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Kriegsende in Ibersheim unter Amerikanern

Am 21. März 1945 um 12 Uhr war für das kleine beschauliche Ibersheim, mit etwas mehr als 300 Einwohnern, der Krieg zu Ende. Dies war zugleich der Anfang einer neuen Zeit mit unvergesslichen Erlebnissen in einem sonst ereignislosen Dorf.

Die Wehrmacht war gegen Kriegsende wehrlos geworden

Gegen Kriegsende konnte nur noch ein ungleicher Kampf festgestellt werden. Auf der einen Seite führten die Amerikaner mit einer Materialschlacht und auf der deutschen Seite kämpfte man mit Verbissenheit und opferte die allerletzten Reserven. 

Am Ende blieb wieder einmal verbrannte Erde zurück und weltweit Millionen von Toten durch Kampfhandlungen, Flucht, Vertreibung und Verschleppung.

 

Wer die vom Westwall zurückweichenden deutschen Soldaten sah, konnte oft nur noch Mitleid empfinden. Bevor man die Brücke bei Gernsheim am 16. März 1945 sprengte, lächelten die die deutschen Offiziere aus ihren Militärfahrzeugen als sie durch Ibersheim fuhren. Später kamen die niederen Ränge mit Fahrrädern und zum Schluss "Fußtruppen", vereinzelte Soldaten, die nach der Brücke fragten und um ein Glas Wasser baten. Eine kleine Gruppe mit Gefangenen musste damals am Ortsende vor Tieffliegern in Deckung gehen. 

Es war sehr ruhig im Ort. Jeder hatte Angst, weil keiner wusste was passiert. Auch wagte keiner mit einem anderen zu reden, weil man die Partei überall vermuten musste. Es wurde vorher noch befohlen, gegen das Zeigen weißer Tücher und das Öffnen der Panzersperren energisch vorzugehen. Aber das half nicht mehr, weil am Vortag, dem 20. März, die Panzersperre quer über die Hammer Straße, an der Scheune des Staufferhofes, von Fremdarbeitern abgeräumt wurde. Auf einmal sah man auch, am 21. März vormittags, wie die ersten weißen Betttücher, als Zeichen der Kapitulation, aus den Fenstern herauskamen, weil die Angst doch größer geworden war.

Die Amerikaner kamen auf einmal sehr schnell

Am 21. März 1945 um 12 Uhr rief man sich über die Straße zu: Die Amerikaner kommen! Von der Bechtheimer Senke aus Richtung Sandhof sah man die Spitze einer Kolonne und dahinter eine große Staubwolke. Nach einem kurzen Halt beobachtete man den Ort aus der Ferne, ob Widerstand zu erwarten ist und nach wenigen Minuten stand ein Panzerspähwagen an der Straßenkreuzung zur Hammer Straße. 

Dorthin begaben sich sofort Fremdarbeiter und gaben erste Nachrichten weiter, weil auch sie befreit wurden. Man setzte die Informanden auf den Spähwagen und fuhr zu den Schanzen des Reichsarbeitsdienstes an der Hammer Straße, wo sich drei deutsche Soldaten versteckt hatten und nicht mehr rechtzeitig den Rhein erreichen konnten. Die Gefangenen brachte man zu den anderen Fahrzeugen Richtung Eich. 

Dort formierte man sich, ein Panzer fuhr voraus Richtung Hamm und alles andere hinterher. Die amerikanischen Soldaten saßen in ihren Jeeps mit Gewehr im Anschlag und grinsten uns an. - Jetzt war Ende und Anfang zugleich und keiner wusste wie es weitergeht, denn Informationen gab es nicht, außer der üblichen deutschen Propaganda im Volksempfänger, der man nicht traute.

Der Rhein war für die Amerikaner kein großes Hindernis für die weitere Eroberung von Deutschland, sondern nur eine Zeitverzögerung von ca. zwei bis drei Tagen. In unserer Gegend trafen zwei mächtige US-amerikanische Armeen zusammen, die eine kam vom Mittelmeer (7. Armee) und die andere von der Normandie (3. Armee). 

Jeder wollte der Schnellste sein, um über den Rhein zu kommen. Der größte Haudegen George S. Patton, mit seiner 3. US-Armee, setzte kurzerhand bei Oppenheim-Nierstein über den Rhein und verschaffte sich einen Brückenkopf. Die 7. US-Armee unter Alexander M. Patch war vorsichtiger und setzte erst nach einer gründlichen Vorbereitung südlich und nördlich von Worms über.

Sehen Sie eine Skizze des Autors zur Panzersperre in Ibersheim

Die Vorbereitung für den Rheinübergang

Für das Militär ist die Geografie wichtig. Uralte Heerstraßen werden zu allen Zeiten immer wieder benutzt und Rheinübergänge auch. Ob es Schinderhannes oder die Amerikaner waren, Ibersheim bietet die Möglichkeit, durch den dichten Bewuchs im Vorland, nahe und geschützt an das Rheinufer zu kommen. 

Für Militärfahrzeuge war in Ibersheim, zwischen Rheindürkheim und Hamm, auf ca. 7 km die einzige Überfahrt über den großen Hochwasserdamm. Die Durchfahrt am kleineren Sommerdamm hatten die Pioniere verbreitert. Der ca. ein km lange Krippenweg zum Rhein wurde in der Nacht mit schweren Luftlandeblechen belegt, sodass man die großen Fahrzeuge bei jedem Wetter mindestens bis zum Rheinufer bringen konnte. 

Die beiden Seiten des gesamten Weges sind mit weißen Bändern für die Dunkelheit bespannt worden. Außerdem hatte jedes Militärfahrzeug ein Tarnkreuz an der hinteren Achse zur Orientierung für den Nachfolger. Am Rheinufer hatten die Pioniere an mehreren Stellen die Uferbefestigung für die Amphibienfahrzeuge eingeebnet. Einer der beiden weggeschobenen roten Sandsteine von der Durchfahrt des Sommerdammes steht heute zur Erinnerung am Heimatmuseum, mit zwei Rillen für das Einschieben von Bohlen und zum Verfüllen mit Erdreich.

Zwei Feldlazarette wurden im Ort angelegt: Sofort am Ortsanfang, vom Rhein kommend am Haspelpfad, im Haus Jost und ca. 100 m weiter im vorher schnell ausgeräumten Tanzsaal des Gasthauses Ritscher an der Hammer Straße. Tische und Stühle wurden in den Garten geworfen und Gartenzäune für die Zu- und Abfahrt abgebaut. Das Wohnhaus musste verlassen werden und alles wurde gründlich durchsucht, auch die Fotoalben. Weil das Klavier zugeschlossen war, ist es aufgeschossen worden. 

Auch Kaminöffnungen wurden kontrolliert. Im Haus Delaporte gegenüber fand man für eine Nacht Zuflucht, danach musste man auch dort weg und konnte bei Kurt Seitz unterkommen. An dieser Stelle wurden abends drei Granatwerfer, Mörser M2, für den Rheinübergang in der Nacht, in Stellung gebracht. Je nach Situation konnte man Nebelgranaten oder Munition verschießen. Damit war der wichtige Rheinübergang bei Ibersheim gut vorbereitet worden.

Sehen Sie eine militärische Lagekarte zur Rheinquerung der Amerikaner

(aus: U.S. Army in World War II, The Last Offensive von Charles B. Mac Donald, Chapter XIII, The Rhine Crossing in the South, Map X The Rhine River Crossings in the South 22-28 March 1945.)

Die größte Heerschau aller Zeiten für Ibersheim

Nach dieser guten Vorbereitung konnte an diesem Rheinabschnitt schnell und massiv der Rhein überquert werden. Die Fahrzeuge stauten sich bereits an der Straßenkreuzung von Eich und Rheindürkheim kommend. 

Ab dort ging es durch ein Nadelöhr über die Hauptstraße zum Damm und weiter zum Rhein. Die Bevölkerung konnte nur noch staunend zusehen, wieviel Fahrzeuge die Amerikaner besaßen. Kein Jeep war voll besetzt. Noch einige Tage vorher kamen deutsche Landser zu Fuß durch den Ort. 

Innerhalb von drei Tagen war es in Ibersheim kaum möglich die Hauptstraße (heute Menno-Simons-Str.) zu überqueren. Auch Gegenverkehr kam hinzu, als Amphibienfahrzeuge deutsche Soldaten, als Gefangene der Amerikaner, von der anderen Rheinseite zu einem Sammelplatz in die Hinterhofstraße vor das Haus Balß brachten.

Dort erhielten sie zuerst einmal Wasser zu trinken, bevor es zu einem Lager, wahrscheinlich Rheinwiesenlager bei Bad Kreuznach, weiterging. Sprechen war dabei verboten. Lebenszeichen konnten trotzdem an Frauen weitergegeben werden, die Wasser reichen mussten.

Der Rheinübergang erfolgte im Ibersheimer Abschnitt von ca. 5 km Gemarkungsgrenze an vier bis fünf Übergangsstellen, wie man später an den weggeschobenen Uferböschungen erkennen konnte. Im Raum Worms konzentrierte sich der Rheinübergang der 7. US-Armee, mit der 45. US-Infanterie-Division unter Robert T. Frederick. Am 26. März 1945 ab 2.30 Uhr ging das 179. US-Infanterie-Regiments (Preston J. C. Murphy) mit Schlauch-, Sturmbooten und Amphibienfahrzeugen (DUKW) an das andere Ufer. Danach fuhren unaufhörlich die Fahrzeuge durch den Ort zum Rhein. Zur gleichen Zeit setzte das 180. Infanterie-Regiment (Everett W. Duvall) bei Rheindürkheim über.

Kaum materielle Verluste bei Kriegsende

Nach den Bombenangriffen am 21. Februar und am 18. März 1945 wurde die Innenstadt von Worms fast völlig zerstört. 239 Einwohner kamen dabei ums Leben und ca. 35.000 waren ohne Obdach. Ein Teil davon, aus dem Wormser Nordend, wurde im Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) in Ibersheim untergebracht und konnte erst nach Jahren zurückkehren.

Durch Fundmunition sind später zwei Jugendliche am Krippenweg in Ibersheim zu Tode gekommen und mussten auf dem Ibersheimer Friedhof beerdigt werden. Danach erhielt der Autor eine "gehörige Tracht Prügel" von seiner Mutter, weil er oft mit den beiden zusammen war und sie nicht sicher sein konnte, was streunenden Buben alles in dieser erlebnisreichen Zeit noch einfällt. Die Dammkrone war danach die absolute Grenze zum Rhein hin. Von dort aus hatte man nur noch liegend Richtung Rhein gesehen.

Bei diesem Rheinübergang kam es in Ibersheim zu relativ geringen Verlusten an Gebäuden. Eine Granate schlug im Haus Bauer in der Hammer Straße durch den Küchenschrank und traf im Stall eine Kuh. In Hamm wurde der Kirchturm beschossen, weil man dort einen Beobachtungsstand vermutete. Die Verluste der Amerikaner waren jedoch weitaus größer. Bereits einige Tage vorher hatten Soldaten des gleichen Regiments die Wormser Rheinbrücke besetzt. 

In einem Gefecht mit deutschen Scharfschützen von der anderen Rheinseite hatten sie einige "Verluste" gehabt. Das 180. Regiment verlor beim Übersetzen in Rheindürkheim auf die Sandbank viele Soldaten und mehr als die Hälfte der Boote.

Die US-amerikanischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 in Rheinhessen

Nach militärischen Zielen und Einschätzung des Gegners werden mit dem vorhandenen Material Operationen gebildet. Sie sind zeitlich begrenzt und nach Aufgaben aufgeteilt. Innerhalb der Befehlsstruktur sind bis zu zehn vertikale Ebenen möglich. Gegen Kriegsende wurde in unserer Gegend vom 15. - 24. März 1945 die Operation "Undertone" durchgeführt. 

General Eisenhower wollte zwischen Mannheim und Mainz Brückenköpfe über den Rhein schaffen. Verschiedene Einzelheiten sollen einen Überblick in die damalige Zeit geben. Auch die ländliche Bevölkerung war vor nichts sicher, zuhause vor den NS-Funktionären oder auf der Straße bzw. auf dem Feld vor den US-Jagdbombern.

Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa: Dwight D. Eisenhower 
mit 3 Armeegruppen, 85 Divisionen, 3 Millionen Soldaten und 6000 Panzern

12. US-Heeresgruppe: (ab 1. August 1944): Omar N. Bradley
mit 21 Divisionen, 900.000 Soldaten, später 1,3 Mio., erreichte im September 1944 von der Normandie den
Westwall

3. US-Armee: George S. Patton jr.
Am Ende der Operation "Undertone" hatte man 68.000 deutsche Soldaten gefangen genommen.

VIII. US-Armeekorps
4. US-Infanterie-Division:Harold W. Blakeley
überquerte am 29.3. bei Worms den Rhein Raymond O. Barton

12. US-Panzer-Division: Roderick R. Allen
überquerte 28.3. bei Worms den Rhein

XII. US-Armeekorps: Manton E. Eddy
5. US-Infanterie-Division mit 6 Bataillonen, 15.000 Soldaten und 2500 Fahrzeugen: Stafford Leroy Irwin
19.-21.3. Gefechte um Hahnheim
22.3.1945, ab 22 h, mit Schlauch-, Sturmbooten und Schwimmpanzern bei Oppenheim über den Rhein

2. US-Regiment ging bei Nierstein über den Rhein

11. US-Infanterie-Regiment mit 6 Bataillonen: Irren Jacobs
1. Sturmbataillon: Captain Link
3. Sturmbataillon: Herman R. Schell
204. Pionierbataillon

35. US-Navy-Compagnie unterstützte Rheinübergang: J. F. Conklin
12 Landungsboote (mittelschwer LCM, leicht CVP)
4 Pontonfähren und für den Mannschaftstransport
Landungsboote LCVP (amphibischer LKW)
500 Schlauchboote
Bis zum Morgengrauen des 23.3. hatten 2 Regimenter mit 2000 Soldaten und Fahrzeugen übergesetzt. Danach
war innerhalb 48 Std. fast die ganze Division drüben und es wurden Ponton-Brücken (Treadway und Bailey) gebaut.

4. US-Panzer-Division (4th Armored Division): Hugh J. Gaffey (ab 01.03.45); William M. Hoge  (ab 21.03.45)
"Pattons Speerspitze" erreicht am 20.3. über Alzey, Westhofen, Abenheim, Herrnsheim, die Stadtgrenze von Worms

11. US-Panzer-Division (11th Armored Division): Edward H. Brooks
Das deutsche 12. Jägerregiment der 6. SS-Gebirgs-Division (Karl Jakob Heinrich Brenner) wurde bei
Pfeddersheim gefangen genommen.
20.3. Stadtgrenze Worms erreicht
21.3. Flugplatz besetzt, in Stadt Worms eingedrungen und bei Oppenheim über den Rhein gesetzt.

9. US-Air Force (Ninth Air Force): Hoyt S. Vandenburg
XIX. US-Luftwaffendivision (US-Tactical Air Commend): Otto P. Weyland

Zur Luftunterstützung der 3. US-Armee vorgesehen. Jagdbomber (Jabo) beschossen alle deutschen Truppen-
und Zivilbewegungen. Am 20.03. griff die deutsche Luftwaffe die 3. US-Armee mit 300 Flugzeugen an. Die US-Luftabwehr schoss dabei 25 deutsche Flugzeuge ab.

XX. US-Armeekorps: Walton H. Walker
(Die deutsche 7. Armee war in Gefahr eingekesselt zu werden.)

26. US-Infanterie-Division: Willard S. Paul 
sammelte sich bei Alzey und ging bei Oppenheim über den Rhein

94. US-Infanterie-Division: Harry S. Malony
eroberte am 24.3.1945 Ludwigshafen durch Häuserkampf

10. US-Panzerdivision

6. US-Armeegruppe: Jakob L. Devers
mit 7. US-Armee und 1. französischer Armee (ihnen stand die deutsche Heeresgruppe G unter SS-General Paul Hausser gegenüber.)

7. US-Armee 21 Divisionen: Alexander M. Patch (ab August 1944)
erreichte Mitte August 1944 vom Mittelmeer kommend Südfrankreich und danach Süddeutschland.
(Die deutsche 1. Armee wurde zum Westwall abgedrängt, später gingen davon 22.000 Soldaten in Gefangenschaft.)

XV. US-Armeekorps: Wade H. Haislip 
auf 6 Divisionen vergrößert, überquerte zwischen Gernsheim und Mannheim den Rhein

3. US-Infanterie-Division: John W. O'Daniel
verpflegte 01.04.1945 deutsche Flüchtlinge bei Mannheim, Kontakt mit Deutschen war jedoch verboten.

6. US-Panzer-Division: G. W. Grow
Kompanie C stellte am 21.3.1945 in Worms Verbindung zur 3. Armee (George S. Patton) her

45. US-Infanterie-Division (Thunderbird): Robert T. Frederick
ursprünglich mit einem Hakenkreuz als Divisionszeichen (15.000 Mann, 2500 Fahrzeuge)
Am 16.3.1945 wurde der Westwall erreicht.
Am 25.3.1945 gingen Teile in Worms über den Rhein

179. US-Infanterie-Regiment (1000 Mann): Preston J.C. Murphy (ab 7.12.1944)
21.3.1945 in Worms Gefecht mit deutschen Scharfschützen auf der Nibelungenbrücke
26.3.1945, ab 2.30 Uhr bei Ibersheim über den Rhein
27.3.1945, ab 4.00 Uhr Groß-Rohrheim eingenommen

180. US-Infanterie-Regiment (1000 Mann): Everett W. Duvall (ab 6.1.1945)
26.3.1945 bei Rheindürkheim über den Rhein mit hohen Verlusten an Soldaten und Booten

157. US-Infanterie-Regiment: Felix L. Sparks
lag als Unterstützung in Reserve zwischen Ibersheim und Rheindürkheim.
Das 3. Bataillon dieses Regiments erhielt am 29.4. den Befehl das KZ-Lager Dachau einzunehmen.

2. Chemische Mörser Bataillon (2. Chemical Mortar Bataillon) war damals den Regimentern 179, 180 und 157 mit je einer Kompagnie Granatwerfer zugeteilt.

Heinz Leiwig schreibt in: "Finale 1945 Rhein-Main", Düsseldorf 1985

Seite 18: Besonders zwischen Mainz und Mannheim boten die grasbewachsenen Auen mit dem lichten Baumbestand ein ideales Aufmarschgebiet. Sie konnten sich die Übergangsstelle aussuchen.

Seite 49: Edmund Ritscher, damals sieben Jahre alt, schildert den Einmarsch der Amerikaner in Ibersheim (Kreis Worms): Die Bohnensuppe dampfte gerade auf dem Tisch, als der Ruf erklang: "Die Amerikaner kommen!" …

Seite 69: Bis März lagerten in frontnahen Depots des Rheines 124 Landungsboote, 1100 Sturmboote und so viel Brückenmaterial, daß 62 Brücken über den Rhein geschlagen werden konnten. Auf allen Straßen Rheinhessens rasselten die Ketten der Panzerkolonnen, rumpelten die Selbstfahrlafetten, schwere Artillerie, Panzerwagen, Schützenpanzer, Munitionsfahrzeuge, Krankenautos, Tankerwagen und riesige Diesellaster mit mächtigen Anhängern, die mit Brückenteilen für die "Treadway" und "Bailey"-Brücken beladen waren. - Die Operation war gigantisch, ihre Geschwindigkeit atemberaubend.

Seite 73: Damit war der Rheinübergang von Pattons 3. Armee bei Oppenheim einer der geräuschlosesten und unblutigsten Flußübergänge in der Militärgeschichte.

Seite 75: Der schnelle und überraschende Rheinübergang Pattons traf den deutschen Generalstab mitten in den Verteidigungsvorbereitungen an der Rheinfront.

Die Ibersheimer waren froh und glücklich, dass sie in diesem Krieg, trotz des vielen Leides, von unmittelbarer Kriegseinwirkung verschont geblieben sind. Das herbeigesehnte Ende war aber gleichzeitig ein ungewisser Anfang. - Der Glaube an den Endsieg mit den Wunderwaffen V 1, V 2 oder ME 262 war jetzt ausgeträumt. Danach rief man einmal wieder: Nie wieder Krieg!

Edmund Ritscher, Mannheim - November 2014