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Sonderausstellung zum Domjubiläum

07.06.2018

Bis 14. Oktober präsentieren das Museum der Stadt und das Nibelungenmuseum die gemeinsame Ausstellung "Zwischen Himmel und Erde – 1000 Jahre Dom zu Worms".

Säulenfuß mit Löwenskulptur, St. Johannes Worms, untere Zwerggalerie, um 1180 (Foto: R. Uhrig) 
Säulenfuß mit Löwenskulptur, St. Johannes Worms, untere Zwerggalerie, um 1180 (Foto: R. Uhrig)

"Zwischen Himmel und Erde – 1000 Jahre Dom zu Worms“"

Noch bis zum 10. Juni feiert Worms das 1000jährige Jubiläum der Domweihe. Aus diesem Anlass beginnt in wenigen Tagen auch die gemeinsame Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde – 1000 Jahre Dom zu Worms“ ­im Museum der Stadt Worms und im Nibelungenmuseum. 

Die offizielle Eröffnung findet am Freitag, 15. Juni, im Beisein von Oberbürgermeister Michael Kissel und Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek statt. Um 17.30 Uhr wird die Doppelausstellung zunächst im Museum der Stadt Worms und im Anschluss um 19 Uhr im Nibelungenmuseum eröffnet.

Während das städtische Museum in seiner Präsentation aussagekräftige Elemente der Baugeschichte des Kaiserdoms mit historisch spannenden Ereignissen verbindet, widmet sich das Nibelungenmuseum dem berühmt-berüchtigten „Streit der Königinnen“ zwischen Kriemhild und Brünhild am Dom-Nordportal. 

 
Außenansicht der Johanneskirche, Rekonstruktionszeichnung von Julian Hanschke 
Außenansicht der Johanneskirche, Rekonstruktionszeichnung von Julian Hanschke

Ausstellung zur Baugeschichte im Museum der Stadt

In der Andreaskirche werden bauhistorische Sammlungshighlights des Doms St. Peter aus der Romanik, der Spätgotik und der Zeit um 1900 gezeigt. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung im städtischen Museum liegt auf der 1807 abgerissenen, nur noch auf Plänen und Ansichten sowie in Bauelementen überlieferten Taufkirche St. Johannes auf der Südseite der Bischofskirche. 

Das Herzstück der Präsentation bilden innovative, animierte 3D-Rekonstruktionen. Sie wurden für diese Sonderausstellung von einem jungen wissenschaftlichen Team gemeinsam mit dem Karlsruher Bauforscher Julian Hanschke neu recherchiert und von ihm visuell umgesetzt. 

Der Historiker Maximilian Krüger ergänzte die baugeschichtlichen Einblicke durch historische Ereignisse in informativen und unterhaltsamen auditiven Inszenierungen. 

Das Publikum erhält so einen Einblick in die spannungsvollen Wechselwirkungen von Kirche, Architektur und Politik. 

Ein malerischer Blick auf die von der frühen Denkmalforschung geretteten Objekte im Museumsgarten beendet den Ausstellungsteil im Museum der Stadt.

Ausstellungsdetails und Begleitprogamm

 
Seite zum Königinnenstreit aus der Handschrift B des Nibelungenliedes, Stadtbibliothek St. Gallen 
Seite zum Königinnenstreit aus der Handschrift B des Nibelungenliedes, Stadtbibliothek St. Gallen

Königinnenstreit-Raumperformance im Nibelungenmuseum

Das Nibelungenmuseum widmet sich erstmals zentralen Szenen des berühmten Heldenepos in der Originalfassung der Handschrift B. Es thematisiert den berühmt-berüchtigten „Streit der Königinnen“ zwischen Kriemhild und Brünhild am Dom-Nordportal als akustische Raumperformance. Der Königinnenstreit wurde im Original eingelesen und durch eine Komposition, in der archaische Instrumente mit elektronischen Soundscapes die Bedeutung des Königinnenstreites erlebbar machen, ergänzt. So wird der Text entsprechend neuesten literaturhistorischen Erkenntnissen auch für Laien unmittelbar verständlich. 

Ergänzt wird die 3D-Raumkomposition durch ein Gespräch mit der Mediävistin Dr. Ellen Bender, die Handlungsmotive in der „Provokationsszene“ zwischen Brünhild und Kriemhild bei einem Ritterturnier auf dem Domplatz unter Genderaspekten in ein neues Licht rückt. Diese performative Rauminstallation im „Mythenlabor“ des Nibelungenmuseums bildet die folgerichtige Erweiterung der bisherigen, fast ausschließlich rezeptionsgeschichtlichen Darstellung des Nibelungenliedes. Mit der Konzentration auf das Hörerlebnis erweitert das mediengestützte Museum sein Herzstück, die Hörtour auf den Spuren des unbekannten Dichters, und knüpft damit auch an die Tradition der oralen Überlieferung und des mündlichen Vortrags an. 

Der Ausstellungsteil im Nibelungenmuseum schließt mit einem Ausblick auf den Dom im 21. Jahrhundert, den man im Hörturm genießen kann.

Ausstellungsdetails und Begleitprogamm

 

Service

  • Sonderausstellung „Zwischen Himmel und Erde 1000 Jahre Dom zu Worms“
  • im Museum der Stadt Worms & Nibelungenmuseum
  • 13. Juni bis 14. Oktober 2018  
  • offizielle Eröffnung am Freitag, 15. Juni, 17.30 Uhr im Museum der Stadt Worms im Andreasstift, 19 Uhr im Nibelungenmuseum
  • Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen und Vorträgen

Die gemeinsame Sonderausstellung kann mit einem Kombiticket besucht werden, das im Museum der Stadt im Andreasstift oder im Nibelungenmuseum erworben werden kann. Das Kombiticket berechtigt zum einmaligen Eintritt in beide Museen und ist bis Ausstellungsende am 14. Oktober 2018 gültig. Mit dem Kombiticket kann in beiden Häusern der jeweilige Teil der Sonderausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ sowie die dortige Dauerausstellung besucht werden. Die Preisersparnis liegt im Vergleich zum jeweiligen Einzelpreis der beiden Museen für Erwachsene bei zwei Euro und für Familien bei 5,50 Euro. 

Weitere Informationen – auch zum Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen und Vorträgen – findet man auf www.museum-andreasstift.de sowie auf www.nibelungenmuseum.de

Über weitere Ausstellungen und das gesamte Programm anlässlich der Tausendjahrfeier des Domjubiläums kann man sich auf www.wormser-dom.de informieren.

Die Beteiligten

Die gemeinsame Sonderausstellung im Museum der Stadt Worms im Andreasstift und dem Nibelungenmuseum ist in Kooperation mit dem Bistum Mainz sowie der Domgemeinde Worms entstanden. Das Ausstellungsbüro Correll und Glass kuratierte und inszenierte unter Leitung des wissenschaftlichen Leiters Dr. Olaf Mückain die Sonderschau. Das gesamte Museumsteam war bei der Umsetzung des Projektes beteiligt. Die Doktoranden Tina Schöbel und Aquilante De Filippo, die von Professor Dr. Matthias Untermann vom Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg betreut wurden, wählten fachkundig die Objekte aus. Dr. Erich Pelzer, Professor für Geschichte an der Universität Mannheim, fungierte in beiden Häusern als wissenschaftlicher Berater.