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Horst und Birgit Lohmeyer sowie Markus und Susanna Nierth

Preisträger "Das unerschrockene Wort 2017"

Der 11. Preis der Lutherstädte ging an die Ehepaare Nierth und Lohmeyer. Damit wurde deren zivilgesellschaftliches Engagement im Kampf gegen demokratiegefährdende und rechtsextremistische Strömungen in Deutschland gewürdigt.

Die Jury nach der Bekanntgabe der Preisträger. Die Stadt Worms war durch Oberbürgermeister Michael Kissel (untere Reihe, 4.v.li.) vertreten.  
Die Jury nach der Bekanntgabe der Preisträger. Die Stadt Worms war durch Oberbürgermeister Michael Kissel (untere Reihe, 4.v.li.) vertreten.

"Für unerschrockenes Auftreten Unbill in Kauf zu nehmen"

Der Bund der Lutherstädte vergab den Preis „Das unerschrockene Wort“ 2017 an Horst und Birgit Lohmeyer sowie an Markus und Susanna Nierth für ihr zivilgesellschaftliches Engagement. Dies gab die Jury nach ihrer Sitzung am vergangenen Samstag im sächsischen Torgau bekannt, wo der mit 10.000 Euro dotierte Preis am 22. April 2017 verliehen wurde. Damit wurden die Nominierungen der Städte Torgau (Lohmeyer) und Zeitz (Nierth) ausgewählt. 

Die Jury begründet die Wahl mit den folgenden Worten: „Nachdem der Preis in den Vorjahren mehrfach über die Landesgrenzen hinaus verliehen wurde, möchten wir im Reformationsjahr 2017 den Fokus auf gegenwärtige Herausforderungen im Heimatland Luthers legen. Die Ehepaare Nierth und Lohmeyer stehen mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement beispielhaft für den Kampf gegen demokratiegefährdende und rechtsextremistische Strömungen in Deutschland, den sie trotz andauernder Anfeindungen und Bedrohungen fortführen.“

 

Horst und Birgit Lohmeyer leben und wirken im mecklenburgischen Dorf Jamel, das bereits mehrfach in den Medien als „Nazi-Dorf“ bekannt wurde. Das Künstler-Ehepaar veranstaltet hier seit 2007 jährlich das Rockfestival gegen rechts „Jamel rockt den Förster“ und wirkt damit gegen die Vereinnahmung des Dorfes durch Neonazis. Trotz massiver Drohungen und Brandstiftungen lassen sich die Lohmeyers nicht aus dem Ort vertreiben. 

Markus und Susanna Nierth wurden bekannt im Rahmen ihres Einsatzes für eine Flüchtlingsunterkunft im sachsen-anhaltinischen Tröglitz. Die darauffolgenden Drohungen ließen Markus Nierth zwar aus Sorge um seine Familie vom Amt des Bürgermeisters zurücktreten, verhinderten jedoch nicht das weitere Eintreten des Ehepaares für seine Überzeugungen.

„Die Nominierung der beiden Ehepaare Lohmeyer und Nierth bringt zugleich auch die geschlossene Haltung aller Lutherstädte gegen rechtes Gedankengut, Intoleranz und terroristische Angriffe auf die demokratische Grundordnung unseres Landes zum Ausdruck“, betont der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel als Mitglied der Jury. Das mutige Auftreten der Preisträger und ihre vorbildliche Zivilcourage sollten Vorbild für die gesamte Gesellschaft sein, so Kissel. 

Die sechzehn im Bund der Lutherstädte zusammengeschlossenen Städte würdigen mit der Auszeichnung Personen, die in einer besonderen Situation, aber auch beispielhaft über einen längeren Zeitraum hinweg in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde oder den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben. Die Ehepaare Lohmeyer und Nierth erhalten die Auszeichnung im Jahr 2017 gemeinsam und somit jeweils 5.000 Euro des Preisgeldes.

(Pressemitteilung der Stadt Torgau, in Auszügen)