973 wurde Mansfeld erstmals urkundlich erwähnt. 1400 erhielt es Stadtrechte. Die Entwicklung des Ortes bestimmte die Kupfer- und Silbergewinnung in Hütten. Seit 1996 trägt die Stadt den Beinamen "Lutherstadt". Der Vater von Martin Luther, Hans Luder, siedelte sich 1484 als Hüttenmeister an. Martin verlebte im Ort seine Kindheit und besuchte 1488-1496 die Schule, deren Standort urkundlich belegt ist. Das Gebäude "Luthers Schule" wurde aufgrund baulicher Mängel abgerissen und 2000 neu aufgebaut. Im Elternhaus von Luther befindet sich ein Museum. In der bereits 1497 vorhandenen St. Georgskirche war Luther Ministrant.


Am 10. November 1483 wurde Martin Luther in Eisleben geboren. Kurz nach Martins Geburt siedelte die Familie Luder (Martin und sein Bruder Jakob änderten später die Schreibweise den Familiennamens in Luther) von Eisleben nach Mansfeld um, dem Hauptort der Grafschaft und Zentrum den Kupferschieferbergbaus.
Die erste Zeit war für die Familie eine Zeit der Entbehrung, allmählich gelang Hans Luder der soziale Aufstieg zum Hüttenunternehmer. Er kaufte ein eigenes Anwesen und wurde Ratsherr. In der Bergmannsstadt verbrachte Martin zusammen mit seinen 8 Geschwistern seine Kindheit.
Martin wurde von seinen Eltern sehr streng erzogen, seine Mutter war sehr abergläubisch, der Vater eher praktisch und konsequent denkend.
Im Frühjahr 1488 besuchte Martin Luther zum ersten Mal die neben der St. Georgskirche gelegene Mansfelder Schule, dort lernte er Lesen, Schreiben, Rechnen, Singen und die Anfänge des Lateinischen. Stücke aus der Lateinischen Bibel, dazu das Ave-Maria, das Vaterunser, die zehn Gebote und das Glaubensbekenntnis mussten die Kinder fehlerfrei aufsagen können.
Luther konnte noch im hohen Alter in seiner Schulzeit erlernte Texte rezitieren. Es sit nicht überliefert, ob Martin ein guter oder schlechter Schüler war, aber es ist anzunehmen, das er sich viel Mühe gab, wohl schon aus Angst vor der Rute, die immer drohend über den Köpfen der Schüler schwebte und bei den geringsten Fehlern niedersauste.
Drei Jahre vor seinem Tod erinnert sich Martin Luther noch an die Ereignisse aus der Mansfelder Schulzeit. Fünfzehn Schläge, so sagte er, habe er einmal bekommen, weil er nicht deklinieren und konjugieren konnte, was er noch gar nicht gelernt hatte. Wie tief mußte sich diese Ungerechtigkeit in ihm eingegraben haben! "Solche Lehrer und Meister haben wir müssen allenthalben haben, die selbst nichts gekonnt und nichts Guts noch Rechts haben mögen lernen, ja, auch die Weise nicht gewußt, wie man doch lernen soll", klagt er. Später hat er sich sehr eingehend mit der Reform des Schulwesens befaßt. Im Frühjahr 1497 verlässt Martin Luther Mansfeld, sein Weg "Hinaus in die Welt" beginnt.
1229
Die sicher ältere Burg Mansfeld wird erstmals erwähnt.
1501
Die Burg wurde nach der Erbteilung zu einer der mächtigsten Festungsanlagen der damaligen Zeit ausgebaut.
1950
Im Zuge einer Verwaltungsreform wird, unter dem Namen Mansfeld, aus den eigenständigen Städten Mansfeld und Leimbach eine Verwaltungseinheit.
1400
Mansfeld erhält das Stadtrecht.
Entscheidend für die Entwicklung der Stadt Mansfeld im Mittelalter wurde der Kupfer- und Silberbergbau, die Kupferverarbeitung in den Hütten und der Kupferhandel, bei dem jährlich bis zu 40.000 zentner Kupfer und beträchtliche Mengen Silber nach fast ganz Europa exportiert wurden.
1530
Leimbach erhält das Stadtrecht
1484
Hans Luder (seine Söhne Martin und Jakob änderten später die Schreibweise ihres Familiennamens in Luther um) kam nach Mansfeld, um im Berg- und Hüttenwesen zu arbeiten. Durch seinen Sohn Dr. Martin Luther, der hier seine Kindheit und Jugend verbrachte, ist Mansfeld über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden.
Weitere prominente Bürger Mansfelds waren der Chronist der Grafschaft Mansfeld, Cyriacus Spangenberg und der Naturforscher Franz Wilhelm Junghuhn.
1815-1952
Mansfeld war Kreistadt des Mansfelder Gebirgskreises. Heute wohnen in den beiden Ortsteilen zusammen etwa 4000 Einwohner.
1996
Die Stadt Mansfeld erhält den Beinamen Lutherstadt.
30.10. - 01.11.1998
Mansfeld war Gastgeber des ersten "Festival der Reformation", das der Veranstalter, der Europäische Tourismusverbund "Stätten der Reformation", künftig jährlich an einem anderen Ort in Deutschland oder Europa durchführt.