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Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit

Preisträger "Das unerschrockene Wort 2015"

Der syrische Rechtsanwalt Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit erhielten den 10. Preis der Lutherstädte.

Die Journalistin Yara Bader (links), Ehefrau des syrischen Rechtsanwalts und Journalisten Mazen Darwish sowie Mitarbeiterin in dessen Organisation (CFME), hat den Preis der Lutherstädte in der Wittenberger Stadtkirche stellvertretend für ihren Mann entgegengenommen. (Bildquelle: Stadt Wittenberg) 
Die Journalistin Yara Bader (links), Ehefrau des syrischen Rechtsanwalts und Journalisten Mazen Darwish sowie Mitarbeiterin in dessen Organisation (CFME), hat den Preis der Lutherstädte in der Wittenberger Stadtkirche stellvertretend für ihren Mann entgegengenommen. (Bildquelle: Stadt Wittenberg)
Vertreter der Lutherstädte mit Yara Bader. (Quelle: Stadt Wittenberg) 
Vertreter der Lutherstädte mit Yara Bader. (Quelle: Stadt Wittenberg)
Auch der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (rechts) war vor Ort. (Quelle: Stadt Wittenberg) 
Auch der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (rechts) war vor Ort. (Quelle: Stadt Wittenberg)

Pressefreiheit ist grundlegend

Drei Stunden hatte die Jury des Bundes der Lutherstädte getagt und sich dann für den Wormser Vorschlag entschieden. Der syrische Rechtsanwalt Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (SMC) erhalten den Preis für das Unerschrockene Wort 2015. Die Preisverleihung fand am 25. April in der Lutherstadt Wittenberg statt. Dotiert ist er ist mit 10.000 Euro. 

Die Entscheidung der 18 Jurymitglieder war einstimmig. „Mit unserem Vorschlag wollen wir den Kampf um die Freilassung von Mazen Darwish und weiterer Journalisten unterstützen. Die Pressefreiheit ist ein grundlegendes Element der Freiheit schlechthin“, so Oberbürgermeister Michael Kissel. 

Darwish 2012 bereits verhaftet

Darwish gründete das SMC bereits im Jahr 2004, also lange vor den Protesten für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit in Syrien ab März 2011. Seit Beginn der Protestbewegung berichtete das Zentrum verstärkt über die Menschenrechtssituation in Syrien und die Lage der Pressefreiheit, dokumentierte Zahlen und Identitäten der verhafteten, verschwundenen und getöteten Menschen und wurde damit zu einer wichtigen Informationsquelle für ausländische Beobachter der Entwicklung. Am 16. Februar 2012 stürmten Regierungskräfte das SMC-Büro in Damaskus und nahmen alle dort anwesenden Mitarbeiter des Zentrums fest, darunter Mäzen Darwish, Hussein Ghrer und Hani al-Zeytani.

Sie wurden zunächst monatelang an unbekanntem Ort festgehalten. Bis heute sind die drei Genannten in Haft. Offiziell sind sie vor dem Terrorismusgericht in Damaskus angeklagt. Ehemalige Mithäftlinge haben „Reporter ohne Grenzen" von Folterungen berichtet. 

Mehr als 70 Organisationen fordern Freilassung

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen" bemüht sich seit der Inhaftierung um die Freilassung Darwishs und seiner Kollegen. Amnesty international betrachtet Darwish als gewaltlosen politischen Gefangenen („prisoner of conscience"). Mehr als 70 weitere Organisationen, darunter das Arabische Netzwerk für Menschenrechte, fordern seine Freilassung.

Nach 3 ½ Jahren Haft frei

Nachtrag der Redaktion: Am 10. August 2015 wurde der syrische Rechtsanwalt und Journalist, Mazen Darwish nach mehr als 3 ½ Jahren Haft freigelassen, teilt die Lutherstadt Wittenberg in einer Pressemitteilung mit. Seiner Freilassung vorausgegangen war eine Amnestie des syrischen Regimes am 18. Juli 2015. Unter der Amnestie kamen auch die Kollegen und Mitstreiter seiner Organisation (CFME), Syrian Center for Media and Freedom of Expression, Hussein Ghreer und Hani Al-Zitani frei. 

 

Die Preisverleihung fand am 25. April 2015 in der Lutherstadt Wittenberg statt.  

Laudator Werner Kilz: "Wir wünschen Mazen Darwish und seiner Familie, dass er unversehrt bleibt und bald wieder freikommt aus dem Gefängnis. ... Wir bewundern ihn für seinen Mut. Er hat seine Freiheit verloren, weil er dafür kämpfte, anderen die Freiheit zu erhalten. Dafür danken wir ihm. Auch mit diesem Preis."

Laudatio von Hans Werner Kilz

Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms: "Mit der Preisverleihung an den syrischen Journalisten Mazen Darwisch verbinden wir das Plädoyer für die Unverletzlichkeit der Meinungs- und Pressefreiheit - beide Grund- und Menschenrechte sind untrennbar miteinander verbunden. Und es ist die Pflicht aller staatlichen Gewalt, auf die Wahrung dieser Rechte zu achten und sie gegen jegliche Einschränkung zu verteidigen. Wir hoffen, mit der Preisverleihung einen Beitrag zur Befreiung von Mazen Darwisch zu leisten."

Rede von Michael Kissel

Orwa Nyrabia hielt eine bewegende Rede über Mazen Darwish: "zuletzt möchte ich jedoch meinen Freund Mazen Grüßen senden, hier von Wittenberg aus zu seinem feuchten dunklen Gefängnis in Syrien …. wo er frei ist, egal was passiert." 

Rede von Orwa Nyrabia