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Planungen zur Sonderausstellung schreiten voran

06.05.2019

Bei der Landesausstellung Luther 2021 in Worms soll neben der Gewissensfreiheit das Thema "Protest" eine zentrale Rolle spielen.

In der großen Landesausstellung zum Lutherjahr 2021 in Worms soll neben der Gewissensfreiheit und deren globaler Wirkungsgeschichte das Thema "Protest" einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bilden. (Foto: Erlebnisparcours in Worms) 
In der großen Landesausstellung zum Lutherjahr 2021 in Worms soll neben der Gewissensfreiheit und deren globaler Wirkungsgeschichte das Thema "Protest" einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bilden. (Foto: Erlebnisparcours in Worms)

"Protest" ein weiterer Schwerpunkt

In 2021 jährt sich in der Nibelungenstadt zum 500. Mal die Erinnerung an den Wormser Reichstag in 1521. Das Museum der Stadt Worms widmet dem Aufeinandertreffen zwischen Martin Luther und Kaiser Karl V. als auch dessen Folgen im Jubiläumsjahr eine eigene Ausstellung. Diese setzt sich mit der Entwicklungsgeschichte der Gewissensfreiheit bis in die Gegenwart auseinander, die durch das Ereignis 1521 einen entscheidenden Impuls erhielt. Bereits 2017 und 2018 traf sich der wissenschaftliche Ausstellungsbeirat als dessen Sprecher Professor Dr. Thomas Kaufmann fungiert. Der Beirat hat nun die inhaltliche Planung der Landesausstellung abgeschlossen: Neben der Gewissensfreiheit und deren globaler Wirkungsgeschichte soll das Thema „Protest“ einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bilden.

„Ausgehend von der Gewissensfreiheit wird das Thema „Protest“ in der Ausstellung eine zentrale Rolle spielen“, so Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek: „Denn wenn wir uns mit Gewissensfreiheit auseinandersetzen, dann sprechen wir zwangsläufig auch über Protest.“ „Auch wenn man sich nicht ausdrücklich auf sein Gewissen oder die Gewissensfreiheit beruft, so hat der Protestierende doch eine geistige Haltung, die seinen Protest antreibt“, weiß Dr. Olaf Mückain, wissenschaftlicher Leiter des Museums der Stadt. „Wenn sich jemand beim Protest auf sein Gewissen beruft, nimmt er sich in aller Regel die Freiheit zum Handeln, auch gegen den Mainstream. Daher stellt sich sofort die Frage, aus welchem Wertebereich sein Gewissensimpuls sich speist", ergänzt Kulturkoordinator Volker Gallé. „Die historischen Umstände und die Einordnung der Geschehnisse in diesen Kontext spielen dabei auch immer eine wichtige Rolle“, so Kosubek.    

 

Ausstellung mit rund zwölf Themeninseln

Die Landesausstellung, die nach aktuellem Planungsstand den Titel „Hier stehe ich. Gewissen und Freiheit – Worms 1521“ trägt, soll unter anderem zeigen, unter welchen gesellschaftlichen und historischen Bedingungen Protest formuliert wurde, welche Rolle die Gewissensfreiheit dabei spielte und welche Folgen der Protest für die Gesellschaft hatte.

Insgesamt soll die Ausstellung rund zwölf Themeninseln umfassen, die sich auch immer wieder mit Protest und protestierenden Individuen im Geschichtsverlauf befassen. Bürgerrechtler Martin Luther King, Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl oder Aktivist Nelson Mandela gehören hierbei zu den bekannten Protagonisten, deren Handeln exemplarisch beleuchtet werden soll. „Natürlich wollen wir unseren Blick auch auf weniger bekannte Protagonisten wie beispielsweise Olympe de Gouges richten, die sich während der Französischen Revolution für die Bürgerinnenrechte stark machte, und die 1793 hingerichtet wurde“, erklärt Mückain.

An etwa einem Dutzend Stationen werden die Themenschwerpunkte der Ausstellung didaktisch aufbereitet. Geplant ist außerdem, diese auch thematisch zusammenzufassen und mit zentralen Ausstellungsobjekten eine sinnliche Verbindung zum Dargestellten herzustellen. Eine Station am Ende des Ausstellungsrundgangs wird den Besuchern die Möglichkeit zur Reflexion und zum Mitmachen geben, denn die Ausstellung soll das Problembewusstsein der Besucher schärfen. Im Begleitprogramm der Ausstellung werden Herausforderungen der Gegenwart im Zusammenhang mit Gewissensfreiheit diskutiert - — auch um aktuellen Entwicklungen in 2021 gerecht zu werden.

 

Nächste Schritte

Die Inszenierung der Inhalte im Ausstellungsraum ist nach der Formulierung der inhaltlichen Schwerpunkte ein weiterer wichtiger Schritt in der Ausstellungsplanung. Über eine Ausschreibung wurde ein Szenografie-Büro gesucht. Eine Entscheidung fällt in Kürze. Daneben fanden außerdem Vorgespräche mit anderen Museen und Institutionen zu Leihgaben statt.

 

Ausblick: Wissenschaftliche Tagung & öffentlicher Vortrag

Vom 16. bis 18. September veranstaltet das Museum der Stadt Worms in Kooperation mit dem Leibnizinstitut für europäische Geschichte Mainz eine wissenschaftliche Tagung in Vorbereitung der Sonderausstellung. An drei Tagen werden im WORMSER Tagungszentrum Aspekte und Themen der Ausstellung diskutiert. Das Tagungsprogramm sowie Informationen zu Teilnahmegebühren und der Anmeldung finden Interessierte unter www.museum-andreasstift.de.

In einem spannenden Vortrag berichtet Rainer Eppelmann am 16. September um 20 Uhr im Rahmen der Tagung von Zivilcourage, Gewissen und Freiheit. Er war von 1990 bis 2005 als Mitglied der CDU Mitglied des Deutschen Bundestages und zusammen mit SPD-Bundestagsabgeordneten, evangelischen Pfarrern und Politiker Markus Meckel treibende Kraft der politischen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Der Eintritt zum Vortrag im WORMSER Tagungszentrum ist frei.

Quelle: Stadt Worms / Kultur und Veranstaltungs GmbH