Raschi-Haus (Foto: R. Uhrig)

Das Museum

Mehr als 900 Jahre lang bestand in Worms ununterbrochen eine Jüdische Gemeinde. Viele bauliche Zeugnisse sind erhalten und zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung des Jüdischen Worms.
Einblicke in die jüdische Geschichte seit dem Mittelalter, Traditionen und Religion sowie Erinnerungen an die Geschehnisse während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten ab 1933: all dies erwartet Sie im Jüdischen Museum in Worms.

Das von der Stadt Worms erbaute und unterhaltene Jüdische Museum befindet sich im Raschi-Haus in der Hinteren Judengasse 6. Es ist in den Räumen des Erd- und des Kellergeschosses eingerichtet. In den Obergeschossen sind das Wormser Stadtarchiv mit seiner Fotoabteilung sowie die Untere Denkmalschutzbehörde untergebracht.

Zur Geschichte des Museums

Das Jüdische Museum im Raschi-Haus befindet sich an geschichtsträchtiger Stelle, errichtet auf den mittelalterlichen Grundmauern und Kellergewölben des einstigen Tanz-, Hochzeits- und Lehrhauses der Jüdischen Gemeinde und somit genau dort, wo einst jüdische Traditionen gelebt und gelehrt wurden.

Mehr zur Geschichte

Raschi-Haus Rückansicht (Foto: IR/Stadt Worms) 
Raschi-Haus Rückansicht (Foto: IR/Stadt Worms)

Das Raschi-Haus steht neben der 1034 erstmals erwähnten Synagoge an der Stelle, von der man annimmt, dass sich hier das Lehrhaus befunden hat, in dem der bedeutende jüdische Gelehrte Raschi in der Zeit um 1060 studiert hat.

Die museal genutzten Kellergewölbe und einige Teile des Erdgeschosses stammen aus dem späten Mittelalter, das übrige Gebäude ist ein 1982 fertiggestellter Neubau, der dem früheren Haus nachempfunden wurde.

Die Funktionen des Gebäudes reichen von einer Nutzung als Rabbiner-Wohnung, als Tanz- und Hochzeitshaus, somit auch Gemeindehaus, bis hin zu einer Umgestaltung zu einem jüdischen Hospital um 1850. Einzelheiten der Baugeschichte und die Entwicklung der Nutzung sind bislang kaum erforscht; die Quellenlage ist schwierig.

Bis zur NS-Zeit beherbergte das im Krieg nicht zerstörte Gebäude, das im ersten Stock traditionell über einen kleinen Betraum verfügte, das Jüdische Altersheim. Es war für viele Juden, die nicht mehr auswandern konnten, die letzte Station auf dem Weg in die Deportation im Jahre 1942.

Nach 1945 – an die Stadt Worms verkauft – diente es als Quartier für Wohnungslose und geriet in zunehmenden Verfall. Als baufällig wurde es im Juni 1971 ohne Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange abgerissen; lediglich der Gewölbekeller blieb erhalten.

Schon seit dem Ende der 1960er Jahre gab es Bestrebungen verschiedener Seiten, an der Stelle des Hauses eine kulturelle Einrichtung mit Bezug auf die Geschichte des jüdischen Worms einzurichten und damit auch an das bereits seit 1924 existierende Jüdische Museum im Umfeld der Synagoge zu erinnern. Seine Bestände waren beim Synagogenbrand 1938 größtenteils vernichtet worden, nur wenige Judaica des heutigen Museums stammen noch aus den Beständen des damaligen Hauses.

Laut einem Konzept des Stadtarchivars Fritz Reuter, der sich besonders für ein Jüdisches Museum eingesetzt hat, wurde ab 1977 ein Neubau auf den alten Fundamenten geplant und dabei eine Nutzung als Museum in Verbindung mit dem Stadtarchiv vorgesehen. Als Raschi-Haus wurde die neue Kultureinrichtung der Stadt im November 1982 eingeweiht und ist seither als Ort der Begegnung und Forschung um eine Darstellung der Geschichte von Gemeinde und Religion bemüht.

Im Raschi-Haus wird auch die Wormser Beteiligung am Antrag des Landes Rheinland-Pfalz auf Aufnahme des jüdischen Kulturerbes der drei SchUM-Städte am Rhein (Speyer, Worms, Mainz) in das UNESCO-Welterbe koordiniert.

 

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Kontakt

Jüdisches Museum Worms

Hintere Judengasse 6
67547 Worms

Telefon: (0 62 41) 8 53 - 47 01 /  47 07
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