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Arbeitersiedlungen und Arbeiterhäuser im Rhein-Neckar-Raum

Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftspolitik, Unternehmensgeschichte und Sozialfürsorge nehmen in diesem hervorragend bebilderten Band einen gleichermaßen hohen Stellenwert ein wie Architektur und Städtebau.

Grundlegende Publikation wurde auch von regionalen Archiven unterstützt.

Titelbild des Buches "Arbeitersiedlungen und Arbeiterhäuser im Rhein-Neckar-Raum" 
Titelbild des Buches "Arbeitersiedlungen und Arbeiterhäuser im Rhein-Neckar-Raum"

Zeugnissen der Industriekultur und Sozialfürsorge

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts trieb die Menschen scharenweise in die Städte und in die neuen Fabriken. Sehr bald wurden Unterkunft und Wohnung für die Arbeiterschaft zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem. Jahrzehntelang diskutierten Architekten, Unternehmer, Städteplaner und Verwaltung einerseits neue gesellschaftliche Utopien, andererseits den sehr praktischen Raumbedarf einer Arbeiterfamilie und deren zweckmäßigste Unterbringung.

Im Schnitt befand man schließlich eine Wohnung von ca. 40 für angemessen – anfangs oft noch ohne Küche oder Toilette. Wichtiger war die strikte Separierung der Arbeiterfamilien in eigenen Hausteilen mit jeweils eigenen Eingängen. Nur so und mit restriktiven „Siedlungsordnungen“ glaubte man diese „rauhen Gesellen“ dem bürgerlichen Verhaltenskodex anpassen und aus ihnen funktionierende Mitglieder der Gesellschaft machen zu können.

Bekannt sind die großen Siedlungen für Arbeiter im Ruhrgebiet, etwa der Stahlwerke von Krupp und Thyssen. In der Rhein-Neckar-Region kennt man bestenfalls die einst beachtliche Siedlung der BASF im Hemshof in Ludwigshafen. Doch auch sie entschwindet langsam aus dem Blickfeld, denn gut die Hälfte davon ist schon vor Jahrzehnten einem Parkplatz gewichen. Ähnlich erging es manch anderer Kolonie – den einst von den Industriellen stolz präsentierten Wohltaten.

Umso mehr gilt es, diesen Zeugnissen der Industriekultur und Sozialfürsorge nachzuspüren. Viele unbekannte Sachverhalte, auch die Defizite der wilhelminischen Sozialpolitik sowohl auf staatlicher wie auf kommunaler Ebene kommen dabei zum Vorschein. Wichtiger sind die Ergebnisse des Werkswohnungsbaus selbst. Oft aus Pragmatismus geboren, erweisen sich die Arbeiterhäuser und die kleinen und größeren Siedlungen als ein Experimentierfeld, bei dem oft der erzieherische Aspekt und die Bindung an die Firma die wichtigen Gründe bildeten, sich als Unternehmer auf das eigentlich artfremde Gebiet des Wohnungsbaus zu wagen.

Das in enger Kooperation mit den beiden Stadtarchiven Mannheim und Worms sowie unter Mithilfe und auch finanzieller Unterstützung regionaler Unternehmen, Vereine, öffentlicher wie Unternehmensarchive entstandene Buch des Wormser Verlegers und Kunsthistorikers Dr. Ferdinand Werner wurde jetzt vorgestellte und spiegelt die vielfältigen Aspekte des Themas in exzellenter Qualität wieder: Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftspolitik, Unternehmensgeschichte und Sozialfürsorge nehmen darin einen gleichermaßen hohen Stellenwert ein wie Architektur und Städtebau.

 

Informationen

  • Ferdinand Werner: Arbeitersiedlungen und Arbeiterhäuser im Rhein-Neckar-Raum
  • mit Beiträgen von Gerold Bönnen und Ulrich Nieß
  • 464 Seiten mit 708 meist farbigen Abbildungen, gebunden
  • ISBN: 978-3-88462-330-3
  • Einführungspreis € 59.00