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Aktueller Abfall-Tipp

20.03.2020

Konsumgüter wie zum Beispiel Elektrogeräte landen oft viel zu schnell im Müll

Der ebwo hält wichtige Tipps bereit, mit denen Abfall möglichst vermieden wird.
Der ebwo hält wichtige Tipps bereit, mit denen Abfall möglichst vermieden wird.

Abfall-Tipp zum Thema Konsumgüter

Wir kaufen gerne ein. Der gesteigerte Konsum führt nicht nur zu mehr Verpackungsabfall, sondern paradoxerweise auch zu einer geringeren Wertschätzung der Konsumgüter. Wir wollen sie zwar unbedingt kaufen, aber wir sortieren sie auch schnell wieder aus. Dann landen sie auf dem Müll. Das geschieht aus mehreren Gründen:

1. Das Produkt ist veraltet

Die technische Innovation ist kaum zu bremsen. Das hat zur Folge, dass die Geräte oft gar nicht so lange benutzt werden, bis sie kaputt sind. Elektrogeräte, die auf dem Wertstoffhof abgegeben werden, 

 

Technischer Fortschritt führt zu mehr Müll

funktionieren oft noch, sind aber nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Der Fernseher ist nicht kaputt, er ist aber nicht flach genug, nicht internetfähig oder kann kein HD. Die alte zuverlässige Kaffeefiltermaschine muss einem Kaffeevollautomaten oder einer Kapselmaschine weichen. Aber nicht nur Elektrogeräte altern schneller: Bei mehreren neuen Mode-Kollektionen im Jahr ist heute schon out, was gestern noch neu war und allenfalls noch für den Altkleidercontainer zu gebrauchen. Ist ja für einen guten Zweck, nur sind die Kleiderkammern durch unseren Ausschuss längst überfüllt.

2. Wir kaufen zu viele Einwegprodukte

Viele Dinge sind gar nicht mehr auf dauerhaften Gebrauch ausgelegt. Einweg gibt es längst nicht mehr nur bei Getränkeverpackungen. Im Kinderzimmer finden sich Knicklichter oder billige Plastikspielzeuge, oft mit fest installierten Batterien. Die kauft man quasi schon für die Tonne, nur dürfen sie da wegen der Batterie gar nicht rein. Auch bei den blinkenden Kinderschuhen lässt sich die Batterie nicht tauschen. Nicht mehr blinkende Leuchtschuhe verkaufen sich schlecht auf dem Kleiderbasar, deswegen schaffen diese Schuhe meistens auch nur einen Durchlauf.

Wenn man sich heutzutage Lampen kauft, sind sehr oft die Leuchtmittel fest installiert. Kleine LEDs beispielsweise sind zwar sparsam im Verbrauch und langlebig und entsprechend gibt es auch drei Jahre Garantie, aber wenn nach drei Jahren einzelne Lämpchen ausfallen, wird trotzdem die ganze Lampe entsorgt. Und wenn man ehrlich ist, sind fünf Jahre kein Alter für eine Lampe.

Diese Beispiele sind beliebig fortzusetzen. Aber keiner muss diesen Trend zum Wegwerfprodukt mitmachen. Für alles, was hier aufgezählt wurde, sind Alternativen im Handel verfügbar!

3. Das Produkt ist defekt

Die Grenzen zum Einwegprodukt sind dort fließend, wo die Reparatur unnötig erschwert wird. Was geht bei einem Smartphone zuerst kaputt? Der Akku oder das Display. Statt das Gerät so zu konstruieren, dass sich diese problemlos austauschen lassen, wird das Gegenteil gemacht: Konnte man bislang zumindest den Akku bei den meisten Modellen kinderleicht selbst wechseln, geht der Trend auf dem Smartphone-Markt inzwischen in Richtung fest integrierter Akkus. Dabei würde sich eine modulare Bauweise nicht nur auf die Reparaturfähigkeit, sondern auch auf das spätere Recycling positiv auswirken.

Generell gilt aber: Heutzutage wird kaum noch etwas repariert. Die Kinderhose ist zerrissen? Naja, war ja auch vom Discounter für ein paar Euro, da kann man nicht so viel erwarten. Der Arm der Puppe ist ab? Früher ging man damit zum Puppendoktor, aber das heutige Plastikspielzeug repariert niemand mehr. Die Kaffeemaschine heizt nicht mehr? So teuer ist ein neues Gerät ja nicht. Also gar nicht lang aufhalten, weg damit! Die Entsorgung ist oft voreilig. Die Betreiber des Wormser Repair-Cafés berichten, dass sehr häufig bei den „defekten“ Geräten nur Kabelbrüche oder gelockerte Verbindungen zu beheben sind.

Was kann ich tun?

Neuer, besser, schneller geht immer. Wer da mithalten will, kommt an kein Ende und muss ständig neu investieren. Das schadet dem Geldbeutel und der Umwelt. Es ist übrigens ein Irrglaube, es sei ressourcenschonender, ein altes Gerät durch ein neues, sparsameres Gerät zu ersetzen. Die Entsorgung von alten Geräten und die Produktion von neuen verbraucht so viele Ressourcen, dass es in aller Regel besser ist, seine Geräte so lange wie möglich zu nutzen. Das gilt nicht nur für Elektrogeräte: Die Ökobilanz von allem, ob Kaffeebecher, Kleidung oder Handys, wird umso besser, je länger und öfter sie genutzt werden.

Wenn Sie den Trend zum Wegwerfprodukt nicht mitmachen möchten, achten Sie bei jedem Kauf auf Qualität und Reparaturfähigkeit des jeweiligen Produktes. Wie lange wird es halten? Ist eine Reparatur möglich? Sind langfristig Ersatzteile verfügbar? Auch im Smartphone-Bereich gibt es Anbieter, die auf nachhaltige Produktion und modulare Bauweise setzen.

Bei Reparaturen aller Art unterstützt Sie das Wormser Repair-Café. Bei den regelmäßig stattfindenden Treffen helfen ehrenamtliche Experten aus den verschiedensten Bereichen den Besuchern kostenlos bei der Reparatur defekter Haushaltsgeräte, aber auch Computer, Fahrräder, Kleidung und mehr. Das Repair-Café möchte sich durch dieses Angebot gegen das sorglose und in vielen Fällen unnötige Wegwerfen von Gebrauchsgegenständen engagieren und zu einem nachhaltigen und verantwortungsbewussten Konsum anregen. Infos zum Repair-Café finden Sie im Internet unter www.repaircafe-worms.de.

Und hier noch ein paar Tipps…

Gut Erhaltenes, das nicht mehr gebraucht wird, muss nicht sofort entsorgt werden. Für diesen Fall stellt die ebwo AöR das Spendenregal auf dem Wertstoffhof oder die Online-Verschenk- und Tauschbörse zur Verfügung. Alle Gegenstände des Alltags wie beispielsweise Möbel, Spielzeug oder Elektrogeräte, die bei Ihrem Besitzer keine Verwendung mehr finden, aber zu schade zum Wegwerfen sind, können hier getauscht und verschenkt werden.

Im nächsten Abfalltipp geht es um einen weiteren Grund für die steigenden Müllmengen: Verpackungsmüll.

Die Abfallberatung des ebwo beantwortet Fragen gerne von Montag bis Freitag von 8 bis 12 sowie von Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr unter unter Telefon (0 62 41) 91 00 70 und 91 00 72 oder per E-Mail unter abfallberatung@ebwo.de.

Quelle: Pressestelle Stadt Worms
 
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