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Das Nibelungenlied

Entstanden um 1200, eröffnet uns das Nibelungenlied eines anonymen Dichters in 39 "Aventurien" eine Welt voll höfischem Glanz, Liebe, Hass und Eifersucht. Als ein historisch bedeutsames Werk der Literatur wurden die Handschriften des hochmittelalterlichen Nibelungenliedes im Jahr 2009 von der Unesco als Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Nibelungenhandschrift C - Faksimile (im Bestand der Stadtbiliothek Worms) 
Nibelungenhandschrift C - Faksimile (im Bestand der Stadtbiliothek Worms)

"uns ist in alten maeren wunders vil geseit..."

Wen fasziniert sie nicht. Die Geschichte von Gernot, Gunther und Giselher, die nach dem Tod ihres Vaters das Königreich gemeinsam regieren. Und Ihre Schwester Kriemhild, die nur einen Mann an Ihrer Seite duldet, der Ihr ebenbürtig ist. Hagen, der Berater der Familie und insgeheim verliebt in Kriemhild, aber aus Standesgründen undenkbar, kann so lange hoffen, dass seine Zuneigung erwidert wird, bis der unverwundbare Drachentöter Sigfried das Herz der stolzen Kriemhild gewinnt. Schließlich hilft Sigfried auch noch Gunther, die stolze Brunhild zu erobern, die als Gatten nur jemand akzeptiert, der sie besiegen kann. Auch das gelingt mit List und Tarnkappe.

"wie die küneginne einander schulten..."

Jahre später besuchen Sigfried und Kriemhild die Vermählten, wo es zum Streit zwischen Brunhild und Kriemhild mit fatalen Folgen kommt. Kriemhild tituliert im Streitgespräch mit Brunhild ihren schönen und tapferen Siegfried als Helden und Einzigen, der rechtmäßigen Anspruch auf alle Reiche hat. Brunhild hält dagegen, dass Gunther über Siegfried steht. Der Streit eskaliert darüber, wer von beiden Frauen ranghöher ist und deshalb das Münster zuerst betreten darf. Im Zorn nennt Kriemhild ihre Widersacherin eine Konkubine und prahlt damit, dass es Siegfried und nicht Gunther war, der sie in der Hochzeitsnacht entjungfert hat. Bis ins Mark gekränkt und gedemütigt entsteht daraus ein Zwist, der zuerst die Familie und schließlich zwei ganze Völker gegeneinander aufwiegelt.

 
 
 
 

Herkunft der Sage

Nibelungenbild von Karl Schmoll von Eisenwerth (Quelle: Postkartensammlung Stadtarchiv Worms)

Siegfried und die Frauen

Kriemhild und Brünhild (Nibelungen-Festspiele 2008, Foto: R. Uhrig)

Schatz und Untergang

Hagendenkmal - Schatz(Foto: R. Uhrig)
 

Hauptpersonen der Sage

Siegfried (Robert Dölle bei den Nibelungen-Festspielen 2008)

Worms & die Nibelungen

Hagendenkmal an der Rheinpromenade in Worms (Foto: R. Uhrig)

Nibelungen-Festspiele

Link zu den Nibelungen-Festspielen Worms
 
 
 
 

Die Nibelungen in Kunst, Musik und Literatur

Bereits in Berichten aus dem 16. Jahrhundert werden "Siegfriedsreliquien" genannt. Die Thematik war damit in Worms schon immer präsent gewesen, als dann im 19. Jahrhundert in der Bildenden Kunst, Musik und Literatur der Stoff des Nibelungenliedes im Zuge der Auseinandersetzung mit der deutschen Identität von Künstlern aufgegriffen wurde und eine Blüte erlebte. In der NS-Zeit wurde er zeitweilig propagandistisch missbraucht.