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Wertvolle Leihgabe in Ingelheimer Ausstellung

02.06.2017

Eine wertvolle Leihgabe aus der Wormser Luther-Bibliothek ist nun in der Ingelheimer Ausstellung ,Munster gefelt mir wol‘ zu sehen.

Das Exemplar der Basler Ausgabe aus dem Bestand der Wormser Luther-Bibliothek  ist nun in der Ingelheimer Ausstellung zu sehen. 
Das Exemplar der Basler Ausgabe aus dem Bestand der Wormser Luther-Bibliothek ist nun in der Ingelheimer Ausstellung zu sehen.

Sebastian Münster hat mehrfache Bedeutung für Worms

Sebastian Münster (1488 - 1552) war Franziskaner, Humanist, Universalgelehrter, früher Anhänger Martin Luthers und Professor für Hebräische Sprache an den Universitäten Heidelberg (ab 1524) und Basel (ab 1529). Sein Bildnis ist den meisten noch gut in Erinnerung vom blauen 100-D-Mark-Schein. 

Für Worms hat Sebastian Münster gleich in mehrfacher Hinsicht Bedeutung. Berühmt ist die Holzschnitt-Ansicht von Worms um 1550 aus der Cosmographia , Münsters „Weltbeschreibung“, die seit 1544 in der Basler Druckerei seines Stiefsohnes Heinrich Petri erschien. 

Weniger bekannt ist, dass zwei Werke Münsters 1529 von Peter Schöffer d. J. in Worms gedruckt wurden, kurz bevor Schöffer nach Straßburg übersiedelte: eine lateinisch-hebräische Parallelausgabe der dreizehn jüdischen Glaubensgrundsätze und das´Instrument über den Mond´. Nicht zufällig ist eine Straße in Worms nach Sebastian Münster benannt.

 

Studioausstellung aus Anlass des Reichstagsjubiläums

Aus Anlass des Reichstagsjubiläums widmet das Museum bei der Kaiserpfalz in Ingelheim den Berührungspunkten von Martin Luther und Sebastian Münster, der in Ingelheim geboren wurde, eine kleine, aber feine Studioausstellung: Bereits 1520 gab Münster, damals Lektor am Basler Franziskanerkloster und Korrektor in der Druckerei Adam Petri, die erste deutsche Übersetzung der Predigten über die zehn Gebote (Dekalog) heraus, die Luther 1516/17 in der Wittenberger Stadtkirche gehalten hatte. Münster versah diese bei Petri gedruckte Ausgabe mit einem wohlwollenden Vorwort über den Verfasser Martin Luther, „den frommen, geistlichen und hochgelehrten Mann“; seine Autorschaft verbarg er hinter den Initialen BSM (Bruder Sebastian Münster).

Das Exemplar der Basler Ausgabe aus dem Bestand der Wormser Luther-Bibliothek (Stadtbibliothek Worms) ist nun in der Ingelheimer Ausstellung zu sehen: Der Titelholzschnitt, der dem Umkreis des Basler Malers Hans Herbst (1470-1552) zugeschrieben wird, zeigt die Geschehnisse beim Empfang der zehn Gebote: Die Juden umtanzen vor ihren Zelten in der Wüste das Goldene Kalb, während Moses auf dem Berg Sinai aus der Hand Gottes die Gesetzestafeln empfängt. Der vorausgehende Manna-Regen ist hier simultan mitdargestellt, ebenso tritt rechts zwischen dem heiligen Berg schon Moses Nachfolger Iosue (Josua) hervor.

Informationen zur Ausstellung

Ausstellung "Munster gefelt mir wol" - Sebastian Münster und Martin Luther, Museum bei der Kaiserpfalz, François-Lachenal-Platz 5, Ingelheim am Rhein, bis 10. Dezember 2017.

Öffnungszeiten: bis Oktober Di.-Do. von  10-17 Uhr, Fr.–So. und Feiertage 10-18 Uhr; Nov. bis Dez. Di.-So.  10-16 Uhr); Eintritt 3, - €, ermäßigt 2, - €.