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Neubau Nibelungenbrücke ab 2025 geplant

03.04.2019

Anstelle der alten Wormser Rheinbrücke soll bis zum Jahr 2028 ein Ersatzneubau entstehen. Erst vor wenigen Jahren wurde ihr eine 2. Brücke zur Seite gestellt.

Soll durch einen Neubau ersetzt werden: die alte Nibelungenbrücke über den Rhein bei Worms. Erhalten bleiben die Vorlandbrücken und natürlich der historische Brückenturm. (Foto: IR / Stadt Worms) 
Soll durch einen Neubau ersetzt werden: die alte Nibelungenbrücke über den Rhein bei Worms. Erhalten bleiben die Vorlandbrücken und natürlich der historische Brückenturm. (Foto: IR / Stadt Worms)

Bauwerk muss erneuert werden

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms wird in diesem Jahr die Planungen für einen Ersatzneubau der alten Nibelungenbrücke, gemeint ist nur die 320 Meter lange Strombrücke, angehen. Nach den derzeitigen Überlegungen soll bis zum Jahr 2028 ein Neubau der Strombrücke umgesetzt sein. Die Vorlandbrücken auf hessischer (285 Meter Länge) und auf rheinland-pfälzischer Seite (140 Meter Länge) bleiben bestehen. 

Eine Ertüchtigung der alten Nibelungenbrücke aus dem Jahr 1953 mit dem Ziel einer Tragfähigkeit nach dem heutigen gültigen Regelwerk, sowie einer Sicherung der Dauerhaftigkeit sind bei dem gegebenen Tragwerk untersucht worden und im Ergebnis der Überprüfung als nicht bautechnisch machbar festgelegt worden. Das Bauwerk hat nach aktuellem Technischen Regelwerk Defizite bei der Schubtragfähigkeit, die zu einer theoretischen Standzeit bis zum Jahr 2028 führen.

 
Die 320 Meter lange Strombrücke (im Bild links) aus dem Jahr 1953 wurde zwischen 2010 und 2013 saniert, muss aber in naher Zukunft erneuert werden. (Foto: IR / Stadt Worms) 
Die 320 Meter lange Strombrücke (im Bild links) aus dem Jahr 1953 wurde zwischen 2010 und 2013 saniert, muss aber in naher Zukunft erneuert werden. (Foto: IR / Stadt Worms)

Sanierung zwischen 2010 bis 2013

Nachdem die neue Rheinbrücke Worms im September 2008 fertiggestellt wurde, konnte im Auftrag von Hessen Mobil im Frühjahr 2010 damit begonnen werden, die alte Nibelungenbrücke zu sanieren. Die gesamte Fahrbahn auf den sogenannten Vorlandbrücken (Baujahr 1900) aus Beton musste abgebrochen und in Leichtbeton-Bauweise neu hergestellt werden. 

Über dem Rhein, damit ist die Strombrücke gemeint, wurde im Wesentlichen die sogenannte „Biegebruchtragfähigkeit“ der Strombrücke verbessert sowie eine grundhafte Sanierung des Betons, der Fahrbahnübergänge und der Brückenlager vorgenommen. Die Verbesserung der Biegebruchtragfähigkeit konnte durch den Einbau zusätzlicher Spannglieder in den Hohlkästen der Stege unterhalb der Fahrbahn erreicht werden. Im weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten wurden Fahrbahnbeläge, Abdichtungen, Geländer, Schutzplanken und die Straßenbeleuchtung erneuert. Schadhafter Beton wurde instand gesetzt und eine neue Entwässerung eingebaut. Das Mauerwerk der historischen Wände und Bögen der Vorlandbrücken aus der Zeit um 1900 wurden saniert und instand gesetzt. 

 

Die Nibelungenbrücke wurde im Herbst 2013 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Sanierung der alten Rheinbrücke unter Federführung von Hessen Mobil hat rund 13,6 Millionen Euro gekostet. Die Hälfte der Kosten entfiel ungefähr auf die Vorlandbrücken, die andere Hälfte auf die Strombrücke. 

Eine Ertüchtigung der alten Nibelungenbrücke aus dem Jahr 1953 mit dem Ziel einer Tragfähigkeit nach dem heutigen gültigen Regelwerk, sowie einer Sicherung der Dauerhaftigkeit sind bei dem gegebenen Tragwerk untersucht worden und im Ergebnis der Überprüfung als nicht bautechnisch machbar festgelegt worden. Das Bauwerk hat nach aktuellem Technischen Regelwerk Defizite bei der Schubtragfähigkeit, die zu einer theoretischen Standzeit bis zum Jahr 2028 führen.   

Ersatzneubau Strombrücke ab 2025

Täglich pendeln rund 23 000 Fahrzeuge zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Die alte Nibelungenbrücke wurde 1953 regelkonform nach den seinerzeit gültigen Richtlinien, sowie für die damals absehbare Verkehrsbelastung errichtet. Im Jahr 2005 wurde sie vor der geplanten Sanierung statisch nachgerechnet. Ziel war es, die seinerzeit gültige Brückenklasse 60/30 zu erreichen. 

Die Nachrechnung stellte fest, dass notwendige Verstärkungen aus technischen Gründen nicht ergänzt werden konnten. Unter Beteiligung der Rheinland-Pfälzischen und der Hessischen Straßenbauverwaltungen, sowie des damaligen Bundesministeriums für Verkehr wurde im Jahr 2008 festgelegt, dass die geplante Instandsetzung ab 2010 wirtschaftlich für eine Reststandzeit von 15 bis 20 Jahren erfolgen soll. Ein Ersatzneubau soll ab dem Jahr 2028 fertig gestellt sein. 

Die in 2013 abgeschlossene Sanierung war insofern bereits mit dem Ziel eines Ersatzneubaus konzipiert. Es ist aus statischen Gründen (Defizite bei der Schubtragfähigkeit) auch nicht mehr aus dem alten Bauwerk „herauszuholen“.

Planung Ersatzneubau

Unter Berücksichtigung der für Flussbrücken allgemein bekannten langen Planungszeiten will der LBM in den kommenden Monaten auf Arbeitsebene erste Gespräche und Abstimmungen zur Neubauplanung der alten Nibelungenbrücke beginnen. Bei den für Großprojekte üblichen mehrjährigen Planungszeiten und einer geschätzten Bauzeit von zwei bis drei Jahren macht es Sinn, den Planungsprozess früh anzugehen.

Daten und Fakten:

  • 1951 bis 1953: Neubau der Nibelungenbrücke
  • Baukosten: 4 Millionen Deutsche Mark
  • Zum Vergleich: Neue Rheinbrücke Worms 16 Millionen Euro (Bauzeit 2005 bis 2008)
  • Bauherr: Bundesrepublik Deutschland
  • Gesamtlänge: 745 Meter, davon 320 Meter Länge der Strombrücke
  • Breite zwischen Geländer: 14,70 Meter
  • Überbau: 2-stegiger Plattenbalken
  • Bauverfahren: Spannbetonbrücke im freien Vorbau
  • Verkehrsbelastung Rheinbrücke Worms: 19.000 (1983) Kraftfahrzeuge pro Tag; im Jahresmittel 22.800 (2015), davon 7 Prozent Schwerverkehr (Busse, Lkw > 3,5 Tonnen) 

Zeitschiene:

  • 2019: Erste Abstimmungen mit Stadt Worms, Hessen Mobil, Denkmalpflegebehörde, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd und anderen
  • 2020: LBM Worms erteilt Auftrag zur Planung des Ersatzneubaues der Strombrücke
  • ab 2020: Planung und Vorbereitung Baurecht
  • ab 2025: Baurecht, Ausschreibung und Vergabe, Baustart
  • 2028: Fertigstellung Strombrücke (Bauzeit incl. Abriss rund 3 Jahre)