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Wormser Domarchiv

Wertvolle Akten und Pläne mit Hilfe des Stadtarchivs erschlossen.

Foto: Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (farbige Zeichnung des Zustandes der Hauptkuppel 1859, Vorbereitung neuer Gestaltung) 
Foto: Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (farbige Zeichnung des Zustandes der Hauptkuppel 1859, Vorbereitung neuer Gestaltung)

Kaum benutzbarer archivischer Schatz erschlossen

In den letzten zwei Jahren konnte ein bislang kaum bekannter und kaum benutzbarer archivischer Schatz fachgerecht erschlossen werden, das Archiv der Domgemeinde St. Peter/Worms im Dachgeschoss über der Nikolauskapelle.

Nachdem die Verantwortlichen schon länger die nötige Erschließung der historischen Aktenbestände und einer sehr umfangreichen Plansammlung (ca. 1800 bis 1967) geplant hatten, war 2009 erfreulicherweise die Stiftung ‚RWE für Worms’ bereit, das Vorhaben finanziell maßgeblich zu unterstützen. Durch zwei fachlich kompetente Mitarbeiterinnen des Wormser Stadtarchivs sind zwischen September 2010 und Oktober 2011 die aufwendigen Arbeiten durchgeführt worden.

Neben der Verzeichnung (also einer inhaltlichen und zeitlichen Erfassung) in einer Datenbank mit Neusignierung aller Teile und einer fachgerechten Lagerung der Unikate konnten im Laufe der Arbeit wertvolle Informationen zur Geschichte der Unterlagen und der in ihnen dokumentierten baulich-denkmalpflegerischen Maßnahmen am Dom seit der Säkularisation um 1800 gewonnen werden.

Es handelt sich bei den Unterlagen zunächst um 460 Aktenstücke aus der Zeit zwischen 1804 und der Domsanierung der 1960er Jahre. Dazu kommt ein überaus umfangreicher Planbestand von mehreren tausend Plänen und Zeichnungen zum Wormser Dom und seiner Umgebung im Zusammenhang mit Wiederherstellungs- und Baumaßnahmen. Vor allem zwischen 1890 und den 1930er Jahren waren umfangreiche Arbeiten im und am Dom nötig, die als Pionierleistungen der Denkmalpflege gewertet werden können. In dieser Zeit wurde auch die bis heute gültige Domplatzgestaltung vorgenommen, die gut dokumentiert wird.

Die Erfassung des Kulturgutes der Dompfarrei hat aber auch einen ganz praktischen Nutzen: Viele der Unterlagen werden ständig für die aktuelle und noch auf Jahre angelegte Sanierung unter Leitung von Architekt Jürgen Hamm benötigt. Für ihn und sein Team ist die Auffindbarkeit der Dokumente und ihre Beschreibung eine erhebliche Arbeitserleichterung, da insbesondere auch ältere Pläne noch immer benötigt werden.

Für einen Teil der Plansammlung wird eine künftige Digitalisierung ins Auge gefasst. Dompropst Engelbert Prieß dankt dem Archiv, seinen Mitarbeiterinnen und der Stiftung für die erfolgreiche Durchführung des Projekts, mit dem der historisch wertvollste Teil der Unterlagen des Domarchivs erfasst und benutzbar gemacht wurde. Ihm wurde das erste Findbuch des gesamten Bestandes überreicht. Es ist geplant, die Erschließungsdaten auch über das Internet zugänglich zu machen.