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Schotterwüste als Visitenkarte?

09.04.2019

Bienenweiden anstatt Steingärten: Bei "Worms blüht auf" informierte die Stadt über die negativen Folgen der beliebten Schottergärten.

Die vermeintlich pflegeleichten Schottergärten bringen auch negative Aspekte mich sich: Sie bieten kaum Lebensraum, speichern ordentlich Hitze und heizen so den Boden und die Umgebung noch mehr auf. (Foto: pixabay) 
Die vermeintlich pflegeleichten Schottergärten bringen auch negative Aspekte mich sich: Sie bieten kaum Lebensraum, speichern ordentlich Hitze und heizen so den Boden und die Umgebung noch mehr auf. (Foto: pixabay)
Ein Blumenbeet oder gar eine Wildblumenwiese hingegen bringt Farbe ins Leben, duftet herrlich, bietet Insekten wie Hummeln und Bienen reichlich Nahrung, beschattet den Boden und sorgt so für ein angenehmeres Klima. (Foto: pixabay) 
Ein Blumenbeet oder gar eine Wildblumenwiese hingegen bringt Farbe ins Leben, duftet herrlich, bietet Insekten wie Hummeln und Bienen reichlich Nahrung, beschattet den Boden und sorgt so für ein angenehmeres Klima. (Foto: pixabay)

Alternativen zur Steinwüste bei "Worms blüht auf"

Sie liegen derzeit voll im Trend: Die neuen Vorgärten, so genannte Steingärten, die sich als Schotterfläche mit meist wenig Bepflanzung präsentieren. Was die Gartenbesitzer an dieser Gestaltung reizt, ist das Moderne, Pflegeleichte, Ordentliche, das Minimalistische. Die Steingärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 

Die vermeintlich pflegeleichten Schottergärten bringen jedoch auch negative Aspekte mich sich, über die städtische Grünflächenabteilung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft im Rahmen von „Worms blüht auf“ am 6. und 7. April informierte. 

In Form von kleinen Palettengärten zeigten die Mitarbeiter die negativen Folgen der Schottergärten auf und präsentierten den interessierten Besuchern alternative Gestaltungsmöglichkeiten mit ihren positiven Effekten für Klima, Natur und Umwelt. 

Verschiedene Infoflyer mit Tipps zur naturverträglichen Gartengestaltung standen zum Mitnehmen bereit und für „Macher“ gab es Gutscheine für Wildblumensaatgut zum Abholen. Denn es gibt auch andere Gartenvarianten, die pflegeleicht und zugleich ästhetisch sind und darüber hinaus auch der Umwelt gut tun. 

Schließlich liegen die Nachteile der Schottergärten auf der Hand: Sie bieten weder Lebensraum für blühende Pflanzen und heimische Tiere wie z.B. Insekten und Vögel und sie spenden keinen Schatten - im Gegenteil, sie heizen sich noch zusätzlich auf und tragen damit zur klimatischen Belastung der Siedlungsgebiete bei. 

Pflegeleicht und dauerhaft ästhetisch sind die Steingärten zudem nur unbedingt: Im Laufe der Zeit sammeln sich Laub und Staub auf dem Steinbelag, es wachsen Moose und  Flechten und später unerwünschte Wildkräuter, die von Hand entfernt werden müssen, da auf den versiegelten Flächen ein Herbizideinsatz verboten ist.

 

"Entsteint Euch" / Stadt hofft auf neue Trendsetter

Das Thema wurde bereits von einigen Initiativen aufgegriffen, auch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF) hat sich dazu mit dem Flyer „Entsteint Euch“ positioniert. 

Der Klimawandel und das massive Artensterben sind dermaßen alarmierend, dass jeder Einzelne im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Biodiversität beitragen sollte. Offener Boden, Vielfalt für Pflanzen und Tiere und intelligente, ästhetische und pflegeleichte Lösungen, das sollte der neue Trend für Gartenbesitzer werden.

Die Stadt hofft mit ihrer Aktion in der Wilhelm-Leuschner-Straße (KW) auf neue Trendsetter in der Gestaltung privater Gärten. Der Vorgarten ist schließlich die Visitenkarte des Hauses.