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Schicksalsrad kurzzeitig demontiert

04.02.2020

Für Reparaturarbeiten musste das Schicksalsrad auf dem Obermarkt nun für einige Wochen demontiert werden. Im Frühjahr soll es wieder zurück an seinen Platz.

Für Reparaturarbeiten wurde das Schicksalrad nun demontiert und in eine Kunstgießerei gebracht.  
Für Reparaturarbeiten wurde das Schicksalrad nun demontiert und in eine Kunstgießerei gebracht.

Ein bewegliches Lebensrad

Auf historischem Boden, auf dem Obermarkt, wo einst Lehen verteilt wurden und ritterliche Kampfspiele ausgetragen wurden, dreht sich seit mehr als 30 Jahren ein doppelseitiges, mit Figuren geschmücktes Bronzerad - das Schicksalsrad. Es spiegelt auf seinen historischen Seiten Höhen und Tiefen einer zweitausendjährigen Geschichte, deren Ausmaß die Vorstellungskraft des heutigen Menschen herausfordert.

Der Wormser Künstler Gustav Nonnenmacher hat mit dem Schicksalsrad ein Werk erschaffen, das seine Darstellung ebenso beständig verändert wie das Schicksal selbst - ein bewegliches Lebensrad. 

Doch nach knapp 35 Jahren ist es nun Zeit für eine Reparatur. Deshalb wurde das Rad von einer Fachfirma und Mitarbeitern der ebwo AöR demontiert und in eine Werkstatt gebracht. Die Kunstgießerei Strassacker aus Süßen bei Stuttgart ist auch der Erbauer des Schicksalsrades nach dem Entwurf Nonnenmachers. Einer der damaligen Mitarbeiter ist heute noch in dem Betrieb tätig und wird an den Reparaturarbeiten mitwirken. 

 

Reparatur vor Ort nicht möglich

Im vergangenen Jahr musste der Motor des Rades ersetzt werden. Geplant waren zudem Instandsetzungsarbeiten vor Ort, doch bei näherer Untersuchung zeigten sich optische Risse an den Schweißnähten der Bronzeräder sowie Verformungen an der Laufschiene des Rades. Eine Reparatur an Ort und Stelle kam damit nicht mehr infrage. 

In einem Kraftakt wurde nun also das Schicksalsrad mittels eines Schwerlastkrans von seinem Sockel gehoben - insgesamt mehr als drei Stunden waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, das Rad vom Strom zu nehmen und für die Demontage vorzubereiten. Als besonders hartnäckig erwiesen sich die Verschraubungen, die nach drei Jahrzehnten Rost angesetzt hatten. Die Männer mussten den Schrauben mit einer Säge zuleibe Rücken. Gegen 11 Uhr war es schließlich soweit: Das Rad hing am Kran und konnte in einen Lkw verladen werden. 

Bis zu der Frühlingsveranstaltung "Worms blüht auf" am 4. und 5. April soll das Schicksalsrad wieder zurück an seinem Platz sein, sofern bei den Reparaturen nicht noch gravierende Schäden entdeckt werden. Dann soll auch das Schicksal "Drittes Reich" wieder in Betrieb sein. Nonnenmacher hat diesen historischen Abschnitt mit Armen dargestellt, die sich mit der Drehung des Rades zu Heil-Rufen nach oben richten und dann wieder in der Versenkung verschwinden. Diese Funktion war vor einigen Jahren außer Betrieb genommen worden, weil beim Heben der Arme auch Knalle ertönten (symbolisch für die Kriegsbomben), die dauerhaft als störend empfunden wurden. Künftig sollen sich die Arme ohne die Schüsse bewegen.    

Quelle: Stadt Worms