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Erhöhung des Radverkehrsanteils erklärtes Ziel

04.10.2018

OB Michael Kissel hofft auf eine breite Beteiligung der Wormser Radfahrer und aller Verkehrsteilnehmer am vom ADFC initiierten „Fahrrad-Klima-Tests“.

Das Verleihsystem „VRNnextbike“, das die Stadt 2017 einführte, zeigt mit Belegungen von ca. 3.800 Rädern im Zeitraum zwischen Juni und November 2017, dass hier ein wichtiges und richtiges Angebot geschaffen wurde.
Das Verleihsystem „VRNnextbike“, das die Stadt 2017 einführte, zeigt mit Belegungen von ca. 3.800 Rädern im Zeitraum zwischen Juni und November 2017, dass hier ein wichtiges und richtiges Angebot geschaffen wurde.

Hinweise der Radfahrer werden berücksichtigt

Derzeit läuft bundesweit der vom ADFC initiierte „Fahrrad-Klima-Test“. Auch in Worms sind insbesondere Radfahrer und alle Verkehrsteilnehmer dazu aufgerufen, sich zu beteiligen. Oberbürgermeister Michael Kissel hofft auf eine breite Beteiligung auch in Worms. „Mit den Ergebnissen aus dem Fahrrad-Klima-Test erhalten wir wichtige Hinweise über aus der Sicht der Radfahrer notwendige Maßnahmen der Verbesserung und im Ausbau unseres Radwegenetzes, die wir bei der Erarbeitung unseres Mobilitätskonzeptes berücksichtigen wollen“, so OB Kissel.

Die Rahmenbedingungen seien dabei für die Stadt Worms grundsätzlich gut, so Kissel. Die Stadt Worms verfüge durch ihre zentrale Lage zwischen den Ballungszentren der Metropolregionen Rhein-Main-Neckar, durch eine gute Anbindung ans ländlich geprägte Umland sowie in Richtung Hessen/Bergstraße, durch die Größe und Struktur des Stadtgebietes sowie vor allen Dingen durch seine Topografie über hervorragende Voraussetzungen, attraktive Möglichkeiten für den Radverkehr zu bieten, vor allen Dingen für gute und durchgängige Radwegevernetzungen in alle Richtungen.

 

Unterstützung von ehrenamtlicher Fahrradbeauftragten

Die Stadt arbeite kontinuierlich am Ausbau des städtischen Radwegenetzes. Worms verfügt inzwischen über ein Netz von ca. 75 Kilometer touristischen und ca. 30 Kilometer nach der StVO offiziell beschilderten Radwegen. Mehrere touristische Themenrouten wurden zwischen 2005 und 2011 ausgewiesen und HBR-konform (Hinweise zur wegweisenden und touristischen Beschilderung für den Radverkehr in Rheinland-Pfalz; Grundlage für eine einheitliche und durchgängige Ausschilderung der Radwege in Rheinland-Pfalz) ausgeschildert. Sie sind Bestandteil des großräumigen Landesradwegenetzes und verknüpft mit weiteren regionalen und überregionalen Radwegen. Die komplette Radwegebeschilderung wird alljährlich von einem Fachbüro im Rahmen einer Wartungsbefahrung überprüft und aktualisiert. Im Haushalt der Stadt werden jährlich Mittel für Reparaturen und die Absenkung von Bordsteinen entlang von Radwegen bereitgestellt.

Die Attraktivität der Innenstadt für Radfahrer hat durch die vielen Schutzstreifen-Angebote an allen Hauptverkehrsstraßen, durch Öffnen zahlreicher Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer, durch Erweiterungen der Rad-Abstellplätze z. B. am Auxerreplatz, in der Folzstraße oder an möglichen Stellen in den Fußgängerzonen zugenommen. Überdachte Radabstellplätze sind im Parkhaus am Dom vorgesehen. Diese Angebote sollen kontinuierlich ausgebaut werden.

Das Verleihsystem „VRNnextbike“, das die Stadt 2017 einführte, zeigt mit Belegungen von ca. 3.800 Rädern im Zeitraum zwischen Juni und November 2017, dass hier ein wichtiges und richtiges Angebot geschaffen wurde.

Die ehrenamtliche Fahrradbeauftragte, Rosa Schumann-Montoya, wurde in der Nachfolge von Helmut Gerlach 2016 bestellt und 2018 für zwei weitere Jahre verpflichtet. Von ihr und aus der Bevölkerung erhält die Verwaltung wichtige Hinweise über dringliche und wünschenswerte Verbesserungen im Radwegenetz. Außerdem wird sie bei allen Verkehrswegeplanungen von Anfang an einbezogen. In der Stadtplanung ist eine hauptamtliche Mitarbeiterin explizit für die Belange des Radverkehrs zuständig.

Kontinuierlicher Ausbau des städtischen Radwegenetzes

Straßenneu- und Ausbauplanungen oder Erneuerungen der Fahrbahndecke erfolgen stets unter Berücksichtigung des Radverkehrs, wie zuletzt z.B. beim Ausbau des Lutherrings, der Hochheimer Straße, der Friedrich-Ebert-Straße, der Bebelstraße, der Friedrichstraße/Römerstraße, der Wollstraße etc.

Sicher ist die Arbeit mit dem bisher Erreichten noch nicht abgeschlossen, es warten noch zahlreiche Aufgaben, um die Bedingungen für sicheres und komfortables Radfahren weiter zu verbessern. Die Erhöhung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehrsaufkommen ist dabei das erklärte Ziel.

So ist es ein vorrangiges Bestreben des Stadtentwicklungskonzepts Mobilität, das derzeit erarbeitet wird, festzustellen, wo in Zukunft Radwegeverbindungen zwischen Ortsteilen bzw. zwischen Ortsteilen und der Innenstadt sinnvoll sind. Diese Zielsetzung wird derzeit auch von allen Ortsbeiräten mit Vehemenz gefordert.

Mit Hilfe verschiedener Szenarien im „Modal-Split“ (Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) wird ermittelt, entlang welcher Routen Potenzial und tatsächliche Möglichkeiten für neue Radwege bzw. für den Ausbau bestehender Trassen vorhanden sind. Dabei werden jeweils verschiedene Varianten gerechnet, beispielsweise mit hoher Priorisierung des ÖPNV oder mit hoher Priorisierung des Radverkehrs. So wird ein optimales Verhältnis zwischen ÖPNV, Radverkehr und Motorisiertem Individualverkehr (MIV) ermittelt. Ergebnisse dazu werden frühestens 2019 vorliegen. Ist das dann erarbeitete Konzept durch die politischen Gremien beschlossen, kann mit der weiteren Planung für die Optimierung und den Ausbau des Radwegenetzes begonnen werden.

Das bedeutet, dass dann konkret alle Möglichkeiten ermittelt werden, wie das Verkehrskonzept umgesetzt werden kann. Dies beinhaltet Fragestellungen zu folgenden Themen: Flächenankauf/Grunderwerb, naturschutzrechtlicher Ausgleich, wasserschutzrechtliche Belange, artenschutzrechtliche Belange, Baurechtsverfahren und nicht zuletzt die Frage der Kosten und einer möglichen Förderung. Dabei wird in der Untersuchung zunächst nicht zwischen „normalen“ Radwegen und Radschnellwegen unterschieden. Inwiefern überhaupt Radschnellwege entsprechend den einschlägigen Kriterien und technischen Anforderungen innerhalb von Worms möglich und sinnvoll sind, wird das Ergebnis des Mobilitätskonzeptes aufzeigen.

„Radautobahnen“ leisten Beitrag zum Umweltschutz

Trotz allem wird immer wieder die Frage aufgeworfen, inwieweit Radschnellwege in Worms kurzfristig installiert werden können. Prinzipiell stellen diese „Radautobahnen“ eine gute Entwicklung in der Mobilität dar und leisten ihren Beitrag zum Umweltschutz. Allerdings sind sie in ihrer Ausbauform nur dort sinnvoll, wo auch der Bedarf an Radschnellwegen besteht, also vor allem als regionale Verbindungen. Eine Möglichkeit innerhalb der Stadtgrenzen wird – ohne den Ergebnissen des Mobilitätskonzeptes vorweggreifen zu wollen – als Verbindung zwischen den Stadtteilen nur in Ausnahmefällen gegeben sein. Denn für Radschnellwege werden mindestens vier Meter breite Fahrbahnen getrennt von Gehwegen gefordert, die mindestens fünf Kilometer lang sind, möglichst kreuzungsfrei und ohne Wartezeiten (Ampeln) zu befahren sind. Die vorhandenen gewachsenen Bedingungen in Worms (Bebauung, vorhandene Wege, Gewässer etc.) lassen es kaum zu, Radschnellwege innerhalb der Stadtgrenzen zu installieren. Vielmehr sollte der Fokus auf sogenannten Radvorrangrouten liegen, die geringere Anforderungen an den Ausbaustandard haben, aber trotzdem komfortabel mit dem Rad zu befahren sind und als Anbindung an überregionale Radschnellwege gebaut werden können.

Im Zuge der Anbindung des Wormser Stadtgebietes an benachbarte Ballungsgebiete beteiligt sich die Stadt Worms aktuell an einer Machbarkeitsstudie des Verbandes Region Rhein-Neckar (VRRN) für eine schnelle Verbindung nach Ludwigshafen. Für den weiterführenden Anschluss von Ludwigshafen/Mannheim Richtung Wörth und Heidelberg wurde bereits von den beteiligten Städten eine Machbarkeitsstudie beauftragt.

Die Radwege in Worms sind zum Großteil unbefestigt, d. h. mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut. Dies hat Gründe im Natur- und Artenschutz. Die Befestigung von Wegen unterliegt der Eingriffsregelung des Naturschutzrechts (§§ 13 – 17 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz)), d. h. eine Befestigung in Asphalt- oder Betonbauweise, aber auch eine Teilbefestigung in Schotter unterliegt der Genehmigungspflicht durch die zuständige Naturschutzbehörde. Mit einem Antrag auf Genehmigung einer Befestigung ist ein Fachbeitrag Naturschutz vorzulegen, der die Eingriffserheblichkeit prüft sowie bau- und anlagebedingte Vermeidungs-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen festsetzt. Auch sind besondere Genehmigungserforderlichkeiten zu beachten. So liegen Teile der Eisbachaue sowie der Pfrimmaue im Geltungsbereich von Landschaftsschutzgebieten, die u. a. die Befestigung von Wegen unter Genehmigungsvorbehalt stellen.

Eine besondere Situation besteht bei dem Radweg zwischen den Stadtteilen Neuhausen und Abenheim, der mit seinen Böschungen als flächenhafter geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen ist. Hier besteht eine floristische wie auch faunistische Artenvielfalt, die die Genehmigung einer Befestigung nahezu ausschließt.

Alle Radwege werden durch die Abteilung 6.6 - Verkehrswegebau im Bereich 6 – Planen und Bauen regelmäßig und mit großer Sorgfalt kontrolliert. Die Verkehrssicherheit ist auf allen Strecken gegeben bzw. wird bei Mängeln oder Schäden unverzüglich wiederhergestellt.