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OB Kissel gegen gebündelte Zustellung der Post

02.10.2017

Die Post sei gesetzlich dazu verpflichtet, an jedem Werktag Post zuzustellen, weshalb die geplanten Möglichkeiten nicht zu akzeptieren seien, betont OB Kissel.

Offenbar gehört Worms zu den bundesweiten Testgebieten der Deutschen Post, in denen die Post nicht mehr täglich zugestellt wird. OB Kissel spricht sich gegen dieses Verfahren aus.  
Offenbar gehört Worms zu den bundesweiten Testgebieten der Deutschen Post, in denen die Post nicht mehr täglich zugestellt wird. OB Kissel spricht sich gegen dieses Verfahren aus.

"Kein vertretbares Verhalten"

Seit Juli testet die Deutsche Post bundesweit das Verfahren, Briefe nicht mehr täglich zuzustellen. Auch Worms scheint zu den 110 deutschlandweiten Testgebieten zu gehören. Welche Bezirke genau betroffen sind, wird von Seiten der Post nicht weiter kommuniziert.

Die Wormser SPD-Regionalgeschäftsstelle hat erfahren, dass in Worms die Bezirke betroffen sein sollen, in denen die Post mit dem Fahrrad zugestellt wird. Verschiedene Medien berichten, die betroffenen Bürger hätten der Teilnahme am Pilotprojekt im Vorfeld zugestimmt. 

„Ein Schreiben, in dem wir über dieses Pilotprojekt informiert wurden und wir unsere Teilnahme hätten zu- beziehungsweise absagen können, haben wir nie bekommen“, sagt Oberbürgermeister Michael Kissel. Denn auch die Regionalgeschäftsstelle der SPD befindet sich in einem Bezirk, in dem die Post mit dem Fahrrad ausgetragen wird. 

„Geheime Testläufe zu starten, ohne die Bevölkerung zu informieren, ist ein nicht vertretbares Verhalten“, so der Stadtchef.

 

Keine Alternative zur täglichen Zustellung

In ähnlicher Weise hat sich bereits die Monsheimer Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp geäußert, die ebenfalls über die Vorgehensweise der Deutschen Post verärgert ist: „Es ist eine untragbare Maßnahme, die Bürger mit so vielen offenen Fragen zurückzulassen.“ 

In einzelnen Gemeinden ihres Wahlkreises Rhein-Selz/Wonnegau habe sich die ausgedünnte Briefzustellung bereits bemerkbar gemacht. Gerade die Bewohner ländlicherer Gebiete könnten die Leidtragenden dieser Veränderung werden, wenn sie plötzlich nicht mehr ausreichend versorgt werden. Das Thema sei jedoch bereits im Landtag behandelt worden, berichtet ihr Wormser Landtagskollege Jens Guth.

Drei Möglichkeiten der Postzustellung soll es künftig geben: Entweder wird die Post gebündelt immer samstags oder dreimal in der Woche, dann immer dienstags, donnerstags und samstags, zugestellt. Eine tägliche Zustellung soll auch weiterhin möglich bleiben – dann aber zum Arbeitsplatz des Empfängers. 

„Arbeitgeber können nicht zur Poststelle für die Privatpost ihrer Mitarbeiter werden. Dies würde in den Firmen zu einer erheblichen Belastung führen, die nichts mehr mit der Arbeit zu tun hätte“, zeigt sich der Stadtchef verärgert über die angebotenen Möglichkeiten. Auch die gebündelte Zustellung an einzelnen Wochentagen sieht er kritisch: „Bei Rechnungen und dringenden Briefen, in denen der Empfänger eine Frist einhalten muss, kann es durch die nicht zeitnah erfolgende Zustellung zu Problemen kommen.“ 

Alle drei Modelle ermöglichen es dem Adressaten, sich die Post per E-Mail schicken zu lassen. „Das sehe ich alleine aus Datenschutzgründen in Kombination mit dem Briefgeheimnis schon äußerst kritisch und stellt keine Alternative zur täglichen Zustellung dar“, so Kissel. Außerdem sei die Post gesetzlich dazu verpflichtet, an jedem Werktag Post zuzustellen, weshalb die geplanten Möglichkeiten nicht zu akzeptieren seien. 

Im Dezember endet der Pilotversuch und die Deutsche Post entscheidet über die Zukunft der Postzustellung.