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Weibliche Handarbeiten auch in Rheinhessen

In früheren Generationen war man der Auffassung, dass Frauen und Männer unterschiedliche Fertigkeiten und Vorlieben für eine Freizeitbeschäftigung oder als Nebenverdienst haben.

Tradition und Herkunft

Frauen arbeiteten damals gerne mit Nadeln und Garn, Männer schnitzten oder drechselten gerne mit Holz oder Bein. Noch und vor 100 Jahren und während der Weltkriege, musste man zu Hause selbst für Bekleidung sorgen. Handarbeitslehre war ein Schulfach für Mädchen. Für den Winter bekam man zu Weihnachten Mützen, Schals, Handschuhe oder vielleicht sogar einen Pullover gestrickt.

In ländlichen Gegenden nutzten Frauen die Wintermonate mit Spinnen, Stricken, Häkeln, Sticken oder Klöppeln. Landwirte waren in unserer Gegend im Winter oft Leineweber, sonst auch Schnitzer. Mit dem einfachen Nadelwerkzeug mussten Frauen für ihre Familie oder Mädchen für ihre Aussteuer oft wochenlang arbeiten, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. In einzelnen Ländern und Regionen hat man sich im Laufe der Zeit auf bestimmte handwerkliche Erzeugnisse spezialisiert, sodass sich traditionelle regionale Besonderheiten herausbildeten, die auch in der Bekleidung zum Ausdruck kamen (Trachten).


Bestseller und Autorin

Das bekannteste Standardwerk für die Nadelarbeiten der Frauen war: "Encyklopädie der weiblichen Handarbeiten von Thérèse de Dillmont". Dieses Buch ist 1886 in Mühlhausen im Elsaß erschienen, erfuhr eine Würdigung auf der Weltausstellung 1893 in Chicago und ist in 17 Sprachen übersetzt worden.
Der Name der Autorin wurde von der Garnfabrik Dollfus, Mieg & Cie (DMC) in Mühlhausen (Elsaß) besonders herausgestellt. Dort war sie bei einer Urlaubsreise 1884 angestellt worden. Ihre Werkstätte hatte sie in Dornach, heute ein Stadtteil von Mulhouse. Thérèse de Dillmont ist am 10. Oktober 1846 geboren, ging in Wiener Neustadt zur Schule, ist am 22. Mai 1890 in Baden Baden während eines Kuraufenthaltes gestorben, wurde 1909 nach Wiener Neustadt überführt und in der Familiengruft auf dem Friedhof der Militärakademie beigesetzt worden. Ihr Vater Ferdinand Dillman de Dillmont (+ 1857) war Lehrer an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt und ihr Bruder k. u. k. österreichischer Feldmarschall-Leutnant gewesen.


Kleine Kunstwerke verdienen Respekt

Manche Hausfrau brachte es nach der Handarbeitslehre in der Schule und in der häuslichen Stille zur Perfektion und wurde so zu einer Kunsthandwerkerin. Solche kleinen Werke, für die man wochenlang arbeiteten musste und dabei keine Masche verloren gehen durfte, sollen hier an Beispielen gezeigt werden. Der Respekt vor den handwerklichen Fertigkeiten der anonymen Frauen veranlasste den Autor zu einer Sammlung von mehr als 50 Spitzenerzeugnissen in verschiedenen Techniken, aus verschiedenen Ländern, entstanden in den letzten 200 Jahren.

Eine Auswahl hochwertiger Handarbeiten können Sie in diesem Pdf (19 MB) anschauen. (Sammlung von Edmund Ritscher)


Edmund Ritscher, Mannheim - März 2014

 
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