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Kunst am Bau - für den "Hessischen Hof in Worms-Rheindürkheim"

Skulpturen in Kissenform regen auf der Dachterasse des "Hessischen Hofs" zum Nachdenken an: Zum einen durch ihre Gestalt, aber auch weil man - auf sie gestützt - die Aussicht auf den Rhein genießen und dabei seinen Gedanken nachhängen kann.

Ortsvorsteher Adolf Kessel, Oberbürgermeister Michael Kissel, die Künstlerinnen Judith Walz und Sabrina Geckeis sowie Dr. Olaf Mückain, Kurator der Wormser Museen, (v.l.) präsentieren im September 2015 die neuen Skulpturen "Offene Gesellschaft" in Form von Kissen am Geländer des Hessischen Hofs. 
Ortsvorsteher Adolf Kessel, Oberbürgermeister Michael Kissel, die Künstlerinnen Judith Walz und Sabrina Geckeis sowie Dr. Olaf Mückain, Kurator der Wormser Museen, (v.l.) präsentieren im September 2015 die neuen Skulpturen "Offene Gesellschaft" in Form von Kissen am Geländer des Hessischen Hofs.

"Offene Gesellschaft" von Sabrina Geckeis und Judith Walz

Der Rheindürkheimer Ortsvorsteher Adolf Kessel hatte mit seinem Lieblingskissen den Prototypen für die „Offene Gesellschaft“ geliefert. Der Titel lässt zunächst nicht erahnen, was nun gerade Kissen mit einer „Offenen Gesellschaft“ zu tun haben, aber die beiden Künstlerinnen Sabrina Geckeis und Judith Walz haben bewusst diesen Titel für ihren Beitrag im Rahmen des Projekts „Kunst am Bau“, genauer gesagt Kunst am „Hessischen Hof“ in Rheindürkheim, gewählt. 

Schließlich gelte der Titel dieser Tage mehr denn je, erinnerte Oberbürgermeister Michael Kissel bei der feierlichen Übergabe der Skulpturen im September 2015, die nun die Geländer der Dachterrasse schmücken, an die aktuelle Flüchtlingskatastrophe, die auch ihren Weg nach Rheindürkheim gefunden hat. Die Rheindürkheimer leisteten Vorbildliches im Hinblick auf die Integration der dort lebenden Flüchtlinge, hob der Stadtchef erneut hervor. „In dieser Situation müssen wir nun beweisen, wie offen und hilfsbereit unsere Gesellschaft wirklich ist“, mahnte der OB.

 

"Kunst regt uns zum Nachdenken an"

Nachdem die Stadt das Haus wieder zum Leben erweckt, quasi wach geküsst habe, sei die Kunst nun das Sahnehäubchen auf dem „fast perfekten“ Hessischen Hof, so OB Kissel. Für das Stadtoberhaupt ist die die Umsetzung der „Kunst am Bau“ gleichsam ein Bekenntnis dafür, dass Kunst und Kultur das Leben bereichern. „Kunst regt uns zum Nachdenken an, darf kritisch und mitunter auch provokativ sein“, unterstrich der OB. Die Umsetzung der „Offenen Gesellschaft“ lobte er als witzige, originelle, aber gleichzeitig auch tiefgründige Idee. 

Dem konnte sich der Ortsvorsteher nur anschließen: „Besser hätte man das Motto nicht wählen können“, machte er deutlich und lobte dabei auch das Engagement der in Rheindürkheim lebenden Flüchtlinge, die bei den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten mitgeholfen hätten. 

Kissen-Casting in Rheindürkheim

Gerne erinnert sich der Ortsvorsteher an das Kissen-Casting zurück, das bei den Rheindürkheimern großen Anklang gefunden hatte. Denn die Kunst-Kissen sind nicht etwa willkürlich entstanden, sondern haben ganz reale „Vorbilder“ – nämlich ausgewählte Lieblingskissen der Rheindürkheimer. 

Dr. Olaf Mückain, Kurator der Wormser Museen, beleuchtete als Kunstexperte die Bedeutung der Kissen. Neben „Frau Holle“, mit dem in unserem Kulturkreis viele Menschen das Bild vom Kissen assoziieren, wies der Kunstwissenschaftler auch auf die gelungenen Alliteration „Kessel – Kissel – Kissen“ hin. Die Kissen an sich seien in einem gewollt offen gehaltenen Werkprozess entstanden. 

Das Künstlerinnen-Duo konnte sich gegen 26 Mitbewerber in der ersten und sechs in der zweiten Bewerbungsrunde für das Kunst-am-Bau-Projekt durchsetzen. Wer mehr über die bunten Kissen, ihren Entstehungsprozess und ihre Bedeutung erfahren möchte, kann alles Weitere in einem Katalog nachlesen, der in Rheindürkheim erhältlich ist, berichteten die beiden jungen Frauen.