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Der Wormser Dom, Wahrzeichen der Stadt

Dom, Münster oder Kathedrale sind Bezeichnungen für Kirchen, die vor Jahrhunderten in Größe, Architektur und Kunst mit verschwenderischem Reichtum und höchster Perfektion von den besten ihres Faches errichtet wurden.

Wormser Dom (Westtürme) mit Heylsschlösschen und Stadtwappen; Foto: Edmund Ritscher 
Wormser Dom (Westtürme) mit Heylsschlösschen und Stadtwappen, Foto: Edmund Ritscher

Sie wirken auch heute noch, außen und innen, auf ihre staunenden Besucher und krönen schon von weitem ihre Stadt. Sie sind Bauwerke von abendländischem Rang und stehen als Kulturdenkmäler unter besonderem Schutz. 

Die Gesellschaft sah immer wieder eine große Verpflichtung, solche Schätze aus der Vergangenheit für die Zukunft zu erhalten. Deshalb wurde das Wormser Wahrzeichen, auch nach jedem Krieg, in alter Schönheit wieder hergestellt.

 

Der Wormser Kaiserdom einer unter sieben in Deutschland

In Deutschland gibt es nur sieben Kaiserdome, drei davon werden als rheinische und romanische Kaiserdome zusammengefasst. Zwei davon liegen im heutigen Rheinhessen in Mainz und Worms und einer im pfälzischen Speyer. 

Der Wormser Dom erhielt die traditionelle Bezeichnung Kaiserdom wegen der Grablege der Familie Konrads II., dem Kaiser im römisch-deutschen Reich bis 1039. Nach seiner Königskrönung in Mainz am 8. September 1024 wurde Speyer bevorzugt, weil Mainz unter dem Einfluss des Erzbischofs stand und der Wormser Bischof die Salier zurückdrängte. Heute ist der Dom zu Speyer der einzige deutsche Kaiserdom, der als Weltkulturerbe seit 1981 anerkannt ist. Mit seinen gewaltigen Ausmaßen und in seiner freistehenden würdevollen Lage war er schon von Anbeginn eines der monumentalsten Bauwerke der Christenheit.

Die Salier mit ihren Grablegen in Worms und Speyer

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der verschiedenen Salier mit ihren Vor- und Nachfahren, einschließlich ihrer Bedeutung für die Region, werden in einer dreiseitigen Übersicht dargestellt. Ihr ursprüngliches Stammesgebiet war der Worms- und Speyergau. Die wichtigen Familienmitglieder reichen von Werner I. (Präfekt des Ostlandes Karls des Großen) bis zu Heinrich V. (römisch-deutscher König und Kaiser). 

Hundert Jahre lang, von 1027 bis 1125, wurden aus diesem Adelsgeschlecht die römisch-deutschen Kaiser gewählt. Die frühe Grablege der Salier ist die Gruft im Dom zu Worms. In der Krypta des Domes zu Speyer wurden später acht deutsche Könige und Kaiser bestattet. 

Die Salier in einer Übersicht

Als Industrieller nicht zuständig, aber Beispiel gebend

Wie kam es zur schönsten freien Seite des Domes auf der Nordseite? Es war ein Wormser, Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim (1843-1923), der das, von seinen Vorfahren 1805 erworbene Grundstück neben dem Dom, mit seinem Heylshof 1882 bebauen ließ. 

Mit großer Verantwortung und hohem Respekt vor seiner unmittelbaren Nachbarschaft dem Dom, plante er sein Wohnhaus mit Privatmuseum. Dazu holte er sich einen der besten Architekten der damaligen Zeit, Alfred Friedrich Bluntschli aus Zürich. Das Wichtigste war dabei, neben der Gestaltung des Gebäudes, die Platzierung zwischen Lutherplatz und Dom. (Das Denkmal wurde erst 1868 enthüllt.) 

Unser Bild soll die damalige Dreieinigkeit zwischen Kirche, Stadt und Mäzen symbolisieren, wenn es darum geht das kulturelle Erbe der Stadt zu bewahren und fortzuführen. Im Herzen der Stadt Worms und an einer der denkwürdigsten Stätten des Abendlandes wird dies seinen Bürgern und Besuchern würdevoll dargestellt.

In dem Stiftungsbrief von 1920 heißt es auch: "Durch die Ausgestaltung dieses Besitzes in der heutigen Form ist zugleich eine würdige und feierliche Umgehung des altehrwürdigen Domes geschaffen worden. Eine Veränderung in dem heutigen Zustande würde eine Beeinträchtigung der ästhetischen Wirkung des hervorragenden kirchlichen Bauwerkes bedeuten." - Es war ein Glücksfall für Worms, dass ein Industrieller viel Sinn für Kunst und Geschichte seiner Vaterstadt aufbrachte.

Edmund Ritscher, Mannheim - März 2014