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19.000 Besucher reisen ins Mittelalter

14.05.2018

Mit dem 17. Wormser Spectaculum ging am Wochenende vom 11. bis 13. Mai eine der ersten Großveranstaltungen des Wormser Kultursommers über die Bühne.

Eindrücke vom 17. Spectaculum im Wormser Wäldchen; Foto: B. Bertram 
Eindrücke vom 17. Spectaculum im Wormser Wäldchen; Foto: B. Bertram

Veranstalter mit positiver Bilanz

Trotz gemischter Wetterprognosen zog es rund 19.000 Besucher an den drei Tagen in die Welt des Mittelalters. Ihr Kommen wurde belohnt, blieb es bis auf einen nächtlichen Schauer an allen drei Veranstaltungstagen doch bei angenehm warmen Temperaturen. 

Die wenigen Tropfen steckten auch die rund 1000 aktiven Mittelalterbegeisterten ohne Probleme weg und so boten rund 100 Marktstände, 60 Lagergruppen sowie unzählige ehrenamtliche Helfer erneut eine authentische Welt des Mittelalters im Wormser Wäldchen. 

Für die Hauptverantwortlichen der städtischen Kultur und Veranstaltungs GmbH lief das Wochenende friedliche und ohne größere technische oder organisatorische Zwischenfälle ab.

Trotz zwischenzeitlich banger Blicke auf die Wetterentwicklungen zeigten sich die Aktiven am Ende des diesjährigen Spectaculums positiv gestimmt. Marktmeister Klaus Susemichel zog eine erste Bilanz: „Unsere Händler waren durchweg sehr zufrieden mit den Umsätzen.“ 

 

Auch Trossmeister Uwe Hildenbeutel berichtete aus den Lagern: „Die vielen Lagergruppen zeigten sich uns gegenüber einmal mehr begeistert von den professionellen Rahmenbedingungen beim Spectaculum. Die Gruppen kommen wirklich gerne nach Worms, was uns die Auswahl bei den vielen Bewerbungen Jahr für Jahr schwerer macht.

“Einziger Wermutstropfen aus Sicht des für die Lager verantwortlichen Trossmeisters war der neu eingeführte mittelalterliche Markt zwischen den Lagern. „Der wurde leider von den Besuchern nicht ganz so wahrgenommen, wie wir uns das erhofften hatten, denn dort wurden tolle Sachen angeboten. Da müssen wir uns etwas für nächstes Jahr einfallen lassen.“

Insgesamt verlief das Mittelalterfestival ohne größere Zwischenfälle. Abgesehen von dem ein oder anderen kurzzeitigen Stromausfall oder einem liegengeblieben Shuttle-Bus des Dienstleisters SES Security blieb es für die Verantwortlichen hinter den Kulissen ruhig. Die Rettungsdienste des ASB mussten lediglich Insektenstiche oder kleinere Schnittverletzungen behandeln. Die Entscheidung, die Zeiten der Vollkontaktturniere am Samstag und Sonntag aus der Mittagshitze nach hinten zu schieben erwies sich als goldrichtig: Trotz heißer Temperaturen am Samstag zeigten sich die kämpfenden Ritter hart im Nehmen, weshalb es hier zu keinen größeren Kreislaufproblemen kam.

Dezernentin Petra Graen, Vorsitzende des Gesellschafterausschusses der Kultur und Veranstaltungs GmbH: „Welchen Stellenwert das Spectaculum auch bei den städtischen Stellen hat, sieht man auch an diesem Jahr wieder an dem reibungslosen Zusammenspiel zwischen der KVG, dem Entsorgungs- und Baubetrieb und dem Grünflächenamt. Alle arbeiten mit viel Leidenschaft für diese besondere Veranstaltung. Diese eingespielte Zusammenarbeit mit den vielen Ehrenamtlichen sowie dem Sanitätsdienst ASB und dem Sicherheitsdienst SES freut mich besonders.“

Dem Lob schließt sich KVG-Prokurist Jens Thiele an und erklärt: „Alle Beteiligten waren wirklich sehr gut vorbereitet, besonders die Zusammenarbeit mit dem Wormser Grünflächenamt oder der ebwo lief super.“ Der neue Sicherheitsturm zur flächendeckenden Beschallung fügte sich nahtlos ins Gesamtbild und wurde bei zahlreichen Besuchern schnell zum beliebten Treffpunkt.

 

Spektakel ohne Ehrenamt nicht möglich

Einmal mehr steht das Wormser Spectaculum beispielhaft für das große Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer. Ihnen gilt auch der Dank von Oberbürgermeister Michael Kissel: „Rund 1000 Aktive, die sich über lange Zeit Jahr für Jahr beim Spectaculum einbringen – das ist nicht selbstverständlich. 

All Ihnen gebührt unser und mein expliziter Dank! Dass das Spectaculum inzwischen zu den bekanntesten und beliebtesten Mittelaltermärkten der Region zählt, liegt zum großen Teil an ihnen. Denn durch dieses Engagement wird die Wormser Geschichte auch weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Stück weit erlebbar.“

  

Besucher nutzen den sonnigen Samstag

Von den rund 19.000 Besuchern nahmen viele das Angebot, der mehrtägigen Eintrittskarten war und flaniert gleich mehrfach über den Mittelaltermarkt. Insgesamt fand das bunt gemischte Publikum aus der gesamten Rhein-Main-/Rhein-Neckar-Region den Weg auf das Spectaculum, wobei das abwechslungsreiche Kinderangebot erneut viele Familien ins Wormser Wäldchen lockte. 

Die bewährten Programmhöhepunkte wie die Eröffnungsfeier am Freitagabend, Feldschlachten und Vollkontaktturniere sowie die Rauf- und Bruchenballwettkämpfe lockten erneut die größten Massen an. Zwischendurch gab es auch bei verschiedenen Musikgruppen und Walking-Acts allerlei zu erleben. In den Abendstunden sorgten besonders die Konzerte der Szenebands „Duivelspack“, „Tanzwut“ und „Die Streuner“ sowie die Feuershows für Stimmung.

Wie sehr sich das Specatculum auch in der Szene der Vollkontakt-Kämpfer etabliert hat, zeigte sich an der Qualität der Kämpfer, die am Samstag und Sonntag in der großen Arena standen: Mit dabei waren zahlreiche Kämpfer, die in der letzten Woche noch beim internationalen „Battle of the Nations“ in Italien für die deutsche Mannschaft an den Start gingen und die auch zum großen Teil in der nationalen „Eisenliga“ antreten. Einmal mehr sorgten die krachenden Rüstungen und spannenden Duelle der Vollkontaktler für großes Handgeklapper bei den Besuchern.

Der erfahrene Marktmeister Klaus Susemichel stand im Vorfeld des Spectaculums erneut vor der schwierigen Aufgabe, die unzähligen Bewerbungen zu sichten und anschließend 100 Stände für das abwechslungsreiche Angebot auf dem Mittelaltermarkt auszuwählen. 

Händler und Handwerker aus teilweise fernen Ländern berichteten gerne von ihren Waren und den oftmals händischen Herstellungsprozessen. Hungrige Mittelalter-Fans wurden rund um den Schankplatz mit kühlem Met, allerlei Gegrilltem oder schottischen Teigfladen versorgt.

Für die besondere Atmosphäre des Spectaculums sorgten auch wieder die vielen Lagergruppen, die in passender Gewandung einen Einblick in das Leben zwischen 500 und 1.500 n.Chr. gaben. Über 60 Lagergruppen aus Deutschland und Europa fanden den Weg nach Worms, drunter Gruppen aus Schweden, Italien und Polen. 

Trotz der kurzfristigen Absage von drei Gruppen, haben die Verantwortlichen um Trossmeister Uwe Hildenbeutel damit einen neuen Rekord an Lagergruppen aufgestellt, wobei sich in diesem Jahr auch viele kleinere Gruppen zusammenfanden. Sie alle schlugen im Wäldchen ihre Zelte auf und demonstrierten den interessierten Besuchern ihre mittelalterlichen Alltagsgegenstände, Waffen und Rituale. 

Wer etwas über die damalige Handwerkskunst lernen wollte wurde meist direkt zum Zuschauen und Mitmachen ins Lager hereingebeten. In verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmer unter anderem alles über Medizin und Krankenpflege im Mittelalter oder die heilende Welt der Kräuter lernen.

 

Nach dem Spectaculum ist vor dem Spectaculum

2019 findet das Spectaculum vom 31. Mai bis zum 2. Juni statt.

Das Spectaculum Worms ist eine Veranstaltung der Kultur und Veranstaltungs GmbH in Zusammenarbeit mit dem „Netzwerk Lebendiges Mittelalter Worms“ und unterstützt durch die Kulturkoordination der Stadt Worms.

Spectaculum Worms