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Ibersheim im frühen Mittelalter

Reiche Ahnfrau, ein versteckter Münzschatz , Totschlag und Vorbild für eine Figur im Nibelungenlied: Im kleinen Ibersheim ging es schon im frühen Mittelalter hoch her.

Die Mauer eines Ibersheimer Hauses ziert ein Wappen des Kloster Lorsch, das unter anderem durch Schenkungen in Ibersheim zu Besitz kam 
Die Mauer eines Ibersheimer Hauses ziert ein Wappen des Kloster Lorsch, das unter anderem durch Schenkungen in Ibersheim zu Besitz kam

Was wissen wir aus den ersten 500 Jahren von Ibersheim?

Um 500 erfolgte die erste Besiedlung durch die Franken, nachdem die Alemannen nach Süden abgedrängt wurden. Nach der Landrodung im Rheinniederungsgebiet wurde Viehzucht und Fischfang betrieben. - Das fränkische Gräberfeld ist in der heutigen Adolf-Trieb-Straße.

Um 650 wurden die Lanzenspitze eines fränkischen Kriegers mit zwei Nägeln und ein Knopf aus der Zeit der Merowinger vergraben und kamen vor einigen Jahren als archäologischer Fund zutage.

Um 730 ist Adeltrud geboren worden. Sie schenkte viermal Ibersheimer Güter dem Kloster Lorsch in der Zeit von 770 bis 778. Die reichste Ibersheimerin war verheiratet mit Graf Eberhard, der um das heutige Mannheim begütert war.

767 - 814 sind 27 Ibersheimer Schenkungen an das Kloster Lorsch bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung von Ibersheim ist vom 10.02.767. Die Schreibweise von Ibersheim ist von Anfang an bis heute gleich geblieben.

12.06.767 schenkte Graf Egilolf von Bensheim mit seinem Sohn Gerold Ibersheimer Besitz dem Kloster Lorsch.
Nach 800 wurden in einem Notversteck ca. 30 karolingische Münzen am Rhein versteckt. Der Fund deutet als "das Vermögen eines friesischen Kaufmanns, der mit wohlgefüllter Börse nach günstigen Geschäftsabschlüssen in Italien sich auf der Heimfahrt stromab nach Dorestad (bei Utrecht) befunden haben muss." - Der Fund ist im Wormser Museum, wird aber nicht gezeigt.

21.10.812 schenkte Werner I., Präfekt des Ostlandes Karls des Großen, eine Hofreite in Worms-Rheindürkheim dem Kloster Lorsch. Er war der Schwiegersohn von Adeltrud und Graf Eberhard. Nach dem Tode von Kaiser Karl dem Großen (28.01.814 Aachen) wurde Werner mit seinem Neffen Lantpert nach Aachen vorausgeschickt, um die Kaiserpfalz für Kaiser Ludwig den Frommen "von unlauteren Elementen zu säubern". Es kam zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Werner erschlagen wurde.

10.08.955 starb Konrad der Rote, Herzog von Lothringen, in der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) und wurde auf Weisung seines Schwiegervaters Kaiser Otto I. nach Worms überführt und im Dom bestattet. Er ist über die Linie des fränkischen Adelsgeschlechtes der Salier mit Adeltrud und Eberhard verwandt.

21.05.991 starb Pilgrim, Bischof von Passau, dem man im Nibelungenlied ein literarisches Denkmal als Oheim von Krimhild setzte. Auch er ist mit Adeltrud und Eberhard über die fränkisch-bayerische Linie der Sieghardinger verwandt.

 

Danke

Ein Beitrag von Edmund Ritscher. Vielen Dank dafür!

 
 
 

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