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Ibersheim in alten Ansichten

Zu einer Ortsbeschreibung gehören auch Bilder. Dies war auch schon vor 100 Jahren üblich, als Lehrer Adolf Trieb sein Buch "Ibersheim am Rhein" 1911 herausgegeben hatte. Mit dem heutigen Beitrag sollen die damaligen und auch späteren Zeichnungen behandelt werden.

Die erste umfangreiche Ortsgeschichte von Ibersheim erhielt verschiedene Bilder, die speziell vor Ort gezeichnet wurden. Das Buch mit den alten Ansichten ist heute kaum noch vorhanden und hat jetzt einen besonderen Wert für Ibersheim und die Umgebung. Das alte Gemeindearchiv, das Trieb zur Verfügung stand, existiert nicht mehr und sein Privatarchiv ist in der verheerenden Bombennacht 11./12. September 1944 in Darmstadt vernichtet worden.

Werke von Hans Aulmann (1884-1979)

Zeichnungen von Hans Aulmann, oben: Ibersheimer Schloss von der Hofseite; unten: linkerhand das Ibersheimer Schloss zur Rheinseite 
Zeichnungen von Hans Aulmann, oben: Ibersheimer Schloss von der Hofseite; unten: linkerhand das Ibersheimer Schloss zur Rheinseite

Das Buch wurde mit fünf Federzeichnungen und drei Fotografien von Hans Aulmann aus der Zeit um 1910 bebildert:

   * Schloss mit hinterem Anbau zum Rhein gelegen, als Titelbild
   * Schloss vom Schlosshof aus gesehen
   * Totalansicht von Ibersheim, ähnlich einer Luftaufnahme
   * Ältere Fachwerkbauten, heute Im Fuchseck
   * Dorfpartie, mit verschiedenen Gebäuden, im Hintergrund Mennonitenkirche

Die Fotografien aus der damaligen Zeit sind nicht sehr kontrastreich, sodass Kopien kaum möglich sind. Zur damaligen Zeit war eine Fotografie schon eine Sensation, denn erst 1910 wurde der erste Film in Hollywood gedreht. Im Ibersheimer Buch ist dargestellt:

   * Alte Schmiede, heute Im Fuchseck 3, Hof Schäfer
   * Altes Ibersheimer Haus, heute Hinterhofstrasse 18, Haus Pirschel
   * Ältere Hofanlage, heute Hinterhofstrasse 8

 

Gesondert fotografiert wurde die mustergültige Edelobstanlage von Otto Dahlem (geboren 1872 in Ibersheim), im Großformat ca. 29 x 36 cm. Dies geschah zu Werbezwecken für große Gartenbauausstellungen. Seine Anlage mit 2200 Bäumen stand hinter seiner Villa, neben der hohen Windschutzmauer, zwischen der heutigen Weschnitz- und Killenfeldstrasse.

Hans Aulmann (geboren 1884), entstammte einer Offenbacher Künstlerfamilie, die als Maler und Photographen bekannt waren. Hans hatte sich mit 19 Jahren am 5. November 1903 bei Johann Caspar Herterich (1843-1905), Lehrer in der berühmten Münchener Königlichen Kunstakademie, eingeschrieben. Seinen Lebensabend verbrachte er bis zu seinem Tod 1979 im Künstlerdorf in Weßling, am Weßlinger See, Landkreis Starnberg (Oberbayern).

Heute, nach 100 Jahren, können wir uns freuen, dass damals anerkannte Persönlichkeiten die geschichtliche Bedeutung von Ibersheim erkannten und mit ihren Möglichkeiten gefördert haben:


- Dr. Erwin Heyl zu Herrnsheim (1877 - 1940), Kaiserlicher Legationsrat
- Professor Dr. August Weckerling (1846 - 1924), Worms, Großherzogl. Gymnasialprofessor
- Pfarrer Emil Mohr, Dekan in Epppelsheim bei Alzey

Werk von Fritz Kehr (1908-1985 Ibersheim)

Ibersheimer Schwalben, Original in Bad Homburg 
Ibersheimer Schwalben von Fritz Kehr

Der Ibersheimer Künstler, Landwirt und Heimatforscher hatte sich mit verschiedenen Wandmalereien im Ort und in der Friedhofshalle verdient gemacht. Die ehemalige große Schwalbenkolonie unter dem Vordach zur Scheune Menno-Simons-Straße 13 hielt er mit einer Zeichnung fest und nannte sie:

   * Ibersheimer Schwalben, Original in Bad Homburg

 

Werke von Ehrhard Hütz (geboren 1949 in Worms)

Ibersheimer Schafscheuern von Ehrhard Hütz 
Ibersheimer Schafscheuern von Ehrhard Hütz
Ibersheimer "Ammeheisje" von Ehrhard Hütz, 1995 
Ibersheimer "Ammeheisje" von Ehrhard Hütz, 1995

Der bekannte rheinhessische Zeichenkünstler Ehrhard Hütz aus Alzey hat sich auch mit Ibersheimer Grafiken verdient gemacht. Seinen schulischen Zeichenunterricht erhielt er, wie der Autor, von Studienrat Baier im Naturwissenschaftlichen Gymnasium in Worms. Danach studierte er dieses Fach in Mainz. Hütz hatte folgende Ibersheimer Motive mit seinem Zeichenstift festgehalten:

   * Schafscheuern, Original 1988 nach Guntersblum verkauft
   * Ammeheisje, Ibersheimer Heimatmuseum, 1995 veröffentlicht
   * Ibersheimer Motive, Original in Ibersheim/Bechtheim.
Diese stattliche und farbige Grafik, mit verschiedenen Ibersheimer Motiven, war für einige Jahre im Ratszimmer der Ortsgemeindeverwaltung zu bewundern.

Charakteristisch für die Werke von Ehrhard Hütz ist die Signatur mit der Eule.

 

Auch mit diesen Bildern kann sich Ibersheim sehen lassen.


Edmund Ritscher, Mannheim - Februar 2014

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