Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Schriftvergrößerung
AAA

Raubritter, Münzschatz und reiche Adeltrud von Ibersheim

Die Ibersheimer Geschichte birgt so manche Schätze. Wussten Sie, dass im Mittelalter ein Raubritter in der kleinen Gemeinde am Rhein sein Unwesen trieb? Das hier ein Münzschatz verborgen lag oder ein Nachfahre der "reichen Adeltrud" im Nibelungenlied auftaucht?

Raubritter Heinrich von Mauderich liegt auf der Lauer (1656) - ein Wandbild in Ibersheim 
Raubritter Heinrich von Mauderich liegt auf der Lauer (1656) - ein Wandbild in Ibersheim

Der Raubritter von Ibersheim

Nachdem die römischen Straßen unpassierbar und unsicher geworden waren, wurde der Rhein zur Hauptverkehrsader.

Heinrich von Mauderich war der erste kurfürstliche Pächter nach dem 30-jährigen Krieg im Ibersheimer Schloss. Heinrich entstammte dem niederen Adel aus dem Gelderland, heute Holland. Er hatte es schwer, das brach liegende Land mit einigen Glaubensflüchtlingen wieder zu bewirtschaften. Er selbst war ein Flüchtling vor seinen Gläubigern, weil er zuhause Schulden hatte.

Mit den Bewohnern in der Burg Stein auf der anderen Rheinseite, nahe der Weschnitzmündung, errichtete er als zusätzliche Einnahmequelle eine illegale Zollstätte. Von den vorbeiziehenden Händlern verlangte man, sofern sie nicht ausreichend bewaffnet waren, einen Teil der Ware oder Geld. Diese Wegelagerei war am Rhein über Jahrhunderte üblich und ging hier so lange gut, bis der Kurfürst unzufrieden mit ihm wurde. Ab 1661 wurden deshalb Mennoniten aus der Schweiz in Ibersheim als Pächter angesiedelt.

Mehr erfahren Sie in der Anekdote über "Der Raubritter von Ibersheim"

 
 
 
 

Der karolingische Münzschatz von Ibersheim

1880 fand man in Rheinnähe bei Ibersheim den Münzschatz "eines friesischen Kaufmanns, der mit wohl gefüllter Börse nach günstigen Geschäftsabschlüssen in Italien sich auf der Heimfahrt stromab nach Dorestad befunden haben muß." Der Schatz machte etwa 20 karolingische Pfund aus und ist nach 793 vergraben worden. Dorestad bei Utrecht war im 7. bis 9. Jahrhundert die bedeutendste Handelssiedlung in den Niederlanden mit einer Prägestätte.

Der Schatz befindet sich im Wormser Museum. Hans Hermann Völkers beschreibt den Fund auf Seite 110 in seinem Buch "Karolingische Münzfunde der Frühzeit (751 - 800)", nachzulesen in der Wormser Stadtbibliothek.

 
 
 

Adeltrud, die reiche Ibersheimerin

Geboren um 730, verheiratet mit Graf Eberhard, der um Mannheim begütert war, schenkte Adeltrud dem Kloster Lorsch zwischen dem 1. Juni 770 und 771 viermal Ibersheimer Güter.

Deren Schwiegersohn:
Gaugraf Werner I. oder Werinheri, geboren zwischen 760 und 765, war Präfekt des Ostlandes Karls des Großen. Er schenkte am 21. Okt. 812 eine in Rheindürkheim gelegene Hofreite dem Kloster Lorsch. Nach dem Tod Karls des Großen erhielt Werner den Auftrag die Kaiserpfalz für dessen Nachfolger, Ludwig der Fromme, von Gesindel zu "säubern" . Dabei ist er in einem Gefecht 814 erschlagen worden.

Deren Nachfahre in der Stammlinie der Salier:
Konrad der Rote, geboren um 922, gefallen am 10. August 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen die Ungarn, bestattet im Dom zu Worms. Sein Vater war Werner V., dessen Stammlinie geht auf Werner I. zurück. Sehen Sie hier eine Ahnentafel von Konrad dem Roten (Quelle: Edmund Ritscher)

Deren Nachfahre in der Linie der Sieghardinger:
Pilgrim, Bischof von Passau (971-999) wird im Nibelungenlied als Oheim von Krimhild genannt. Dessen Vorfahren lassen sich über die Linie der Sieghardinger bis zur Ibersheimerin Adeltrud zurück verfolgen.

Linktipp

Danke

Ein Beitrag von Herrn Edmund Ritscher. Vielen Dank dafür!

 
 
 
 

Sie kennen auch eine Wormser Anekdote?

Dann schreiben Sie uns: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Stichwort "Wussten Sie´s ?" an info@worms.de (Internetredaktion Stadtverwaltung Worms).