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Das Karussell auf dem Rhein (08304)

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Kein Karussell. Nach einem sich hartnäckig haltenden Gerücht, das zu durchschnittlich zu einigen Anfragen pro Jahr im Fotoarchiv führt, soll auf dem Eis des im Februar 1929 zugefrorenen Rheins ein Karussell gestanden haben. Viele erzählen, dass in der Familie davon berichtet wurde.

Von kaum einem Ereignis zu dieser Zeit haben sich vergleichbar viele Fotos erhalten, die Datenbank des Stadtarchivs gibt 35 Fundstellen an. Auf den Bildern selbst, wie auf unserem Beispiel, sind einige Fotografen mit ihrer Ausrüstung zu sehen. Alle zeigen entweder das erstarrte Treibeis auf dem Rhein oder die Menschenmengen, die hinüberlaufen; auch ein Reiter mit Pferd ist darunter. Aber kein Karussell. Ein Hinweis könnte sich vielleicht in der zeitgenössischen Berichterstattung der Wormser Zeitung finden, die es sicherlich nicht unerwähnt lassen würde, wenn ein Karussell auf dem Rhein gestanden hätte.

Tatsächlich ist vom 05. Februar 1929 bis Anfang März 1929 fast täglich etwas über das eiskalte Winterwetter mit Rekordtemperaturen unter Null und über den Rhein zu lesen. Am 14. Februar war das Treibeis bei Worms zum Stehen gekommen, Tausende wagten sich trotz polizeilicher Warnung auf das Eis. Der Verkehrsverein plante schon ein rauschendes Eisfest, mit Verkaufsständen, Tanzboden und Karussells, doch dann setzte am Wochenende vom 03. März Tauwetter ein.

Es standen zwar Karussells im Winter 1929 auf Neckar und Rhein, doch nicht bei Worms – allen Gerüchten zum Trotz. Die ausführliche Auswertung der Zeitungsberichte finden Sie hier.

Der zugefrorene Rhein im Februar 1929

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Dorothee Kirchgäßner

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