreren Bauabschnitten sollen die Maßnahmen bei optimalem Verlauf bis 2010/2011 realisiert sein. Zuvor muss aber noch die Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses abgewartet und sodann der für Teilmaßnahmen notwendige Grunderwerb getätigt werden. OB Kissel hofft aufgrund des bislang ohne größeren Streit verlaufenen Verfahrens, dass sich beim Grunderwerb keine Verzögerungen ergeben, denn schließlich sei der Hochwasserschutz unstreitig im Interesse des Gemeinwohls.
Im Investitionsprogramm der Stadt sind die Maßnahmen bereits enthalten, wobei vom Land ein Zuschuss von etwa 60 Prozent erwartet wird, erklärte Oberbürgermeister Michael Kissel mit Blick nach Mainz. Ein entsprechender Förderantrag werde jetzt gestellt.
Die Maßnahme betrifft die Wormser Vororte Hochheim, Pfiffligheim, Leiselheim und Pfeddersheim. Mit dem ersten Bauabschnitt, der einige kleinere Schutzmaßnahmen in den Gemarkungen Pfeddersheim und Pfiffligheim vorsieht, könne noch in diesem Jahr begonnen werden, so der OB. Gleichzeitig laufen die vertiefenden planerischen Vorarbeiten für die weiteren Bauabschnitte in den Gemarkungen Hochheim und Leiselheim, wo durch eine den vorhandenen Baumbestand schonende Spundwand, die Ertüchtigung bzw. Verlegung bestehender Dämme und die Schaffung eines Rückhaltebeckens der Hochwasserschutz erreicht werden soll. Im Haushaltsentwurf 2008/09 seien dafür bereits 700.000 Euro als Anlaufbetrag veranschlagt, so OB Kissel.
Mit ausschlaggebend für die Planung und die zügige Einleitung des förmlichen Planfeststellungsverfahrens war das starke Hochwasser an der Pfrimm im Jahre 2003. „Ohne Sicherungsmaßnahmen unserer Feuerwehr am Pfrimmdamm hätte es zu einer Überflutung angrenzender Flächen kommen können“, so OB Kissel in der Rückbetrachtung. Nach einem einmütigen Stadtratsbeschluss zur Verbesserung der Hochwassersituation an der Pfrimm kam das Projekt ins Rollen.
Mit der Federführung für die durch das Mainzer Fachbüro ICON erarbeitete Genehmigungsplanung war bisher die Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft im Bereich 3 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung, die eng mit dem städtischen Bereich Planen und Bauen und der SGD zusammen arbeitete.
Eine Planfeststellung sei ein komplexes Rechtsverfahren, erläuterte SGD-Vizepräsident Ralf Neumann. Neben den fachlichen Aspekten des Hochwasserschutzes gelte es, die verschiedenen Interessen und Belange von Landwirtschaft, Naturschutz, Anliegern und anderen Betroffenen in Einklang zu bringen. Dies sei nur möglich, wenn alle Beteiligten frühzeitig und konstruktiv in eine solche Maßnahme eingebunden sind und darauf habe man großen Wert gelegt, betonte Neumann.
Positiv hob OB Kissel dabei auch die von Ortskenntnis geprägte konstruktive Mitwirkung und Unterstützung der berührten Ortsbeiräte hervor. Die SGD als Genehmigungsbehörde habe mit Sachverstand und Konsensorientierung das Projekt begleitet und zügig vorangebracht, dankte OB Michael Kissel SGD-Vizepräsident Ralf Neumann und Regierungsdirektor Manfred Schanzenbächer von der SGD Süd. Schon bei den realisierten Hochwasserschutzmaßnahmen in Ibersheim und Rheindürkheim sowie am Mittleren Busch und auf der Bürgerweide konnte man auf eine fruchtbare Zusammenarbeit verweisen.
Mit der jetzt anstehenden Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Pfrimm wurde der Bereich 6 – Planen und Bauen mit seiner Abteilung Grünflächen und Gewässer beauftragt. Neben dem Bau von Dämmen und der Schaffung von Retentionsflächen kommen auch verdeckte Spundwände zum Einsatz. In den nächsten Tagen erfolge die Bekanntmachung im städtischen Amtsblatt, so der Hinweis von OB Kissel. Zudem habe man den Plan und Informationen zum Hochwasserschutz an der Pfrimm im Internet auf der Worms-Homepage bereit gestellt, damit sich alle Interessierten im Rahmen der umfassenden Öffentlichkeitsarbeit über das Projekt informieren können.
Den Plan zum Maßnahme finden Sie ...hier (PDF, 4MB)
Rückhalteraum eingeweiht ...mehr
Die Pläne nach denen das Vorhaben zur Ausführung gelangen soll, lagen bei der Stadtverwaltung Worms einen Monat lang, bis zum 26. April 2007 zu jedermanns Einsicht aus.
Ausführliche Informationen und Pläne ...mehr
Auftraggeber: Stadtverwaltung Worms / 39-Amt für Umweltschutz und Landwirtschaft
Auftragnehmer: icon Ing.-Büro H. Webler Wasser und Umwelt- Beratung, Planung und Projektsteuerung, Marktplatz 11, 55130 Mainz
Kostenübersichten zum Hochwasserschutz
Weitere Bearbeitung
- Quantifizierung der entfallenden Überschwemmungsvolumina
- Prüfung des Stadtgebietes auf potenzielle Retentionsraum-
ausgleichsflächen
Varianten
Von der Stadtverwaltung favorisierte Varianten:
Zeitplan
Der Zeitplan sieht vor:
- 2004 Planung (Wasserbau, Landespflege, Vermessung,
Geotechnik)
- 2005 Planfeststellungsverfahren
- 2006 Baubeginn, voraussichtlich in Hochheim