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275.000 Euro pro Arbeitswoche

24.09.2018

In welche Schulen und Kitas die Stadt gerade investiert und welche Maßnahmen noch anstehen, erläuterten nun OB Kissel und Baudezernent Franz.

Im Rahmen der Investitionen in die Wormser Bildungsinfrastruktur steht ein weiteres "Jahrhunderprojekt" noch bevor: die Generalsanierung des Bildungszentrums (BIZ). 
Im Rahmen der Investitionen in die Wormser Bildungsinfrastruktur steht ein weiteres "Jahrhunderprojekt" noch bevor: die Generalsanierung des Bildungszentrums (BIZ).

Investitionen in die Bildungsinfrastruktur

275.000 Euro pro Arbeitswoche: Dies ist die stolze Summe, die die Hochbauabteilung und der Gebäudebewirtschaftungsbetrieb der Stadt wöchentlich verbauen, geht man von 40 Arbeitswochen pro Jahr aus. Der Betrag entspricht der Haushaltssumme von elf Millionen Euro, die die Stadt jährlich in die Bildungsinfrastruktur investiert; hinzu kommen  kommen nochmals im Schnitt sechs Millionen Euro für Unterhaltungsmaßnahmen pro Jahr.

Im Zuge der politischen Debatte um einen weiteren Kita-Standort in der Carl-Villinger-Straße und der Forderung nach einer Prioritätenliste für Schulbaumaßnahmen präsentierten Oberbürgermeister Michael Kissel und Baudezernent Uwe Franz nun sämtliche aktuellen Investitionsmaßnahmen im Bildungsbereich und gaben einen Ausblick auf die nächsten Jahre. 

 

Die komplexe Planung einer Prioritätenliste

Im Hinblick auf die geforderte Prioritätenliste machten OB Kissel und Uwe Franz nochmals deutlich, dass der Stadtrat jährlich im Rahmen der Haushaltsberatungen eine Prioritätenliste festlegt. „Insbesondere bei der schulischen Infrastruktur beschäftigt uns seit einigen Jahren der vorbeugende Brandschutz, der uns zu Baumaßnahmen veranlasst hat, die unter anderen Gesichtspunkten eine weniger hohe Dringlichkeit gehabt hätten“,  erklärte der Stadtchef. Was den Kita-Ausbau betrifft, sei die Geburtenrate ebenfalls erst in den vergangenen Jahren wieder stark angestiegen. „Somit ist das Thema für uns auch erst jetzt wieder dringlich geworden“, so Kissel. 

Eine Priorisierung der Projekte könne nur unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien vorgenommen werden. Ganz oben stehe natürlich die Dringlichkeit, doch auch der städtische Haushalt und personelle Ressourcen müssten dabei berücksichtigt werden. Auch der politisch immer wieder diskutierte Vorschlag, mehr Leistungen extern zu vergeben, bedeute nicht zwangsläufig eine Entlastung der städtischen Mitarbeiter. „Der Planungsprozess ist in einer öffentlichen Verwaltung derart komplex, dass er von einem städtischen Mitarbeiter zentral koordiniert werden muss“, erläuterte der Baudezernent. Anders als der freie Markt unterliegt eine Kommune komplexen gesetzlichen Vorgaben, die auch einen enormen Zeitaufwand mit sich bringen.

Arbeit an einem "überhitzten" Markt

Hinzu komme, dass der Markt momentan stark „überhitzt“ sei, so Franz. Aufgrund der guten Konjunktur ziehen sich Auftragsvergaben in die Länge, die Kosten sind oft um ein Vielfaches höher als es die Kalkulation vorsieht. „Zudem stellen wir fest, dass der freie Markt immer häufiger versucht, Mitarbeiter abzuwerben“, berichtete Franz. „Ich bin jeden Tag froh, dass unsere Kollegen noch alle an Bord sind und dankbar für das hohe Engagement, das alle zeigen, um die Projekte voran zu bringen“, so Franz weiter. Die Anforderungen und Belastungen seien enorm bei der Vielzahl an Projekten, die Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch die politischen Gremien falle jedoch häufig eher gering aus.

Die Verwaltung stehe alles in allem unter einem enormen Druck, machte der OB deutlich. Auch das Konjunkturpaket KI 3.0 des Bundes sei Fluch und Segen zugleich: „Ein Großteil der Mittel kann nicht abfließen, weil es zu wenig Personal für Planung und Bau der Projekte gibt, oder andere Projekte, die nicht förderfähig sind, müssen verschoben werden“, weiß der Baudezernent.

Das anstehende "Jahrhundertprojekt"

Ungeachtet dessen herrscht auch im städtischen Baubereich Hochkonjunktur: Betrachtet man die derzeit laufenden Projekte im Bildungsinfrastrukturbereich, ergibt sich ein Investitionsvolumen in Höhe von fast 100 Millionen Euro. Ein weiteres „Jahrhunderprojekt“ stehe noch bevor, die Investitionen seien in der aktuellen Übersicht noch gar nicht berücksichtigt, so der Stadtchef. Die Rede ist von der Sanierung des Bildungszentrums. Für die Generalsanierung der Gymnasien geht die Stadt derzeit von Kosten in Höhe von 46,2 Millionen aus, hinzu kommt die Karl-Hoffman-Schule mit weiteren 28,6 Millionen Euro (Kostenschätzung). „Dieses Projekt bedeutet für uns eine riesige Herausforderung in jeder Hinsicht. Derzeit erstellen wir eine Machbarkeitsstudie“, berichtete der OB. Starten könne das Projekt erst, wenn andere Großbaumaßnahmen abgeschlossen seien. 

Übersicht der laufenden und anstehenden Baumaßnahmen:

Objekt Maßnahme Kosten Dauer
Ernst-Ludwig-Schule Generalsanierung aller Gebäudeteile, einschließlich der Sporthalle 8,4 Millionen Euro 2013 bis 2019
Nibelungenschule Generalsanierung aller Gebäudeteile, einschließlich der Sporthalle 12,5 Millionen Euro 2012 bis 2021
BIZ II Planung und Ausführung zweier neuer NAWI-Räume 750.000 Euro 2019 bis 2020
Werkstatt Karl-Hofmann-Schule energetische Sanierung 2,5 Millionen Euro seit 9/2018
Staudinger Grundschule Notauslagerung der Grundschule in Container 1,7 Millionen Euro 2018
Staudinger Grundschule Umzug in Gebäude der Realschule plus nach Generalsanierung 5,4 Millionen Euro 2019 bis 2020
Pfrimmtal-Realschule plus Neubau am Standort Nievergoltstraße 13 Millionen Euro (90 Prozent Förderung durch KI 3.0) bis 2022
Diesterweg-Grundschule Erweiterung 2 Millionen Euro (Kostenschätzung) Machbarkeitsstudie bis Ende 2018
Paternusschule Sporthalle Neubau 3,1 Millionen Euro 2017 bis 2018
Paternusschule Brandschutzsanierung 750.000 Euro 2020
Geschwister-Scholl-Schule Erweiterung um Container 60.000 Euro (Miete p.a.) 2017/2018
Grundschule Heppenheim Brandschutz 150.000 Euro (für 2018) seit 2012
Eleonoren-Gymnasium Brandschutz 2,14 Millionen Euro 2017 bis 2019
temporäre Karmeliter-Realschule plus Containeranlage 1,12 Millionen Euro 2017 bis 2019
Karmeliter-Realschule plus Umbau/Erweiterung 11,54 Millionen Euro 2014 bis 2020
Karmeliter-Grundschule Einrichtung einer Schwerpunktschule 3,2 Millionen Euro 2019 bis 2020
Sporthalle Carl-Villinger-Straße Neubau einer 3-Feld-Sporthalle 5,7 Millionen Euro 2019 bis 2022
Nelly-Sachs-IGS Einrichtung einer integrierten Gesamtschule mit Mehrzweck- und Sporthalle 25,43 Millionen Euro 2009 bis 2021
temporäre Kerschensteiner Grundschule Einrichtung einer temporären Grundschule 970.000 Euro 2017 bis 2019
Kerschensteiner Grundschule Entkernung und Bestandssanierung 3,6 Millionen Euro 2017 bis 2019
Kita Worms-Pfeddersheim Einrichtung einer temporären Kita 1,25 Millionen Euro 2019
Kita Worms-Pfiffligheim Neubau 3,6 Millionen Euro 2019 bis 2020
Kita Worms-Heppenheim Prüfung Erweiterung

Kita Worms-Rheindürkheim Umbau/Sanierung/Erweiterung 2,6 Millionen Euro (Kostenschätzung ) n.n.