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6. - 9. Jh.

Worms heißt nun "Warmatia" und ist Bischofssitz. Zahlreiche der heutigen Stadtteile und der Rheinhafen werden erstmals erwähnt. Die Stadt wird Zentrum der fränkischen Politik. Der Rheinhandel befindet sich vermutlich in den Händen der Friesen, sie bewohnen ein eigenes Viertel.

Goldene Vierpaßfibel mit wiederverwendeter antiker Kameo im Zentrum, Ende 7. Jahrhundert n.Chr., gefunden in Mölsheim unweit von Worms, Hessisches Landesmuseum Darmstadt (Bildquelle: Stadtarchiv Worms) 
Goldene Vierpaßfibel mit wiederverwendeter antiker Kameo im Zentrum, Ende 7. Jahrhundert n.Chr., gefunden in Mölsheim unweit von Worms, Hessisches Landesmuseum Darmstadt (Bildquelle: Stadtarchiv Worms)
  • frühes Mittelalter
    (Ende 5.-10. Jh.)
  • Beginn des Klosterlebens (6. Jh.)
  • Lehnswesen und Rittertum bilden sich heraus (8./9. Jh.)
  • Maya-Kultur in Mittelamerika; der Islam breitet sich aus in Vorderasien, Nordafrika und Spanien (7./8. Jh.)
  • Höhepunkt der Kaiserzeit in China (6.-10. Jh.)

614
Bischof Berthulf ist der erste sicher bezeugte Bischof von Worms. Er wird 614 in der Unterschriftenliste der großen Reichseinheitssynode von Paris genannt. Sitz einer Bischofskirche ist Worms vermutlich schon seit Mitte oder Ende des 4. Jh.

628
Erstmals wird das Patrozinium des Domes und mithin des Bistums, St. Peter und Paul, bezeugt. 

Für das 7. Jahrhundert
ist der Name "Warmatia" belegt, die lateinische Form für die deutsche Bezeichung "Worms".

754
Pfeddersheim wird erstmals urkundlich erwähnt. Es wird eine Kirche "in Paterni villa" genannt.

Zwischen 766 und 793
werden im Lorscher Codex (heute eingemeindete) Gemeinden erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 766 werden die Gemeinden Horchheim, ca. 4 km südwestlich von Worms im Eisbachtal, und Heppenheim a.d. Wiese, 8 km südwestlich der Stadt gelegen, genannt, ebenso Ibersheim, eine kleine Gemeinde ca. 10 km nordöstlich von Worms am Rhein. 771 wird Herrnsheim, ein 4 km nordwestlich von Worms gelegener Ort, in dieser Quelle aufgeführt. Drei Jahre später, im Jahr 774 lässt sich die 8 km nordwestlich von Worms liegende Gemeinde Abenheim nachweisen. Das ca. 6 km südwestlich von Worms auf der Südseite des Eisbachs gelegene Wiesoppenheim wird im Jahr 793 im Codex Laureshamensis genannt.

790 - 25. Dezember
Die kaiserliche Pfalz neben dem Dom brennt während eines Aufenthaltes Karls des Großen in Worms nieder.

 

Im 9. Jahrhundert
wird Weinsheim, südwestlich von Worms im Eisbachtal gelegen, als bischöflicher Besitz erwähnt.

Es setzen Schenkungen an die zur Erzdiözese Mainz gehörige Bischofskirche ein. Worms ist Hauptort eines kleinen, zwischen Kaiserslautern und dem Neckartal sichelförmig sich erstreckenden Bistums. Die dem Apostelfürsten Petrus geweihte Bischofskirche, neben der eine Taufkirche St. Johannes besteht, befindet sich an der Stelle der auf der höchsten Bodenerhebung (100 m ü. NN) gelegenen römischen Forumsanlagen. 

Ab 803
wird Worms Zentrum der fränkischen Politik und als solches zum bevorzugen Pfalzort.

812
Im Lorscher Codex wird die unmittelbar am Rhein ca. 8 km nördlich von Worms gelegene Gemeinde Rheindürkheim erstmals urkundlich bezeugt.

829
werden die Friesen, die Fernhandel betreiben, in Worms genannt. In der Nordostecke der Stadt, befindet sich die Friesenansiedlung, die “platea Frisonum”, vermutlich zwischen der Friesensperre und dem Rheintor, da dieser Bereich dem den Friesen um 900 zur Unterhaltung zugewiesenen Mauerteil entspricht. Von 829 an findet sich die Bezeichnung “Wormatia” für die Stadt.

847
Bischof Samuel gründet das nordwestlich der Stadt gelegene Stift St. Cyriakus in Neuhausen an der Stelle einer wohl schon merowingischen Kirche (St. Dionysius, angeblich merowingische Königspfalz).

858
Der Rheinhafen, in der Nähe des Friesenviertels gelegen, wird erstmals erwähnt. Wie in anderen Städten wird der Rheinhandel sich in den Händen der Friesen, deren Nachfolge am Ende des 10. Jahrhunderts die Juden antreten, befunden haben.

898
Münze, Zoll, Königsmaß und andere königliche Einkünfte gehen auf den Bischof über.